Warenverkaufskunde Einmachen

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Wenn der Sommer vor der Tür steht, ist es Zeit für einen Aufbau rund um das Thema Einmachen und Einkochen. Ein Überblick, wie diese Art der Haltbarmachung funktioniert und welche Produkte man für welchen Zweck einsetzt.

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Einmachen kommt nie aus der Mode. Diese Art, Früchte haltbar zu machen, hat schon viele Moden kommen und gehen sehen – das Verfahren passt sich den Trends einfach an.

Unseren Großmüttern ging es in erster Linie noch darum, heimische Sommerfrüchte gut „über den Winter zu bringen“ und so die Ernte möglichst komplett zu verarbeiten. Seit der Großteil der Haushalte über Tiefkühlmöglichkeiten verfügt, hat dieser Aspekt an Bedeutung eingebüßt. Außerdem sind die Früchte heute meistens das ganze Jahr über verfügbar: Die Industrie bietet zudem ein breites Sortiment an Brotaufstrichen (Marmeladen, Konfitüren und Co.) sowie Früchten (Kirschen, Pfirsiche, Mandarinen und Ananas usw.) in guter Qualität in Glas oder Dose sowie als TK-Ware an.

Warum machen sich Verbraucher denn überhaupt die Mühe, Früchte zu verarbeiten? Heute zielen viele Konsumenten darauf ab, sich etwas ganz Individuelles zu produzieren: nach dem eigenen Geschmack und den eigenen Wünschen. Davon profitieren viele Zielgruppen, beispielsweise Diabetiker. Sie können sich Brotaufstriche mit wenig Zucker und alternativen Süßungsmitteln nach Wunsch zusammenstellen. Darüber hinaus sind selbst gerührte Fruchtaufstriche – abgefüllt in schöne Gläser und hübsch beschriftet – beliebt als persönliche Geschenke oder kleine Aufmerksamkeit.

Nicht vergessen sollte man außerdem die Hausfrauen und -männer, die auch heute noch Einmachen und Einkochen, um Saisonfrüchte sinnvoll haltbar zu machen und einen Vorrat für die übrige Zeit des Jahres anzulegen. Allerdings betrifft das in erster Linie diejenigen Konsumenten, die Obst im eigenen Garten haben und nur in zweiter Linie solche, die Früchte wie Erdbeeren zum Höhepunkt der Saison im Handel einkaufen.

Im Sommer, wenn Früchte aus heimischem Anbau Saison haben, ist nach wie vor die Hoch-Zeit des Einmachens und Einkochens. Allerdings hat sich die Saison auf das ganze Jahr ausgedehnt. Das hängt damit zusammen, dass viele Verbraucher die Ware (bzw. den Saft) im Juli und August erst einmal einfrieren und zur Verarbeitung später im Jahr auftauen. Ursache für die Ausweitung der Saison sind ferner „ moderne Varianten“ wie süß-saure Chutneys oder Gemüse als Antipasti

Hinzu kommen kaltgerührte Fruchtaufstriche („ohne Kochen“), für die man heimische oder tropische Früchte (frisch oder tiefgekühlt) verwendet. Daher empfiehlt es sich, im Handel ganzjährig die wichtigsten Zutaten in kleiner Menge zu präsentieren. Von Juni bis Ende September lohnt es sich dann, die Präsentation auszuweiten, beispielsweise in Form von Zweitplatzierungen.

Ein ganz wichtiges Thema sind Rezepte: Manche Hausfrauen und -männer arbeiten noch nach Rezepten, die schon unsere Ur-Großmütter kannten. Moderne Rezeptideen werden von Publikumszeitschriften oder durch Kochsendungen im Fernsehen bekannt gemacht und entwickeln sich zu Trendsettern. Dann heißt es im Handel, die Nase vorne zu haben – und zum Beispiel genau das benötigte Gewürz bereitzuhalten.

Sirupzucker

Neu am Markt ist ein spezieller Zucker, mit dem man aus Früchten, Blüten und Kräutern Sirup kochen kann.

Sirupe liegen im Trend, wie zum Beispiel solche mit Holunderblüten, Minze, Himbeeren, aber auch ausgefallenere Mischungen aus Kirschen und Chili, Ingwer, Cranberry oder Lavendel. Sie sind gut in der kalten und warmen Küche einsetzbar, etwa bei der Zubereitung von Cocktails . Zudem geben sie Salatsaucen ein interessantes Aroma oder Desserts wie Eis eine besondere Note.

Wer Sirup mit herkömmlichem Zucker kocht, läuft Gefahr, dass das fruchteigene Pektin anfängt zu wirken, das macht aus der Masse ein Gelee. Um diesen Vorgang zu verhindern, enthält Sirupzucker ein spezielles Enzym. Es heißt Pektinase und spaltet das Pektin auf. Es verhindert also das Gelieren beim Kochvorgang und sorgt dafür, dass der Sirup eine sämige Konsistenz behält. Zusätzlich ist Zitronensäure enthalten, was den Geschmack der Früchte abrundet.