Beschäftigte einer Bananenplantage in Costa Rica haben nach einer Beschwerde beim Discounter Aldi Entschädigungszahlungen erhalten. Die Zahlungen erfolgten im August 2025 nach etwa zweijähriger Verhandlungszeit, wie die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam mitteilte. Über Höhe und Anzahl der Zahlungen vereinbarten die Beteiligten Stillschweigen.
Die Beschwerde war nach dem deutschen Lieferkettengesetz unter anderem bei Aldi eingereicht worden. Die Beschwerdeführer bemängelten Verstöße gegen Arbeitsrechte auf den Plantagen – darunter zu niedrige Löhne, fehlender Schutz bei Pestizideinsätzen und die Benachteiligung von Gewerkschaftsmitgliedern. An den Verhandlungen beteiligt waren neben Oxfam eine lokale Gewerkschaft, ein Zulieferer und ein Produzent von Bananen sowie der Discounter Aldi.
Aldi habe sich „konstruktiv für eine Lösung eingesetzt“ und gemeinsam mit Gewerkschaft, Zulieferer und Produzent nach Lösungen gesucht, teilte Oxfam mit. In den anschließenden Untersuchungen seien mehrere Missstände bestätigt worden. Durch die Kooperation sei es gelungen, Unregelmäßigkeiten bei Lohnabrechnungen aufzuarbeiten und schließlich Entschädigungen an eine Gruppe betroffener Arbeiter zu zahlen. Allerdings betonten Produzent und Zulieferer, dass die Zahlungen kein Schuldeingeständnis darstellten, wie es in der Mitteilung hieß. Auch bei weiteren Themen wie dem Arbeitsschutz seien den Angaben nach deutliche Fortschritte gemacht worden. Alle Vorwürfe hätten aber noch nicht geklärt werden können.
Gewerkschaft Sitrap begrüßt erstmalige Zahlungen
„Wir sind sehr froh, dass zum ersten Mal Zahlungen an Betroffene geleistet wurden. Das bedeutet uns viel“, zitierte Oxfam den Generalsekretär der Gewerkschaft Sitrap, Didier Leiton, in der Mitteilung. Oxfam sieht in dem Fall einen wichtigen Präzedenzfall. „Das Ergebnis zeigt, dass das Lieferkettengesetz wirkt“, teilte der Oxfam-Referent für Menschenrechte in globalen Lieferketten, Tim Zahn, mit. Auch der Discounter zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden: „Unser Ziel ist eine spürbare Verbesserung der Menschenrechtslage in den Lieferketten“, zitierte das Unternehmen den Nachhaltigkeitsdirektor von Aldi Süd, Maximilian Vogt, in der Mitteilung.
Das deutsche Lieferkettengesetz trat 2023 in Kraft. Es soll sicherstellen, dass Unternehmen in ihren globalen Lieferketten bestimmte Arbeits- und Umweltstandards einhalten. Ziel ist es, Menschenrechte weltweit zu stärken und Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen, wenn sie von Menschenrechtsverletzungen wie Kinder- oder Zwangsarbeit profitieren. Zuletzt gab es Diskussionen über eine Abschwächung des Gesetzes, um Wettbewerbsnachteile für deutsche Unternehmen zu vermeiden.

