Bildquelle: Alexander Münch

Rewe Mannheim-Sandhofen Als Teamplayer im Vorteil

Was macht den Unterschied zwischen Vollsortimenter und Discounter aus? Die Menschen. Davon ist Dunja Storck, Marktmanagerin im neuen Rewe im Lilienthal-Center in Mannheim-Sandhofen, überzeugt.

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Noch nie habe sie eine Eröffnung so ruhig durchgestanden wie diese. Dunja Storck, seit 26 Jahren bei der Rewe, ging Anfang November des vergangenen Jahres mit dem neuen Center im Lilienthal-Center in Mannheim-Sandhofen an den Start. Diese lockere Haltung kann natürlich auf ihre große Erfahrung (zuletzt außerordentlich erfolgreich in Heidelberg) zurückgeführt werden. Aber Routine allein ist es nicht. „Ich habe hier sehr bewährte Mitarbeiter, auf die ich mich hundertprozentig verlassen kann.“

Fakten im fokus
  • Verkaufsfläche: 4.600qm
  • Mitarbeiter: 125 (71 Vollzeit)
  • Artikelzahl: 54.000
  • Kassen: 14 ( 4 Self-Scanning-Kassen)

Überhaupt sind sie es, auf die Dunja Storck setzt. Natürlich ist der Rewe auf neuestem Stand – Ladenbau, Technik, Sortiment. Seien es die von hinten zu beschickenden Kühlschränke für SB-Ware, Heizung und Kühlung über Wärmerückgewinnung oder Self-Scanning-Kassen. Oder sei es das ausgefeilte regionale, aber auch nationale und internationale Sortiment, die Eigenproduktion oder das Nonfood-Angebot.

„Schöne Läden baut (fast) jeder“, sagt Dunja Storck. „Wir müssen die Kunden durch unsere Persönlichkeit überzeugen.“

Schnell gelesen
  • Rewe als Ankermieter ist Anziehungspunkt im neuen Lilienthal-Center in Mannheim- Sandhofen
  • Der Markt ist auf dem technisch neuesten Level
  • Profil im Wettbewerb sucht Marktleiterin Dunja Storck vor allem durch die Mitarbeiter und ausgefeilte Eigenproduktion
  • Die Mitarbeiter genießen einige Freiheiten, werden dafür aber auch intensiv geschult
  • Auf Marken wird nicht verzichtet, das Angebot selbsthergestellter Produkte kontinuierlich ausgebaut

Neues fachmarkt-zentrum
Rewe ist Ankermieter und Anziehungspunkt im neuen Lilienthal-Center in Mannheim-Sandhofen, einer Gegend mit ordentliche Kaufkraft. Größter Wettbewerber: das Marktkauf Scheck-in-Center quasi um die Ecke. In das Lilienthal-Center hat der Investor rund 50 Mio. Euro gesteckt, nachdem Ende Februar 2016 ein Real-Markt an diesem Standort geschlossen wurde. Das Gebäude wurde entkernt, Fassade und Eingangsbereich neu gestaltet, Elektrik, Heizung und Lüftung auf den neuesten Stand gebracht. Das Konzept: Weg vom Riesen-Supermarkt, hin zum Fachmarktzentrum. Zu den Mietern zählen ein Drogeriemarkt, Apotheke, Friseur, Asia- und Feinkostladen, Reinigung, Schuhgeschäft, Modegeschäfte, Blumenladen, Bäckerei und mehr. Das Areal ist (inklusive Parkplatz für 600 Fahrzeuge) 25.000 qm groß. Von den gesamt fast 9.000 qm Verkaufsfläche nimmt der Rewe rund 4.600 qm ein.

125 Mitarbeiter, davon 71 in Vollzeit, beschäftigt das Rewe-Center in Mannheim-Sandhofen aktuell. Auszubildende kommen in diesem Jahr dazu. „Wir sorgen für Beratung in den Abteilungen überall dort, wo es sinnvoll ist“, sagt Storck. Und sie nennt nur drei Bespiele: Sommelier Heiko Stilgenbauer berät in der Wein- und Spirituosenabteilung kompetent in allen Fragen („Das nächste große Ding wird Rum“), Metzger Markus Stephan („mit Mannemer Gosch“) kann Kunden begeistern, Käsefachmann Michael Lekic weiß alles über Brie, Edelschimmel oder Queso Iberico. Schließlich seien es die drei und ihre Kollegen, die die Kunden begeistern sollen. Dafür müssen sie gefördert und gefordert werden. Regelmäßige Fortbildung gehört dazu, Messebesuche, aber „vor allem auch die Freiheit, eigene Ideen umzusetzen“.

Das nötige rüstzeug
Selbstvertrauen, Charakter und Authentizität sind die Eigenschaften, die Dunja Storck an ihren Kollegen in Mannheim schätzt – „Leute, die sich auch was trauen“. Heraus kommen Beratungsqualität, ungewöhnliche Ideen, außergewöhnliche Aktionen und Veranstaltungen. „Standards müssen sein“, sagt Dunja Storck, „aber bei der Profilbildung helfen sie nur wenig“.

Damit das funktioniert, brauchen die Mitarbeiter auch das nötige Rüstzeug. Arbeitsmittel wie Hubwagen oder gute Messer sind genauso wichtig wie Hard- und Software oder intensive Fortbildung. Dazu gehört zudem die Ausstattung der Mitarbeiter in beratungsrelevanten Bereichen (wie Wein oder Bedienung) mit Visitenkarten. „Der Kunde verbindet ein Produkt immer auch mit dem Menschen, der es verkauft“.

Zum Center

Das Lilienthal-Center im Mannheimer Stadtteil Sandhofen (Amselstraße 10) ist ein Wochenendbzw.Fahrstandort. Hier wird gezielt eingekauft. Der Stadtteil selbst liegt im Norden der Stadt und ist eher ländlich geprägt. Die im Einzugsgebiet lebenden Menschen können getrost als gutbürgerlich beschrieben werden. Sie werden von Rewe durch Handzettel angesprochen, wo nicht nur Preisaktionen, sondern auch Service- und Veranstaltungstipps (vor allem auch Verkostungen) angekündigt werden. Dazu gibt es regelmäßige Themenaktionen, wie „Wein zu Weihnachten“ oder „Die Pfalz zu Gast“. Für den Markt soll 2017 intensiv die Werbetrommel geschlagen werden. Unter anderem ist eine Lilienthal-Centerbroschüre geplant. Das Lilienthal-Center ist ein ehemaliger Real-Standort, der Anfang 2016 geschlossen wurde. In rund achtmonatiger Bauzeit entstand das neue Center mit einem umfangreichen Einzelhandelsangebot von der Apotheke bis zur Reinigung.

Viel eigenproduktion
Profil soll auch der hohe Anteil an selbst produzierten Artikeln bilden. Das beginnt bei der heißen Theke im Eingangsbereich und zur Mall, wo nur Produkte aus eigener Herstellung (außer Hähnchen) verkauft werden, und geht über die Bake-off-Station mit großem Sortiment bis zur Wursttheke mit etwa 50 Prozent Anteil selbst gemachter Ware.

Auch wenn man auf starke Marken keineswegs verzichten könne, wird im Rewe Mannheim-Sandhofen der Eigenproduktionsanteil weiter ausgebaut. Wichtig: „Der Kunde muss sehen, wie produziert wird.“