Zahlen im Handel Karten weiter auf Vormarsch

Auf rund 26 Mio. Euro beziffert das EHI in einer Studie die Einsparungen für den Handel durch die individuellen Verhandlungen über die Autorisierungsgebühren für das Electronic-Cash-/Girocard-System mit den Banken. Im vergangenen Jahr zahlten immer mehr Kunden per Karte: Der Umsatz stieg um 7 Mrd. Euro 166 Mrd. Euro.

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Nach einer Entscheidung des Bundeskartellamts ist die deutsche Kreditwirtschaft verpflichtet, mit dem Handel individuelle Verhandlungen über die Autorisierungsgebühren für das electronic cash-/girocard-System  zu führen. Die Neuregelung gilt zwar erst ab November 2014, hat aber laut EHI schon im Vorfeld zu deutlichen Gebührensenkungen bei großen Handelsunternehmen geführt. Die EU-Kommission fordert darüber hinaus nun auf europäischer Ebene eine Deckelung der Interchange-Gebühren.

Laut der aktuellen EHI-Studie „Kartengestützte Zahlungssysteme im Einzelhandel 2014“ sank 2013 der Bargeldanteil im deutschen Einzelhandel um 1,2 Prozent auf 54,4 Prozent. Der Umsatz mit Zahlungskarten stieg um 7 Mrd. Euro auf 166 Mrd. Euro. Das waren – gemessen am Einzelhandelsumsatz im engeren Sinne (exkl. Kfz, Mineralöl, Apotheken, Versandhandel, aber inkl. Umsätze von Tankstellenshops) – 42,6 Prozent von 390 Mrd. Euro. Dabei hatte die EC-/Debit-Karte die Nase vorn: 23,1 Prozent (90 Mrd. Euro) des gesamten Umsatzes im Einzelhandel tätigten die Kunden mit ihrer EC-Karte plus Geheimnummer und weitere 12,9 Prozent (50 Mrd. Euro) mit EC-Karte plus Unterschrift. Kreditkarten wurden nur zu einem Anteil von 5,4 Prozent eingesetzt.

Nearfield Communication (NFC) wird von 82 Prozent der Händler als technischer Standard für mobiles oder kontaktloses Bezahlen favorisiert. Es rangiert damit deutlich vor QR-Code basierten Lösungen oder dem neuen Übertragungsstandard Bluetooth Low Energy (BLE). Dabei bevorzugen sechs von zehn Händlern Mobile Wallets gegenüber mobilen Einzellösungen. Auch weil bei den meisten Unternehmen die Investitionen in kontaktloses Bezahlen größtenteils abgeschlossen sind, ist der EHI-Investitionsklimaindex aktuell um 10 Prozentpunkte zurückgegangen.

Gutscheinkarten (gift cards) erfreuen sich großer Beliebtheit und werden von 93 Prozent der großen Unternehmen eingesetzt.

Setzt sich die Entwicklung der Zahlungsanteile tendenziell fort, wird in drei bis vier Jahren der Bargeldanteil unter die 50-Prozentmarke rutschen, so die Prognose des EHI. 56 Prozent der Händler halten in Anbetracht der Gebührenneuregelung einen deutlich höheren Kreditkartenanteil als die bisherigen 5,4 Prozent für möglich. Das EHI hält eine 50prozentige Steigerung des bisherigen Kreditkartenvolumens im deutschen Einzelhandel für realistisch.