Bildquelle: Carsten Hoppen

Karriere Die fantastischen Vier

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Wie gelingt es jungen Frauen, Karriere im Handel zu machen? Auf jeden Fall nicht ohne Männer. Welche Voraussetzungen nötig sind, zeigt das Beispiel Real.

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Wer kennt es nicht, das Mantra der Personalentwickler? „Nur wer heute die Führungskräfte von Morgen ausbildet, hat in Zukunft Erfolg.“ Fragt sich nur, wie man dieses Ziel in der Praxis umsetzen kann. Dabei gibt es naturgemäß zwei Blickwinkel: Einmal die des Mitarbeiters, der selbst Karriere machen möchte, und zum zweiten die der Führungskraft, die junge Nachwuchskräfte in die richtige Spur bringt. Hannelie Bohnes, Hauptabteilungsleiterin Personalentwicklung bei der Real SB-Warenhaus GmbH mit Sitz in Mönchengladbach, weiß: „Nur, wenn sich eine bestimmte Person gezielt und nachhaltig um eine Nachwuchskraft kümmert, klappt auch wirklich der Schritt nach vorn.“ Dabei kann die Abteilung Personalentwicklung im Unternehmen nur die Instrumente zur Karriereförderung liefern. Im Gegenzug muss jede Führungskraft ihr „eigener Personalentwickler“ sein, sich also selbst um die Führungskräfte in spe kümmern. Übrigens: Das gilt für einen kleinen Supermarkt genauso wie fü r die Großfläche.

Katy Koch

25, Handelsassistentin, arbeitet im Real SB-Warenhaus Wiesbaden Äppelallee als Teamleiterin Getränke. In dem mehr als 12.000 qm großen Haus warten täglich neue Herausforderungen auf die Nachwuchskräfte, deshalb möchte sie nachdem Abschluss des Programms zur stellvertretenden Geschäftsleiterin gern erst einmal dort bleiben. Privat ist sie ein ANPACKEN UND EIN GUTES BEISPIEL GEBEN - DANN ZIEHEN AUCHDIE MÄNNER MIT. Katy Koch Familienmensch, sie geht gern mit ihrer 85-jährigen Großmutter einkaufen, „mit Oma shoppen ist immer ein Abenteuer“.

Wie Personalentwicklung in der Praxis gut funktionieren kann, zeigt das Beispiel von Thorsten Beineke. Als Regionalleiter Süd ist er Tag für Tag in 14 Real-Märkten mit 1.500 Mitarbeitern unterwegs, sein Gebiet reicht von Saarlouis im Saarland bis nach Groß-Gerau im Frankfurter Raum. Er selbst beschreibt seine Arbeit als spannend und vielseitig, denn jede seiner betreuten Filialen sei anders.

Nach dem Studium der internationalen Wirtschaftslehre ist Beineke bei Aldi Süd in den Handel eingestiegen, dann wechselte er zur Real SB-Warenhaus GmbH. Mit 25 Jahren wurde er dort Geschäftsleiter, mit 32 folgte bereits die Position Regionalleiter. Beineke ist also ein „ganz Schneller“ was die eigene Laufbahn angeht. Nachvollziehbar, dass er heute als eine seiner obersten Prioritäten angibt, die Karriere aussichtsreicher Mitarbeiter zu fördern. Er ist stolz darauf, dass aktuell vier junge Frauen aus seinem Einzugsgebiet die entsprechenden Real-Förderprogramme absolvieren: Zwei sind auf dem Weg zur stellvertretenden Geschäftsleiterin, eine beginnt die Teamleiter-Laufbahn, die Vierte könnte schon in einem Jahr stellvertretende Geschäftsleiterin sein. Dass es gerade vier Frauen sind, die Karriere machen, findet der Regionalleiter „besonders schön“, schließlich sei es ja erklärtes Ziel, mehr Frauen in Führungspositionen einzusetzen.

Yasmin Mas-Distler

35, arbeitet „mit Leidenschaft“ als Teamleiterin Nonfood im Real SB-Warenhaus Ingelheim. Sie absolviert gerade das Förderprogramm zum dem Abschluss des Programms zur stellvertretenden Geschäftsleiterin gern erst einmal dort bleiben. Privat ist sie ein ANPACKEN UND EIN GUTES BEISPIEL GEBEN - DANN ZIEHEN AUCH DIE MÄNNER MIT. Katy Koch Familienmensch, sie geht gern mit ihrer 85-jährigen Großmutter einkaufen, „mit Oma shoppen ist immer ein Abenteuer“. stellvertretenden Geschäftsleiter und hat das Ziel Geschäftsleiterin fest im Blick. Ihre Freizeit verbringt sie „am liebsten mit ihrer Familie“.

Recruiting beginnt vor Ort
Was macht er denn konkret anders als viele andere Führungskräfte? Der 35-Jährige schmunzelt und schickt voraus, dass Recruiting von Führungskräften in den Märkten beginnt, die Geschäftsleiter vor Ort sind immer die ersten Ansprechpartner auf dem Weg nach oben. Außerdem dürfe man auch die Trainer nicht vergessen, die großen Einfluss aufs Weiterkommen haben. Doch dann wird er konkret und lässt seiner Leidenschaft für Fußball freien Lauf: „Bei mir darf auch ein 19-Jähriger in der Nationalelf spielen.“ Nicht das Alter, sondern die Leistung entscheide über das Fortkommen. Zudem pflegt er eine Kultur, in der Mitarbeiter auch Fehler machen dürfen – gerade, wenn sie jung sind, denn nur so entstehe auch der Lernprozess. Zu einem Teil führt er seine erfolgreiche Nachwuchsförderung auch auf sein „Dasein als Coach“ zurück. Er investiert viel Zeit ins Fördern, ebenso wie die Geschäftsleiter vor Ort. Gemeinsam versuchen sie unter anderem, die Chefs von Morgen für unbekannte und unbequeme Situationen zu wappnen. „Bei uns gibt es jeden Tag Premieren“, sagt Beineke, die Kunden kommen teilweise mit sehr ungewöhnlichen Anliegen in die Märkte. „Da nutzt nur: Tief durchatmen und ruhig nach einer Lösung suchen“, weiß der Regionalleiter.