Schwarz-Gruppe Geht auf Landwirte zu

Die Schwarz-Gruppe (Lidl/Kaufland) reagiert auf die Bauernproteste. Der Discounter kommt Fleischerzeugern und landwirtschaftlichen Erzeugergenossenschaften entgegen.

Donnerstag, 10. Dezember 2020, 10:55 Uhr
Lebensmittel Praxis
Bildquelle: Lidl Deutschland

 Nachdem die Gruppe in der letzten Woche die Bereitstellung von 50 Millionen Euro Soforthilfe für Schweinebauern angekündigt hatte, wurden gestern erste Gespräche mit Vertretern der Initiative Tierwohl (ITW) geführt. Konkret werden Wege und Möglichkeiten diskutiert, wie das Geld unbürokratisch an die Landwirte ausgeschüttet werden kann.

Discounter Lidl hat sich nach eigener Aussage entschieden, die Anwendung der UTP-Richtlinien auszuweiten. Dabei werde Lidl die Regelungen zusätzlich für Lebensmittellieferanten übernehmen, die erzeugergetragene Vermarktungsunternehmen sind. Hierunter fallen unter anderem Genossenschaften. Damit kommt Lidl einer zentralen Forderung des Deutschen Bauernverbandes nach.

Klaus Gehrig, Komplementär der Schwarz-Gruppe, plädiert darüber hinaus für eine freiwillige Selbstverpflichtung des Handels in der Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft und die Einrichtung einer neutralen Ombudsstelle. Diese könnte zukünftig zielgerichtet auf vergleichbare Konflikte reagieren und die Marktpartner in einen schnellen direkten Austausch bringen: „Mit einem klaren Kodex und einer Ombudsstelle können wir Streitthemen an zentraler Stelle bündeln und viel schneller über Lösungen sprechen“, so Gehrig. 

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