Insolvenz Fachmarktkette Hammer verschwindet endgültig

Die Fachmarktkette Hammer stellt den Geschäftsbetrieb endgültig ein. Bis Ende Mai schließen die letzten 21 Filialen, wie Insolvenzverwalter Stefan Meyer der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Ein Investor für eine Übernahme und eine Fortführung habe sich nicht gefunden.

Mittwoch, 20. Mai 2026, 11:58 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Nicht mehr zu retten: Bis Ende Mai schließen die letzten 21 Filialen der Fachmarktkette Hammer. Bildquelle: Getty Images

Bis Ende Mai schließen die letzten 21 Filialen der Fachmarktkette Hammer. Im Januar hatte die Firma Hammer Raumstylisten, zu der die auf Raumausstattung und Heimtextilien spezialisierte gleichnamige Kette gehört, einen Insolvenzantrag gestellt. Mangels Perspektive schlossen bereits Ende März 46 Hammer-Filialen, weitere 20 vier Wochen später. Ende April wurde allen rund 1.100 Beschäftigten gekündigt.

Zweite Insolvenz innerhalb kurzer Zeit

Nach Auskunft von Insolvenzverwalter Stefan Meyer gab es zwar mehrere Interessenten, aber unverbindliche Angebote seien  zurückgezogen worden.

Der Insolvenzverwalter bezeichnete die Rahmenbedingungen des Verfahrens als äußerst herausfordernd. Er begründete das unter anderem mit der zweiten Insolvenz innerhalb kurzer Zeit, einem schwierigen Marktumfeld im Einzelhandel sowie dem finanziellen Zustand des Unternehmens. Laut Meyer laufen derzeit noch Gespräche mit Vermietern und branchenfremden Interessenten. Dabei geht es um die Übernahme von Mietflächen an bisherigen Hammer-Standorten. Ob Beschäftigte übernommen werden, ist offen.

Hintermänner von Rethink im Dunkeln

Die Hammer-Fachmärkte waren erst im Herbst von einem Investorenkonsortium namens Rethink übernommen worden. Wer dahintersteht, blieb unklar. Zuvor hatte der ehemalige Mutterkonzern, die Brüder Schlau Gruppe, im Juni 2025 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt und war anschließend abgewickelt worden. Im Zuge dessen wurden bereits zahlreiche Hammer-Filialen geschlossen. Die Großhandelssparte Schlau wurde vollständig aufgegeben. 

Der Einzelhandel steht wegen der schwachen Konsumstimmung und des wachsenden Onlinehandels stark unter Druck. Kürzlich hatten unter anderem der Non-Food-Discounter Mäc Geiz und die Deko-Kette Depot Insolvenzanträge gestellt.

Die Zahl der Pleiten in der Branche befindet sich auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Der Kreditversicherer Allianz Trade verzeichnete im vergangenen Jahr 2.571 Fälle. Branchenexperten erwarten weiter steigende Zahlen.

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