Rewe und der Saucen- und Konservenhersteller Carl Kühne haben ihren Konditionenstreit offenbar beigelegt. Auf Anfrage der Lebensmittel Praxis teilte Rewe mit, Kühne beliefere die Rewe-Märkte „vollumfänglich“. Darüber hinaus wolle man sich zu Gesprächen mit Lieferanten nicht äußern. Angesprochen auf die Regallücken der vergangenen Wochen teilte Kühne mit, „dass sich die [...] Regalsituation kurzfristig wieder ändern“ werde.
Stichproben der LP-Redaktion in zwei Märkten bestätigten, dass Kühne-Produkte dort wieder verfügbar waren.
Rüschen lehnt einseitige Betrachtung ab
Vor rund anderthalb Wochen waren der Preisstreit und die folgenden Regallücken das erste Mal publik geworden. In mindestens einem Rewe-Markt kam es zu einem Aushang am Regal, in dem es heißt:
„Liebe Kunden, an dieser Stelle befand sich bis vor kurzem ein Konserven-/Saucen-/Dressing-Artikel des Markenherstellers Kühne. Gerne hätten wir Ihnen diesen Artikel auch weiterhin wie gewohnt zu einem günstigen Preis angeboten. Infolge einer von Kühne geforderten Preiserhöhung konnte sich aber trotz langer und intensiver Verhandlungen nicht mit Kühne auf einen angemessenen Einkaufspreis verständigt werden. Daraufhin hat Kühne leider einseitig entschieden, die Belieferung an uns einzustellen.“
Als Alternative empfiehlt der Händler seinen Kunden in dem Schreiben seine Eigenmarken.
Handelsexperte Stephan Rüschen dokumentierte den Aushang in einem Post auf Linkedin. Der Professor an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heilbronn kommentierte im Gespräch mit der Lebensmittel Praxis: „Es ist schon sehr einseitig, allein dem Lieferanten die Schuld zu geben, weil es ja ein Konditionenstreit ist, an dem zwei Seiten beteiligt sind.“
In den vergangenen Jahren kam es sowohl bei Rewe als auch bei Edeka zu Lieferstopps durch Markenhersteller infolge festgefahrener Preisverhandlungen. Ein prominentes Beispiel ist der lange Streit zwischen Edeka und dem Snackhersteller Mars, der erst nach rund anderthalb Jahren beigelegt werden konnte.

