59 Prozent der Deutschen legen beim Lebensmittelkauf Wert auf günstige Preise. Das Preisbewusstsein stieg damit auf den höchsten Stand seit zehn Jahren. Zugleich achten immer mehr Verbraucher auf den Zucker-, Fett- und Salzgehalt in Fertigprodukten. Das sind einige der Ergebnisse aus dem Ernährungsreport 2025 „Deutschland, wie es isst“, der im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH).
Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte für die repräsentative Studie rund 1.000 Personen ab 14 Jahren in Deutschland.
Geschmack bleibt wichtigster Aspekt
Regionale Produkte bleiben populär: 77 Prozent aller Befragten achten beim Einkauf darauf, dass Lebensmittel aus ihrer Region kommen. Der Geschmack bleibt für die Verbraucher der wichtigste Aspekt beim Essen. Nahezu alle Befragten, nämlich 98 Prozent, gaben an, dass der Geschmack beim Essen sehr wichtig oder wichtig ist. Dies stellte der Report bereits seit zehn Jahren fest.
Verbraucher prüfen Zucker- und Salzgehalt genauer
Die Verbraucher achten zunehmend auf den Gehalt von Zucker, Fetten und Salz in Lebensmitteln. 64 Prozent der Befragten achten beim Kauf von verarbeiteten Lebensmitteln oder Fertigprodukten immer oder meistens darauf, wie viel Zucker das Produkt enthält. 2019 waren es noch 58 Prozent. Der bewusste Kauf von salzreduzierten Produkten stieg von 2020 bis 2025 von 17 auf 21 Prozent, bei Fetten von 48 auf 54 Prozent.
Von 2020 bis 2024 stieg der Anteil der Verbraucher, die häufig vegetarische oder vegane Alternativen gekauft haben, von 29 auf 39 Prozent. 2025 lag er bei 34 Prozent. 69 Prozent kaufen diese Produkte aus Neugier und 61 Prozent dem Tierschutz zuliebe. Jeweils 60 Prozent gaben an, sie kauften aus geschmacklichen Gründen oder weil sie Klima und Umwelt schützen wollen.
Minister Rainer lehnt zusätzliche Steuern ab
„Mir ist wichtig, dass Lebensmittel für alle Bevölkerungsgruppen erschwinglich bleiben“, sagte Bundesagrarmister Alois Rainer (CSU) bei der Vorstellung der Studie in Berlin. Durch zusätzliche staatliche Aufschläge dürfe das Angebot nicht noch künstlich verteuert werden. Das gelte zum Beispiel für eine höhere Mehrwertsteuer auf bestimmte Lebensmittel oder eine Tierwohlabgabe, so Rainer.
Das Ministerium gibt den Ernährungsreport „Deutschland, wie es isst“ seit 2015 heraus. Der aktuelle Report ist der zehnte seiner Art. Die Wirtschaft verpflichtete sich im Rahmen der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie, bis 2025 Kalorien, Zucker, Fette und Salz in ihren Produkten zu reduzieren.

