Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel:Flüssigwaschmittel

Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel Flüssigwaschmittel

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Sie lassen sich problemlos dosieren, lösen sich schnell im Waschwasser auf: Flu?ssige Waschmittel werden beim Verbraucher immer beliebter.

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Im mehr als 4 Mrd. Euro starken Markt der Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel stehen Universalwaschmittel für rund 1,1 Mrd. Euro Umsatz. Einen immer größeren Anteil davon erobern sich Flüssigwaschmittel: Der Umsatz im LEH mit Fein-, Woll- und Universalwaschmitteln in flüssiger Form stieg von Mai 2012 bis April 2013 gegenüber Vorjahr um 10,3 Prozent (Quelle: Nielsen). Diese Warenverkaufskunde widmet sich den Inhaltsstoffen, zeigt die Besonderheiten und jüngsten Innovationen.

Die ersten flüssigen Universalwaschmittel kamen 1987 auf den Markt. Heute gehören sie hierzulande zu den am häufigsten verwendeten Produktformen. Inzwischen gibt es viele Spezialisten unter den flüssigen: Color-Varianten, Waschmittel für Woll- und Feinwäsche, für schwarze bzw. weiße Textilien oder auch für Sport- und Funktionswäsche.

Unabhängig von der Konsistenz, enthalten alle Waschmitteltypen als Grundbestandteile Tenside, das sind sogenannte waschaktive Substanzen zur besseren Schmutzentfernung, sowie Enzyme, die ebenfalls der Schmutzentfernung dienen und das Gewebe schonen sollen. Weitere Bestandteile sind daneben Wasserenthärter, Farbübertragungsinhibitoren bzw. optische Aufheller. Den Produkten können zudem Duft- und Farbstoffe beigefügt werden.

Die Inhaltsstoffe im Einzelnen:

Tenside sorgen für die Benetzung des Gewebes mit der Waschlauge, lösen den Schmutz und waschen ihn aus der Faser heraus. Sie sind die größte und wichtigste Gruppe von Wirkstoffen, die in Wasch- und Reinigungsmitteln verwendet werden. Grundsätzlich bestehen sie aus langkettigen Molekülen, deren Enden wasser- oder fettlösliche Eigenschaften haben. Daneben entscheidet die elektrische Aufladung der Moleküle über ihren Einsatz im Waschmittel.

Enzyme nehmen sich der verschiedenen Fleckenarten an. Grundsätzlich zersetzen sie die Auslöser der Flecken in kleine lösliche Teile. Sie wirken schon in sehr geringen Mengen, insbesondere bei niedrigen Temperaturen des Waschwassers. Enzyme, die eiweißhaltige Flecken von Milch- oder Eierspeisen oder auch eingetrocknetes Blut abbauen können, heißen Proteasen. Als Amylasen bezeichnet man Enzyme, die stärkehaltigen Flecken zu Leibe rücken, etwa Rückständen von Pudding oder Soßen.

Wasserenthärter verhindern Kalkablagerungen in der Waschmaschine. Doch Wasserenthärter können noch mehr: Hartes Wasser enthält eine hohe Konzentration von Kalzium- und Magnesiumionen, weiches eine geringere. Grundsätzlich ist die Waschleistung eines Waschmittels in weichem Wasser besser. Der Wasserenthärter bindet die Kalzium- und Magnesiumionen und erhöht damit die Wirksamkeit der waschaktiven Substanzen.

Farbübertragungsinhibitoren sollen verhindern, dass sich die während des Waschvorgangs abgelösten Farbpartikel auf andere Textilien übertragen. Sie kommen vor allem in den Color-Varianten der Flüssigwaschmittel zum Einsatz. In Waschmitteln speziell für schwarze Wäsche ist das Enzym Cellulase deutlich höher dosiert: Es glättet aus dem Gewebe herausstehende Baumwollflusen, die sonst das Gewebe grau erscheinen lassen.

Optische Aufheller in den sogenannten Universal-Varianten wandeln den unsichtbaren ultravioletten Anteil des Lichts in blaues Licht um und lassen die Textilien so weißer erscheinen.

Betrachtet man die Inhaltsstoffe, dann unterscheiden sich Flüssigwaschmittel und solche auf Pulverbasis vor allem in Sachen Bleichmittel: So enthalten pulverförmige Universalwaschmittel Bleichmittel zur Entfernung von bleichbaren Flecken, die von Tee, Kaffee, Rotwein oder Obst verursacht werden. Bleichmittel sind in Flüssigwaschmitteln jedoch chemisch nicht stabil. Für reine Wäsche enthalten die flüssigen Waschmittel daher wesentlich höhere Tensidanteile.

Zu den Vorteilen von Flüssigwaschmitteln zählen die problemlose Dosierung mittels Flaschenkappe oder Dosierhilfe direkt in die Trommel. Außerdem lösen sie sich schneller im Waschwasser auf und können schon ab einer Wassertemperatur von 20 Grad fetthaltige Verschmutzungen entfernen. Der Verbraucher kann sie zudem zur Vorbehandlung von Flecken einsetzen. Außerdem bleiben keine weißen Waschmittelrückstände auf der Kleidung, wie das gelegentlich bei Pulvern passieren kann, wenn Dosierungsvorgaben nicht beachtet wurden.

Dabei punkten beim Verbraucher nicht nur die inneren Werte der Flüssigwaschmittel. Auch Innovationen bei den Darreichungsformen sorgen für weiter steigende Absatzzahlen. Seit etwa anderthalb Jahren sind optisch an kleine Kissen erinnernde Gel-Kapseln auf dem Markt: Die für eine Waschladung dosierte Menge Waschmittel wird in eine Folie aus wasserlöslichem Material eingeschlossen und kommt direkt in die Trommel zur Wäsche. Bei Kontakt mit Wasser löst sich die aus einem speziellen Polymer hergestellte Folie innerhalb einiger Minuten rückstandslos auf und gibt das Waschmittel frei. Inzwischen ist die zweite Generation dieser Produkte auf dem Markt: Die Gel-Kapsel besteht aus zwei Kammern, neben dem Waschmittel ist dort ein kraftvoller Fleckenlöser untergebracht.

Tipps für den Handel: Die Präsentation von Flüssigwaschmitteln sollte idealerweise als sogenannte Kreuzblockplatzierung erfolgen, die die Sortierung nach Angebotsformen (Pulver/flüssig) und nach Marken miteinander kombiniert. In Shopperstudien zeigt sich, dass die Kunden sich nach dem Betreten des Regalganges horizontal orientieren, um das für sie gewünschte Segment (etwa Flüssigwaschmittel) zu finden. Innerhalb dieses Segmentblockes suchen sie ihr gewünschtes Produkt, ihre Marke in vertikaler Richtung. Die Suchzeiten lassen sich also stark reduzieren, wenn die Angebotsformen horizontal angeordnet werden, die verschiedenen Marken vertikal.