KPMG-Studie Generative KI überzeugt Wirtschaft immer stärker

Generative KI ist in der deutschen Wirtschaft schneller Realität geworden, als viele Unternehmen noch vor einem Jahr erwartet hatten. 98 Prozent der Unternehmen bewerten KI inzwischen als relevant für ihr Geschäftsmodell und ihre künftige Wertschöpfung. Das zeigt die Studie „Generative KI in der deutschen Wirtschaft“ der Unternehmensberatung KPMG in Deutschland, für die 480 Entscheider aus unterschiedlichen Branchen befragt wurden.

Dienstag, 16. Juni 2026, 10:28 Uhr
Thomas Klaus
Überraschende Dynamik: Viele Unternehmen konnten sich nicht vorstellen, wie schnell Künstliche Intelligenz ihre geschäftlichen Aktivitäten prägt. Doch das Umdenken mit praktischen Konsequenzen läuft. Bildquelle: Getty Images

Eine neue KPMG-Studie belegt: Generative KI ist in der deutschen Wirtschaft schneller Realität geworden, als viele Unternehmen noch vor einem Jahr erwartet hatten. 98 Prozent der Unternehmen bewerten KI inzwischen als relevant für ihr Geschäftsmodell und ihre künftige Wertschöpfung. 

Höck: Transformation besser steuern

Damit ist dieser Anteil innerhalb von zwei Jahren von 56 Prozent (2024) über 91 Prozent (2025) auf heute nahezu flächendeckende Zustimmung gestiegen.

Unternehmen haben auf diese Entwicklung schnell reagiert. Innerhalb von zwei Jahren ist der Anteil von Unternehmen mit einer KI-Strategie von 31 Prozent auf 98 Prozent gestiegen. Viele Unternehmen befinden sich inzwischen in der Umsetzung und dem Aufbau belastbarer Strukturen. Doch es bestehen hier weiterhin Lücken: Nur in 39 Prozent der Unternehmen werden die Strategien aktiv durch das Top-Management gesteuert.

„Die Dynamik bei KI hat viele Unternehmen überrascht. Strategien wurden in kurzer Zeit aufgebaut und Anwendungen sind produktiv im Einsatz. Die Transformation beginnt: KI muss verlässlich gesteuert und in bestehende Prozesse integriert werden, damit nachhaltiger Mehrwert entsteht.“ Das sagt Benedikt Höck, Partner und Head of AI bei KPMG in Deutschland.

Auffällige Änderungen bei Investitionslogik

Die Relevanz nimmt weiter zu. 78 Prozent der Unternehmen sehen den Einfluss von KI auf ihre Branche heute als groß oder sehr groß an, 2025 lag dieser Wert noch bei 47 Prozent. Gleichzeitig sehen 65 Prozent der Unternehmen ihre Erwartungen an die positiven Effekte von KI weitgehend bestätigt.

Die bisherigen KI-Investitionen werden 2026 überwiegend positiv bewertet: 71 Prozent der Unternehmen geben an, dass ihre Erwartungen erfüllt oder übertroffen wurden. Nur 5 Prozent sehen ihre Erwartungen eher nicht erfüllt. Der Nutzen zeigt sich dabei vor allem im operativen Geschäft. 65 Prozent messen den Erfolg von KI anhand von Produktivitäts- und Effizienzgewinnen, 48 Prozent anhand von Umsatz- und Wachstumsbeiträgen.

Auffällig ist zugleich die veränderte Investitionslogik. Während 2025 noch eine große Mehrheit steigende KI-Investitionen plante, bleibt die Budgetierung 2026 deutlich kontrollierter: 67 Prozent wollen in den kommenden zwölf Monaten weniger als zehn Prozent ihres gesamten Investitionsbudgets in KI investieren, 30 Prozent planen mit einem Budgetanteil zwischen zehn und 25 Prozent.

Trusted AI noch nicht ausreichend verankert

84 Prozent der Unternehmen schätzen ihre Mitarbeiter inzwischen als grundsätzlich gut oder sehr gut auf den KI-Einsatz vorbereitet ein. Gleichzeitig professionalisieren viele Organisationen ihre Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote: 51 Prozent setzen auf strukturierte, unternehmensweite KI-Weiterbildungsprogramme, weitere 30 Prozent auf rollen- oder funktionsspezifische Qualifizierungsformate.

Ähnlich entwickelt sich der verantwortungsvolle Einsatz von KI. Zwar ist Trusted AI in vielen Unternehmen bereits angelegt, aber noch nicht flächendeckend und ganzheitlich verankert. 53 Prozent haben entsprechende Ansätze etabliert, jedoch ohne durchgängige strategische Steuerung. In der Praxis setzen Unternehmen dabei vor allem auf konkrete Maßnahmen: 54 Prozent auf die kontinuierliche Überwachung und Kontrolle von KI-Systemen, 49 Prozent auf die Einbindung externer Expertise und 37 Prozent auf klar definierte Verantwortlichkeiten und Governance-Strukturen.

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