Außenhandel Weniger Wein importiert, aber zu höheren Preisen

Trotz rückläufiger Mengen steigen die Ausgaben für Weinimporte nach Deutschland deutlich. Im ersten Halbjahr 2025 kletterte der Wert der eingeführten Weine laut dem spanischen Branchenverband OIVE um 85,4 Millionen Euro beziehungsweise  7,1  Prozent auf insgesamt 1,29 Milliarden Euro.

Dienstag, 04. November 2025, 10:14 Uhr
Thomas Klaus
Spanien verliert: Bei den Einfuhrländern für Wein gab es zum Teil deutliche Verschiebungen. Bildquelle: Getty Images

Im ersten Halbjahr hat der deutsche Weinimport zumindest im Wert deutlich angezogen. Im ersten Halbjahr 2025 kletterte der Wert der eingeführten Weine laut dem spanischen Branchenverband OIVE um 85,4 Millionen Euro beziehungsweise  7,1  Prozent auf insgesamt 1,29 Milliarden Euro.

Das Importvolumen sank hingegen leicht um 0,8 Prozent auf 647,2 Millionen Liter. Der Durchschnittspreis pro Liter legte um 7,9 Prozent zu und liegt nun bei 2,00 Euro.

Der Verband OIVE verfügt über eine der weltweit besten Weinmarktbeobachtungsstellen. Seine Angaben macht er auch aufgrund von Auswertungen von Marktdaten von S&P Global und der deutschen Zollbehörden.

Beachtliche Zahlen bei BiB-Weinen

Während die Gesamtmenge der importierten Weine leicht schrumpfte, stieg das Volumen abgefüllter Produkte – darunter Schaumweine, Flaschenweine und Bag-in-Box (BiB) – um 3,5  Prozent. Besonders BiB-Produkte verzeichneten mit einem Plus von 10 Prozent ein kräftiges Wachstum. Die Importe von Schaumwein gingen dagegen um 1,6  Prozent zurück. Fassweine verloren 4,1  Prozent und machen dennoch weiterhin 61,6 Prozent des Gesamtvolumens aus. Beim Umsatz dominieren abgefüllte Weine mit einem Anteil von 63,3 Prozent. In diesem Segment stiegen die Umsätze im Schnitt um 9,23 Prozent, wobei BiB mit 11,46  Prozent das stärkste Wachstum zeigte.

Österreich konnte deutlich zulegen

Bei den Herkunftsländern zeigt sich ein gemischtes Bild. Die USA rutschten mit einem Umsatzrückgang von 29,6  Prozent vom fünften auf den siebten Platz. Italien, Frankreich, Spanien und Österreich bleiben die führenden Exportnationen. Während Spanien sowohl beim Wert (–1,7 Prozent) als auch bei der Menge (–2,8  Prozent) verlor, konnten Italien (+11 Prozent Wert, +2,4  Prozent Menge), Frankreich (+14,2  Prozent Wert, +5,9  Prozent Menge) und Österreich (+19,3  Prozent Wert, +15,5  Prozent Menge) deutlich zulegen.

Fast jede zweite Flasche Schaumwein aus Italien

Besonders dynamisch entwickelte sich der Schaumweinmarkt. Frankreich, Marktführer in dieser Kategorie, steigerte seinen Umsatz um 18,3  Prozent und machte damit die Verluste aus dem Vorjahr nahezu wett. Österreich verdreifachte seine Erlöse nahezu, während Italien nur leicht zulegte (+1,6  Prozent). Spanien hingegen musste einen dramatischen Rückgang von 40,8  Prozent beim Umsatz hinnehmen. Beim Volumen konnte Italien um 12,5 Prozent wachsen, Frankreich um 3,6  Prozent, während Spanien 13,9 Prozent verlor. Österreich legte hier sogar um 24,1  Prozent zu. Fast jede zweite Flasche Schaumwein in Deutschland stammt inzwischen aus Italien, während Frankreich zwei Drittel des Umsatzes generiert.

Gesamttendenz des DWV bestätigt

Die Zahlen des Deutschen Weinbauverbands (DWV) auf Basis von Angaben des Statistischen Bundesamtes bestätigen in ihrer Gesamttendenz die Entwicklung: Von August 2024 bis Juli 2025 wurden 12,719 Millionen Hektoliter Wein im Wert von 2,625 Milliarden Euro importiert. Das entspricht einem Wertzuwachs von 1,2  Prozent bei gleichzeitigem Mengenrückgang von 7,3 Prozent. Der Durchschnittspreis stieg nach Darstellung des DWV auf 2,06  Euro pro Liter, gegenüber 1,89 Euro pro Liter im Vorjahreszeitraum.

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