Joghurt mit der Ecke
Der „Joghurt mit der Ecke“ ist ein echter Klassiker, der bei vielen Verbrauchern Kindheitserinnerungen weckt. Genau dieses ikonische Produktdesign erlebt aktuell ein kleines Social-Media-Comeback. Auf Plattformen wie Tiktok entstehen immer neue Meme-Versionen des Produkts. Aus dem bekannten Joghurt wird dabei schnell der „Joghurt mit der Geheimratsecke“, der „Joghurt mit der Hecke“ oder auch der „Joghurt mit der Raucherecke“. Begleitet werden die Wortspiele von bearbeiteten Bildern, die die jeweiligen fiktiven Sorten zeigen. Der Trend zeigt, wie stark Humor und Wortspiele die Meme-Kultur auf Social Media prägen. Communities greifen bekannte Marken auf und interpretieren sie kreativ neu. Für Food-Brands steckt darin eine Chance: Wer seine eigenen Produkte nicht zu ernst nimmt und spielerisch mit Memes umgeht, kann Nähe zur Community aufbauen. Statt Trends nur zu beobachten, könnten Marken sie aktiv aufgreifen – etwa mit limitierten Spaß-Editionen, Community-Votings oder eigenen Meme-Varianten ihres Produkts.
Popkulturelle Formate
Kaufland setzt in seiner aktuellen Kampagne auf Mark Forster, einen der bekanntesten deutschen Popkünstler. In mehreren Videos performt der Musiker Songs rund um das Sortiment – von frischem Gemüse über Bio-Produkte bis hin zur Liebeserklärung an das „schöne Kaufland“. Er performt in unterschiedlichen Genres – vom typischen Pop-Sound, den man von Mark Forster kennt, über Trap bis hin zur emotionalen Ballade. Zusammen kommt dann alles bei einem Video, wo über Marks potenzielle Zusammenarbeit mit Kaufland gesprochen wird. Dass Händler mit großen Stars arbeiten, ist nicht neu. Musik schafft Emotion, bleibt im Kopf und macht Marken nahbarer. Neu ist, Produkte so vielfältig in popkulturelle Formate zu integrieren. Songs, Creator-Kooperationen oder auch musikalische Challenges schaffen Content, der sich organischer verbreitet und Communitys stärker einbindet.
Mocktails
Auf Social Media wächst seit Langem eine Bewegung, die Gesundheit und Wohlbefinden stärker in den Fokus rücken. Proteinreiche Ernährung, ballaststoffreiche Lebensmittel und tägliche Schrittziele gehören für viele Creator längst zum Lifestyle. In dieses Bild passt auch ein aktueller Trend: Immer mehr Menschen verzichten bewusst auf Alkohol oder reduzieren ihren Konsum. Stattdessen gewinnen alkoholfreie Getränke an Popularität – besonders sogenannte Mocktails, also Cocktails ohne Alkohol, die trotzdem komplexe Aromen und ein besonderes Trinkerlebnis bieten. Auf Tiktok und Instagram werden diese Drinks häufig im Kontext von Freundschaften, Dates oder entspannten Abenden gezeigt. Der Verzicht auf Alkohol bedeutet hier also keinen Verzicht auf Genuss, sondern eher mehr Quality Time und einen angenehmen Morgen danach. Für Food- und Getränkemarken ergibt sich daraus eine Chance. Statt alkoholfreie Kopien klassischer Drinks zu entwickeln, könnte es erfolgreicher sein, ganz neue Getränke zu schaffen, die von Anfang an alkoholfrei gedacht sind – etwa Signature-Mocktails, DIY-Drink-Kits oder Community-Rezepte.
Die LP-Kolumnistin Lina Arnold ist CEO von Joli und Expertin für Food-Trends und Konsumverhalten. Mit viel Gespür und Einblick in große Datenbanken zeigt sie, welche Trends den Lebensmittelhandel beeinflussen und wie Marken davon profitieren. Social Media Agentur | TikTok Agentur – Joli
