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Phosphate haben ab 2017 nichts mehr in den Formeln der Geschirrspülreiniger verloren. Eine Herausforderung für die Branche, wie ein Test zeigt.

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An der Deadline gibt es nichts zu rütteln: Ab Januar 2017 dürfen nach einer Richtlinie EU-weit die an Privatverbraucher verkauften Maschinen-Geschirrspülmittel maximal nur noch 0,3 g Phosphor (der Basisstoff für Phosphate) pro Standardspülgang enthalten. Das ist allerdings eine derart geringe Menge, dass dies einem Verbot gleichkommt, denn „der Einsatz von Phosphat ist dann nicht mehr sinnvoll“, wie es beim IKW heißt, dem Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel.

Derzeit enthalten Spültabs im Schnitt 2,25 g Phosphor, das sind 9 g Phosphat – sie machen damit fast 40 Prozent eines Tabs aus. Phosphate haben fatale Auswirkungen auf unsere Gewässer (mehr dazu im Kasten auf S. 80). In Waschmitteln sind sie schon lange tabu, weswegen ihr Verbrauch (und damit die Gewässerbelastung) schon im Jahr 1993 drastisch gesunken ist. Die immer stärkere Verbreitung von Geschirrspülmaschinen in den Haushalten hierzulande führte seit Jahren aber nun wieder zu einem Anstieg des Verbrauchs. Ihn soll die 2013 von der EU verabschiedete Neuregelung eindämmen. Um eine Hausnummer zu nennen: Laut Nielsen werden in Deutschland im LEH jährlich rund 390 Mio. Euro für Maschinengeschirrspülmittel ausgegeben.

Auf die Hersteller von Geschirrspültabs kam damit eine ziemliche Herausforderung zu. Sie bleibt es bis heute. Denn Phosphate sind wahre Tausendsassa und sorgen zuverlässig für sehr gute Reinigungsergebnisse bei den Geschirrspülmitteln (mehr dazu im Kasten auf S. 80). Und noch 2010 fielen die phosphatfreien Reinigungsmittel für Geschirrspüler bei der Stiftung Warentest durch. Nach einem erneuten Test in diesem Jahr ließ sich in der Mai-Ausgabe 2015 der Projektleiter Konrad Giersdorf allerdings zur Aussage hinreißen: „Unser Testergebnis ist eine kleine Sensation.“ Denn mit den von der Fit GmbH aus Zittau hergestellten „Fit Power Tabs 12“ für den Geschirrspüler gibt es erstmals einen Sieger, der mit einer Formel ohne Phosphate überzeugend reinigt und die Maschine schont. Mit auf dem Siegertreppchen steht Somat Gold von Henkel , das im Test die beste Reinigungsleistung hatte. Da zum Enthärten des Wassers aber Phosphate eingesetzt werden, gab es von der Stiftung Warentest Abzüge bei den Umwelt-Eigenschaften. Beide Produkte erreichten die Gesamtnote 2,2.