Tarifeinigung Ernährungswirtschaft in Sachsen-Anhalt gleicht Löhne bis 2032 an

2.300 Beschäftigte der Ernährungswirtschaft in Sachsen-Anhalt bekommen mehr Geld. Arbeitgeber und Gewerkschaft einigten sich nach monatelangem Konflikt auf höhere Löhne. Die Lohnlücke zum Westen beträgt derzeit noch 500 bis 1.000 Euro.

Montag, 31. August 2026, 10:03 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
In Sachsen-Anhalt sind einige Lebensmittelhersteller beheimatet, zum Beispiel der Hallenser Süßwarenhersteller Halloren. Bildquelle: Manuel Glasfort

Rund 2.300 Beschäftigte der Ernährungswirtschaft in Sachsen-Anhalt erhalten schrittweise höhere Löhne. Arbeitgeber und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) einigten sich nach einem monatelangen Tarifkonflikt auf einen neuen Tarifvertrag, wie beide Seiten mitteilten. Die Lohnunterschiede zum Westniveau sollen bis 2032 vollständig oder weitgehend abgebaut werden.

Ein spezieller Anpassungsmechanismus soll Lohnunterschiede von 16 bis 35 Prozent beseitigen, teilte die Gewerkschaft mit. Derzeit beträgt die Lohnlücke den Angaben zufolge noch 500 bis 1.000 Euro. Von der Einigung profitieren Beschäftigte zahlreicher bekannter Lebensmittelhersteller wie der Sektkellerei Rotkäppchen in Freyburg, der Brezelbäckerei Ditsch in Oranienbaum-Wörlitz und Freiberger in Osterweddingen.

Der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Ernährungswirtschaft, Vehid Alemic, sprach von einem historischen Ergebnis. „Mit diesem Tarifabschluss ist der Durchbruch gelungen“, sagte Alemic. Für einige Unternehmen bedeute der Tarifabschluss Belastungen in Millionenhöhe, hieß es weiter.

Die Tarifrunde über mehrere Monate war nach Gewerkschaftsangaben von dem stärksten Streikgeschehen in der Branche seit der Wende geprägt. Es kam zu zahlreichen Arbeitsniederlegungen. Bereits im vergangenen Monat hatte es einen ähnlichen Tarifabschluss für die Produktionsbetriebe des Lidl-Kaufland-Konzerns in Sachsen-Anhalt gegeben, wie die Gewerkschaft mitteilte.

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