Molkereiprodukte Warum Butter immer billiger wird

Der Butterpreis sinkt zum dritten Mal binnen sechs Wochen. Mehr Milchproduktion, höherer Fettgehalt und gutes Wetter drücken den Preis auf 1,39 Euro pro 250-Gramm-Päckchen. Discounter unterbieten sich gegenseitig im Kampf um die Preisführerschaft.

Donnerstag, 30. Oktober 2025, 10:23 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Der Preis für Butter im Einzelhandel sinkt immer weiter. Neben höheren Milchmengen auf dem Markt gibt es dafür noch andere Gründe. Bildquelle: Getty Images

Der Preis für Butter im deutschen Einzelhandel ist innerhalb von sechs Wochen zum dritten Mal gesunken. Ein 250-Gramm-Päckchen kostet bei Supermärkten und Discountern mittlerweile nur noch 1,39 Euro. Damit liegt der Preis deutlich unter dem Rekordniveau von Ende 2024.

Börgermann: Für Kühe ein fast perfekter Sommer

Der Preisrückgang hat mehrere Ursachen. In Deutschland und der Europäischen Union wird im Herbst 2025 mehr Milch erzeugt als im Vorjahr, wie Kerstin Keunecke von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft erklärte. Auch in anderen wichtigen Erzeugerländern liegt die Produktion über dem Vorjahresniveau. Dieses größere Angebot trifft auf eine teils verhaltene Nachfrage. Zugleich enthält die Rohmilch derzeit mehr Fett, sodass weniger Milch benötigt wird, um ein Kilogramm Butter herzustellen.

Björn Börgermann, Hauptgeschäftsführer des Milchindustrie-Verbands, nannte weitere Gründe für die Entwicklung. Im vergangenen Jahr habe die Blauzungenkrankheit in einigen Regionen die Milchmenge und Fruchtbarkeit der Kühe beeinträchtigt. In diesem Jahr habe das Wetter den Landwirten hingegen in die Karten gespielt. „Für die Kühe war es ein fast perfekter Sommer ohne lange Hitzeperioden“, so Börgermann. Das Gras sei gewachsen und die Futterqualität gut gewesen.

Rüschen: Aldi -Vorsprung sehr knapp

Butter zählt zu den sogenannten Eckprodukten, die Kunden in die Geschäfte locken sollen. Händler nutzen das Produkt gern für Sonderangebote und arbeiten dabei mit Mischkalkulationen. Einige Produkte bieten sie besonders günstig an, manchmal sogar mit Verlust. Andere Waren mit höheren Margen gleichen dies aus. Die jüngsten Preissenkungen gehen meist von den Discountern Lidl und Aldi aus, die um die Preisführerschaft kämpfen und sich gegenseitig unterbieten.

Stephan Rüschen, Professor an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn, sieht in dem Preiskampf einen Wettbewerb um das Preisimage. „Noch hat Aldi das Image, die günstigsten Preise in Deutschland zu haben. Aber es ist inzwischen sehr knapp“, meint der Experte. Im Jahr 2024 machte Edeka im deutschen Lebensmittelhandel den größten Umsatz, gefolgt von Rewe und Lidl. Die beiden Aldi-Gesellschaften kommen zusammen jedoch auf mehr als Lidl allein. 

Wie sich die Butterpreise weiter entwickeln, lasse sich nicht vorhersagen, erklärten Branchenvertreter.

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