interview mit Tobias Tuchlenski „Nicht mehr nur, um dabei zu sein“

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Kaiser’s ist in Berlin 150-mal vertreten, davon sechsmal in Shoppingcentern. Anders als früher wird heute nicht mehr jedes Center belegt. Frequenz, Lage, Anlieferung und das Verhältnis Miete zu Betriebskosten sind entscheidend. Tobias Tuchlenski, Regionsmanager, investiert manchmal lieber in Technik und Sortiment.

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Junge Leute zu finden, die bei Kaiser’s in Berlin eine Ausbildung machen wollen, sei entspannter als am Markt üblich. Denn die finden Kaiser’s cool. Das sagt Tobias Tuchlenski, Manager der Region und damit Chef von rund 6.500 Mitarbeitern. Die eigene Verwaltung hält der smarte Vater von einem zwölfjährigen Sohn bewusst schlank. Nur 40 Mitarbeiter zählt die Verwaltung in der Ringstraße. Dort, wo sich auch das Lager befindet, arbeiten außerdem ca. 350 Menschen im Bereich Lager und Logistik.

Kaiser’s und cool? Für Jugendliche?
Tobias Tuchlenski: Ja, total. Wir ticken einfach anders als unsere Wettbewerber. Junge Leute in Berlin und Umgebung kennen Kaiser’s, unsere Aktionen, unser Engagement in Sport und Kultur. Wir werben jede Woche u. a. in unserem Handzettel für große Veranstaltungen, bei denen unsere Kunden vergünstigt Tickets erhalten.

Und das macht sie in den Augen von Jugendlichen cool?
Zum einen ist es unser Sortiment. Wir sind immer auf der Suche nach hippen ,In’- und Trendartikeln, zum anderen kennen die unsere Kooperationen mit Herta BSC, mit Volleyball- und anderen Sportvereinen, mit Zoo und Tiergarten, außerdem unseren Summer Rave, zu dem in diesem Jahr rd. 20.000 Besucher gekommen sind. Es ist das größte Tanz-Event der Stadt, dauert zwölf Stunden, und in den drei Tempelhof-Hangars geht richtig was ab. Das ist cool. Oder auch den Weihnachtszirkus. Wir haben jetzt schon Anfragen auf unserer Facebook-Seite, ob wir auch dieses Jahr wieder vergünstigte Familien-Tickets für den Roncalli-Weihnachtszirkus anbieten.

Bringen Facebook-Aktivitäten etwas?
Ja, absolut. Wir mussten zwar zunächst in unserer Konzernzentrale in Mülheim Überzeugungsarbeit leisten, aber inzwischen sprechen die Zahlen und die Kundenkommunikation für sich. Wir haben aktuell knapp 34.000 Fans. Dabei sind wir erst seit etwa eineinhalb Jahren auf Facebook aktiv.

Muss man in Berlin mehr machen als woanders, weil hier der Wettbewerb besonders ausgeprägt ist?
Ja, ich denke schon. Berlin ist schnell, dynamisch, jung und der Wettbewerb brutal.

Wie sieht denn die Konkurrenzsituation in Berlin aus?
Wir betreiben unter Kaiser’s circa 150 Märkte, der kleinste misst nur 250 qm, der größte rd. 2.000. Als härtesten Mitbewerber empfinden wir Lidl mit ebenfalls rd. 150 Filialen. In der Stadt gibt es aber auch 200-mal Netto, 150-mal Aldi, 60-mal Netto Stavenhagen, 45-mal Kaufland, 40-mal Norma und 13-mal Real.

Was ist mit Rewe und Edeka?
Ja, die gibt es natürlich. Aber in Berlin sagen viele immer noch ,Ich gehe zu Kaiser’s’ als Synonym für ,Ich gehe einkaufen’. Hier sind wir einfach die Nummer 1. Dafür arbeiten meine Leute und ich seit Jahren Tag und Nacht. Wir haben die Marke Kaiser’s in den vergangenen zwölf Jahren, in denen ich jetzt hier bin, konsequent beackert.

Das scheint sich auszuzahlen, denn von den drei Regionen ist die Berliner die umsatz- und ertragreichste. Meines Wissens entfielen 2013 von den rd. 2,2 Mrd. Euro Umsatz aus dem Supermarkt-Geschäft 900 Mio. Euro auf die Region Berlin.
Sie verstehen sicher, dass ich die Zahl weder bestätigen noch dementieren kann. Nur so viel: Wir waren in den vergangenen Jahren nicht unerfolgreich. Außerdem testen wir viel, deshalb gibt es bei uns Artikel, die es weder beim Wettbewerb noch in unseren Schwesterregionen gibt.