Handelsstreit eskaliert China prüft Subventionen auf EU-Milchprodukte

China hat eine Anti-Subventionsuntersuchung im Zusammenhang mit Milchprodukten aus der EU angekündigt. Die Maßnahme gilt als Reaktion auf geplante EU-Strafzölle für chinesische E-Autos. EU-Milchexporte nach China erreichten 2023 einen Wert von 1,7 Milliarden Euro.

Mittwoch, 21. August 2024, 11:24 Uhr
Tobias Dünnebacke (mit dpa)

China hat eine Anti-Subventionsuntersuchung gegen importierte Milchprodukte aus der Europäischen Union angekündigt. Das Handelsministerium in Peking teilte mit, dass bestimmte Waren wie frischer oder weiterverarbeiteter Käse betroffen seien. Den vorläufigen Untersuchungszeitraum legte die Behörde auf ein Jahr bis zum 21. August 2025 fest.

Die Ermittlung gilt als wahrscheinliche Gegenreaktion Pekings auf die von der EU erhobenen Strafzölle gegen chinesische E-Autos. Am Dienstag hatte Brüssel weitere Angaben zu den geplanten Zusatzzöllen gemacht, was in China auf Kritik stieß. Die EU-Kommission hatte zuvor im Hinblick auf unfaire Subventionen für E-Autos aus China ermittelt, die nach Ansicht der EU-Behörden den Markt in Europa verzerrten.

Nach offiziellen Daten Brüssels exportierte die EU im vergangenen Jahr Milchprodukte im Wert von 1,7 Milliarden Euro nach China. 2022 erreichten die Ausfuhren in dieser Kategorie noch einen Wert von etwas weniger als 2,1 Milliarden Euro. In chinesischen Supermärkten ist importierte Milch aus Deutschland oft zu finden, die in Fernost einen guten Ruf genießt.

China prüft weitere EU-Produkte

Es ist nicht die erste Untersuchung Chinas gegen europäische Produkte. Im Januar kündigte das Handelsministerium eine Ermittlung gegen Branntwein aus der EU an, von der hauptsächlich Hersteller aus Frankreich betroffen waren. Im Juli gab die Behörde bekannt, gegen aus der EU importiertes Schweinefleisch und Nebenprodukte davon zu ermitteln.

Peking bezeichnet die EU-Zusatzzölle gegen chinesische E-Autos als Protektionismus. „Brüssel ignoriert Fakten, missachtet Regeln der Welthandelsorganisation und wird nur sich und anderen schaden“, sagte Außenamtssprecherin Mao Ning laut der Mitteilung in Peking. Sie forderte die EU auf, ihre „falschen Praktiken zu korrigieren und aufzuhören, Handels- und Wirtschaftsfragen zu politisieren“.

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