Bitkom-Umfrage Großteil der Bürger will Pflicht zur elektronischen Bezahl-Option

Für den Kauf im Handel, den Mittagstisch im Restaurant oder das Eis am Kiosk – 84 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass alle Geschäfte gesetzlich verpflichtet sein sollten, neben Bargeldzahlungen auch mindestens eine elektronische Bezahlmöglichkeit anzubieten. Im Vorjahr waren erst 70 Prozent dieser Meinung. Das ergab eine Umfrage des Digitalverbandes Bitkom.

Dienstag, 16. Juni 2026, 11:40 Uhr
Thomas Klaus
Wahlfreiheit gefordert: Wer digital bezahlen möchte, sollte dazu auch die Möglichkeit haben. Dieser Auffassung ist der Digitalverband Bitkom. Bildquelle: dpa/Franziska Gabbert

84 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass alle Geschäfte gesetzlich verpflichtet sein sollten, neben Bargeldzahlungen auch mindestens eine elektronische Bezahlmöglichkeit anzubieten. Im Vorjahr waren erst 70 Prozent dieser Meinung. 

Der Wunsch ist über alle Altersklassen hinweg ähnlich stark ausgeprägt: Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es 86 Prozent, in der Altersgruppe ab 65 Jahren 83 Prozent. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1.004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Rohleder: Bundesregierung sollte handeln 

„Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, digitale Bezahlmöglichkeiten flächendeckend zu stärken. Die Menschen erwarten jetzt, dass daraus auch konkrete Verbesserungen im Alltag werden“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Zu einem modernen Zahlungssystem gehört die Wahlfreiheit: Wer digital bezahlen möchte, sollte dazu auch die Möglichkeit haben. In vielen anderen Ländern ist das längst Standard.“ 78 Prozent der Deutschen stört es, wenn nur mit Bargeld bezahlt werden kann. Schon jetzt nutzen 82 Prozent der Deutschen Bargeld nach eigenen Angaben seltener als früher. 57 Prozent nutzen Bargeld sogar nur noch aus Sorge, nicht digital bezahlen zu können. 72 Prozent würde ohne Bargeld nichts fehlen.

Jung und Alt mit ähnlichen Sorgen

Dabei verlieren Scheine und Münzen im Alltag zwar an Bedeutung, bleiben vielen Menschen aber grundsätzlich als Bezahloption wichtig: Zwei Drittel (66 Prozent) haben Sorge, in Zukunft nicht mehr überall mit Bargeld zahlen zu können, selbst wenn sie dies möchten. Auch dies sehen Jung und Alt relativ ähnlich: Unter den 16- bis 29-Jährigen äußern 63 Prozent diese Sorge, in der Altersgruppe ab 65 Jahren 69 Prozent.

Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Befragung fand im Zeitraum der Kalenderwochen 9 bis 12 statt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellung lautete: „Welche der folgenden Aussagen treffen auf Sie oder Ihrer Meinung nach zu bzw. nicht zu?“.

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