Fleisch-Star Talent 2017 Azubis proben den großen Auftritt

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Sie sind selten und begehrt: Azubis aus dem Fleischbereich, die ihren Beruf mit Leidenschaft erfüllen. Wir haben 20 junge Menschen gecastet, die sich im Februar beim Fleisch-Kongress auf der ganz großen Bühne präsentieren werden.

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Wow, welche Ehre! Djamila-Chalott Trahms, angehende Fleischerin aus dem Real-Markt in Flensburg, ist für drei Tage freigestellt. Ihr Chef hat sie für ein Casting vorgeschlagen, bei dem die besten Nachwuchskräfte aus dem Fleischbereich ihr Können unter Beweis stellen. Sie gehört zu bundesweit 20 Kandidaten. Also, auf nach Neuwied, zum Azubi-Tag der Lebensmittel Praxis.

Hilfe, welcher Stress! Schon auf der ersten Etappe bleibt der Zug mitten auf der Strecke stehen – und dabei hat Djamila noch einige hundert Kilometer Strecke vor sich! Gut, dass sie früh genug gestartet ist.

Drei Tipps zur Beratung beim Thema Allergene
  1. Nutzen Sie die notwendigen Unterlagen – an jeder Theke sollte ein Ordner mit den Angaben über die Inhaltsstoffe stehen!
  2. Der einfachste Weg: Die Angaben sind in modernen Waagen abrufbar.
  3. Und wenn Sie die Antwort nicht wissen? Geben Sie das offen zu und informieren Sie sich, z. B. bei Kollegen. Antworten Sie niemals auf gut Glück – damit können Sie Ihrem Kunden erheblich schaden!

Verena Veith, Thekentrainerin

Oops, welche Aufregung! Endlich in Neuwied angekommen, sind die meisten der 20 Teilnehmer schon da. Die Frauen sind eindeutig in der Überzahl: Nur fünf junge Männer haben es in die Auswahlrunde geschafft. Zehn Kandidaten arbeiten an der Fleisch-Bedienungstheke, zehn in der Produktion.

Nach dem Mittagessen erfährt Djamila, welche Aufgaben sie in den nächsten beiden Tagen erfüllen soll. Teilstücke benennen, einen Praktikanten einweisen, eine Aktion planen – das dürfte kein Problem werden, die Aufgaben hat sie alle schon zigmal in der Praxis gemeistert. Wenn da nur die Juroren nicht wären, die einen unablässig beobachten... Und die übrigen Teilnehmer aus der Spielgruppe, die die Gruppenaufgabe ganz anders lösen wollen als man selbst.

Beim Bogenschießen ist es ganz schön kalt, schließlich ist der Dachboden der Bundesfachschule nicht beheizt. Doch das stand ja schon in de Einladung, fast alle Kandidaten haben einen warmen Pullover mitgebracht. Dumm nur, dass der blöde Pfeil nicht dahin fliegt, wo man doch hingezielt hat! Die Juroren Jürgen Sieler und Jörg Wagner haben immer die richtigen Fragen parat: Welches Teilstück eignet sich für welche Verwendung? Bei dieser Challenge gelingt es den meisten Teilnehmern, ihr Punktekonto gut zu füllen.

Bei der zweiten Station erwarten Kristine Baumgart und Heidrun Mittler, dass die Azubis einen Praktikanten an seinem ersten Arbeitstag einweisen. Dazu haben sie sich fachlich von Fleischermeisterin Anna Degen Unterstützung geholt. Mit von der Partie ist Andreas Fischer, der heute den Praktikanten spielt. Schnell lernen die Kandidaten: Es ist nicht einfach, einem Ungeübten zu erklären, wie er das Messer halten soll! Und dazu noch den richtigen Umgangston zu treffen, auch wenn der Praktikant sich – pardon! – ungeschickt anstellt. Die ersten Kandidaten lassen Punkte liegen.

Beim Herkunfts-Tasting können sie vieles wieder wettmachen. Hans-Joachim Wermter und Manfred Müller wollen lediglich wissen, welche Schinken vor ihnen liegen. Woher sie kommen, was das Besondere ist, wie sie schmecken... Alles spanischer Serrano oder was? – nicht alle Teilnehmer sind im richtigen Herkunftsland unterwegs.

„Der Star bin ich“: Das hört sich nach Schönheitswettbewerb an, aber bei dieser Aufgabe kann sich niemand hinter schöner Maskerade verstecken. Es geht darum, allein auf einer Bühne zu stehen und eine Fachfrage überzeugend zu beantworten. Kornelia Hoffmann und Aristides Selalmazidis sind aufmerksame Zuhörer und bewerten natürlich auch das Auftreten der Kandidaten.

Nach einem Abendessen im netten Rahmen geht es am nächsten Morgen früh weiter. Beim Einzelgespräch mit Carina Kunz und Jürgen Panke ist wieder jeder auf sich allein gestellt. Die beiden wollen genau wissen, wie sich der Kandidat seine Zukunft vorstellt. Ihr Fazit: Die meisten haben eine klare Vorstellung, welchen Weg sie einschlagen wollen. Und, erfreulich für die Arbeitgeber: Fast alle legen ihren Fokus auf den Handel.