ISM:Sweet Dating in Köln

Bildquelle: Koelnmesse

ISM Sweet Dating in Köln

Das Neue steckt meistens im Detail. Und sorgt für große Konzeptvielfalt bei den Innovationen der ISM. Vegan ist nur ein Aspekt von vielen, der mit dem häufig benutzten Begriff des bewussten Genießens zusammengebracht wird.

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Ein übergreifender Trend offenbarte sich bei der 47. Süßwarenmesse in Köln nicht. Dafür waren bei den Produktneuheiten und Vermarktungsansätzen vielfältige Tendenzen zu erkennen. Die überschwappende Vegan- und Veggie-Welle auf süßer Ebene, vergleichbar dem „Bio-Hype“ vor sechs, sieben Jahren, blieb aus.

Ebenso vielfältig waren die Gesprächsthemen mit den nationalen und internationalen Handelspartnern. Volatile Rohwarenpreise sind für die Süßwarenhersteller nichts Neues. Mögliche Exportbeschränkungen in den USA, einem der größten Süßwarenmärkte, schon. Nachhaltigkeit ist auf dem Weg zum Standard und wird heute vom Handel, insbesondere bei den Eigenmarken, oftmals vorausgesetzt. Jetzt werden in diesem Sektor, stark getrieben von den führenden Discountern, mit den Forderungen frei von Mineralölrückständen, Palmöl und Gentechnik neue Akzente gesetzt, die sicher manchem Herstellern Stirnrunzeln verursachen.

Der Begriff des „bewussten Genießens“ machte die Runde in den Messehallen, natürlich in unterschiedlichen Interpretationen: Zuckerreduktion bzw. -ersatz, Protein und Superfood, Coenzyme, frei von Transfettsäuren etc. Das spiegelte sich in der Vielfalt innerhalb der Newcomer-Area wider, eine für Start-ups und Messeneulinge ausgewiesene Zone (siehe Text rechts oben).

Einen gelungenen Neueinstieg verbucht gleichfalls ein „Alter“. Seeberger startete vor gut einem Jahr mit der Range Müsliglück und liegt heute nach eigenen Angaben, was die Verkaufszahlen angeht, bereits in Reichweite der Topseller. Die expansive Marke wurde zum Jahresende 2016 um eine Linie mit Müsliriegel erweitert. Ab März wird das müslinahe Segment Porridge gestartet.

Manner widmet sich über das neue Segment Knuspermüsli ebenfalls dem nahrhaften Start in den Tag. Hoher Ballaststoffanteil sowie 30 Prozent weniger Zucker im Vergleich zu herkömmlichen Produkten, werden hervorgehoben.

Das Segment Popcorn rückt aus dem Dunstkreis der Kinokasse, Ihm wird im Handel deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Das kommt vergleichsweise kleinen Anbietern wie etwa der Ende 2015 gegründeten G-Corn Produktions- und Vertriebs GmbH in Taucha zugute (Marke: Corn Chico). Nach Listungen bei nörd- sowie östlichen Rewe- und Edeka- Großhandlungen wird mit einigen Tests in westlichen Regionen (Ruhrgebiet) die Präsenz im Handel ausgebaut. Die Manufaktur mit der neuen, IFS-zertifizierten Produktionsstätte will über Popcorn mehr als nur die Geschmackseindrücke salzig und süß transportieren und den Snack lifestyliger machen. Das Sortiment ist gentechnikfrei gelabelt.

Aktivitäten mit Popcorn zeigt auch Xox unter der neuen Lizenzmarke Käfer (Sorte Karamell mit Meersalz) oder unter Xox mit Party-Popcorn Cola. Den Trend zum bewussten Snacken bedient das Unternehmen mit dem Quinoa-Chia-Snack. Im „bewussten Fahrwasser“ bewegt sich das Unternehmen My-Chips-Box aus München. Die „Bio Veggie-Box“ enthält eine Kombination aus drei knusprigen, luftgetrockneten Gemüsechips – verpackt in einer hochwertigen, handlichen Box. Die Produkte sind bio, vegan, glutenfrei und darüber hinaus nicht frittiert. Das Produkt landete im Ranking der im New-Product-Showcase ausgestellten Innovationen auf dem 2. Platz, nur geschlagen vom schwarzen Pechkeks aus Hamburg.

Vegan ist, so der Eindruck, eher ein Mehrwert-Aspekt, der die Entwicklung neuer Produkte begleitet. Ein Beispiel liefert Pulmoll mit den Duo-Gummipastillen. Das Konzept zur Verjüngung der Zielgruppe bezieht auch eine vegane Sorte ein. Das hervorstechende Kennzeichen der Duos ist aber die Geschmackskombination von Frucht mit Menthol, Minze oder Melisse.

Start-ups sind immer interessant für den Handel

Einer, der uns in der Newcomer- Zone auffiel, war Frédéric Letellier mit bio-veganen Müslis, Riegelnund Crunchies unter der Marke Wow!bab. Die Produkte basieren auf vorgekeimten Saaten und der afrikanischen Superfrucht Baobab (Affenbrotbaum). Bei der Hamburger Drogeriemarktkette Budnikowski gibt es die Produkte des neuen Anbieters (Frutella & Letellier aus München) bereits in den Regalen. So weit ist Nadja Schoser von Pa-Picante noch nicht. Ihre Neugründung war am zweiten Messetag gerade zwei Tage alt. Sie bringt Snackriegel auf Basis von Erbsenprotein in den Markt. Zusammen mit Quinoa, getrocknetenGemüsen, Kräutern und exotischen Gewürzen will sie mit den „Lifestyle“- Riegeln „Mobile- und Quality-Eater“ ansprechen. Die Neueinsteigerin verspricht mit den Varianten American, Asia und Mediterranean Style „innovative Länderküche im Hosentaschenformat“.