Elektronikhändler Euronics will mit Müttern und Haustieren wachsen

Der Elektronikfachhändler Euronics hofft angesichts sinkender Umsätze und verhaltener Konsumstimmung auf Wachstum mit neuen Geschäftsfeldern, zum Beispiel bei Produkten für Mütter oder Haustiere. Man wolle weitere Absatzkanäle erschließen. Das sagte Vorstandssprecher Benedict Kober (Foto).

Montag, 30. März 2026, 12:52 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Strategische Anpassungen: Euronics-Vorstandssprecher Benedict Kober will mit Hilfe von Milchpumpen und Futterstationen erfolgreicher werden. Bildquelle: Euronics

Euronics will neue Geschäftsfelder aufbauen und so die stockende Geschäftssituation verbessern. Das hat Vorstandssprecher Benedict Kober angekündgt. „Wir sehen schon in manchen Bereichen noch extremes Wachstumspotenzial, gerade bei den Kleingeräten“, sagte Kober. Zurzeit verkaufe Euronics sehr viel im Bereich Mutter und Kind, Milchpumpensysteme zum Beispiel. Das sei ein unheimlich begehrtes Segment.

Intelligente Futterstationen oder selbstreinigende Katzenklos

Auch beim Geschäft mit Produkten für Haustiere sieht Kober großes Potenzial. Er sei fest davon überzeugt, hier ein gutes Geschäftsfeld zu schaffen. Hunde und Katzen hätten in Deutschland innerhalb von Familien eine große Bedeutung. „Dort ist man auch bereit, Geld auszugeben“, sagte Kober. Es gehe dabei zum Beispiel um Produkte, mit denen man mit seinen Haustieren sprechen könne, wenn man nicht zu Hause sei. Intelligente Futterstationen oder selbstreinigende Katzenklos seien ebenfalls eine Option, ergänzte Vorstand Brendan Lenane. 

Man müsse den Kunden vermitteln, dass es solche Produkte im Elektronikfachhandel und nicht nur im Tierfachhandel gebe, betonte Kober. „Das kriegen wir aber hin.“ Bei Smartwatches sei es Euronics auch gelungen; dafür müsse man nicht ins Sanitätshaus oder in den Sportfachhandel gehen. Durch die Kompetenz von Euronics beim Smartphone stünden die Chancen gut, an Produkte anzudocken, die mit dem Smartphone gesteuert werden können.

Abermals ein Minus erwartet

Helfen könnte Euronics auch eine „Replacementwelle“, wie Kober sie nennt. Damit meint er eine Vielzahl kaputter Geräte, die ersetzt werden. So seien während der Corona-Pandemie viele neue TV-Geräte, aber auch Notebooks und Tablets gekauft worden. Bislang spüre Euronics die erhoffte Welle noch nicht. Aber: „Das Zeug muss irgendwann auch mal ersetzt werden.“

In Bezug auf den Umsatz im laufenden Geschäftsjahr stellte Kober fest: „Wir liegen hinter dem Vorjahr. Das Geschäftsjahr läuft noch bis Ende September. „Wir rechnen abermals mit einem Minus.“ Im Geschäftsjahr 2024/25 hatte Euronics eigenen Angaben zufolge einen im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent gesunkenen Zentralumsatz von 1,3 Mrd. Euro erwirtschaftet. Zu dem als Genossenschaft organisierten Verbund zählen Angaben von Euronics zufolge in Deutschland rund 1.000 Mitgliedsunternehmen, die mehr als 1.100 Standorte betreiben. 

Kober: Wahnsinnige Verunsicherung bei den Kunden

Bei den herrsche eine „wahnsinnige Verunsicherung“, äußerte Kober mit Blick auf Kriege oder Zolldiskussionen, die bei den Menschen wiederum zu Ängsten vor dem Verlust des Arbeitsplatzes führen könnten. Die Bereitschaft, Einkäufe zu tätigen, sei aufgrund der großen Verunsicherung stark eingeschränkt.

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