Gewerkschaft:Warnstreikwelle an Coca-Cola-Standorten

Bildquelle: Coca-Cola

Gewerkschaft Warnstreikwelle an Coca-Cola-Standorten

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ruft in den nächsten beiden Wochen rund 8.000 Beschäftigte an allen 37 Coca-Cola-Standorten in Deutschland zu achtstündigen Warnstreiks auf. Den Auftakt zur „Warnstreikwelle“ machen heute Warnstreiks an den Standorten Memmingen (Bayern) und Ravensburg (Baden-Württemberg).

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Am 25. Januar 2017 hat die Gewerkschaft NGG die Tarifverhandlung bereits in der ersten Runde abgebrochen, da die Arbeitgeberseite ein nicht verhandlungsfähiges „Magerangebot“ (Zitat NGG-Pressemitteilung) von 1,3 Prozent vorgelegt hatte. Die Gewerkschaft fordert in der laufenden Tarifrunde eine Erhöhung aller Entgelte um 160 Euro sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro pro Monat.

„Die Kolleginnen und Kollegen an den Standorten werden mit ihrer Teilnahme an den Warnstreiks ihre Verärgerung über die geringe Wertschätzung ihrer Arbeit deutlich zum Ausdruck bringen“, so Verhandlungsführer Freddy Adjan, Vorsitzender des NGG-Landesbezirks Bayern. Durch die europaweite Umstrukturierung bei Coca-Cola und dem damit verbundenen Arbeitsplatzabbau in Deutschland ist die Arbeitsbelastung für die verbleibenden Beschäftigten laut NGG stark angestiegen, da der Volumenausstoß weiterhin stetig steigt. Sollte nicht in absehbarer Zeit Bewegung in die Verhandlungen kommen und der Arbeitgeber ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, droht NGG mit weiteren "Arbeitskampfmaßnahmen" und unbefristeten Streiks.

Coca-Cola reagierte auf die Drohung mit einer Stellungnahme: "Wir haben ein gutes und faires Angebot unterbreitet und sind jederzeit bereit, das Gespräch mit den Arbeitnehmervertretern wieder aufzunehmen."

Brigitte Faust, Geschäftsführerin und Arbeitsdirektorin der CCEP DE: „Dieses Angebot ist aus unserer Sicht eine klare Basis für Verhandlungen und wir verstehen nicht, warum die Arbeitnehmervertreter den Verhandlungstisch so früh verlassen haben. Um auch zukünftig im hart umkämpften Markt für alkoholfreie Getränke in Deutschland zu bestehen, haben wir nur begrenzten Spielraum für Entgelterhöhungen. Vor diesem Hintergrund ist unser Angebot angemessen und würdigt die Leistungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zudem tragen wir mit der Erhöhung der Altersvorsorge einer wichtigen Forderung der Gewerkschaft Rechnung.“

In der ersten Runde der Tarifverhandlungen Ende Januar wurde seitens Coca-Cola European Partners Deutschland (CCEP DE) eine Entgelterhöhung von durchschnittlich 2,5 Prozent angeboten. Das Angebot setzt sich zusammen aus einer Entgeltsteigerung von 1,3 Prozent, einer Erhöhung des Urlaubsgeldes auf 900 Euro und einer Steigerung des Arbeitnehmerzuschusses zur Altersvorsorge um 200 Euro. Diese weiteren Leistungen entsprechen einer zusätzlichen Erhöhung von im Schnitt 1,2 Prozent.