Fleisch, Wurst, Geflüge Burger-Begehren

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Hackfleisch-Scheiben boomen. Der Trend aus der Gastronomie ist im LEH angekommen. Der einstige TK-Artikel legt tiefgefroren, an der Bedientheke, in SB, als Menü und in Gastro-Konzepten kräftig zu.

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Gefroren geht immer noch am besten, aber auch warm und verzehrfertig oder kühl aus dem SB-Regal sind Burger im LEH eine runde Sache. Kaum ein anderes Fleischwaren-Produkt erlebt seit Jahren eine derart anhaltende und stetig steigende Nachfrage. Trendprodukt, Anreiz-Artikel für junge Käufer, simpel im Handling und schlicht Kult. Wenn Essen etwas mit der Lebenseinstellung zu tun hat, dann sind Burger etwas für Leute, die gerne alles in der eigenen Hand haben: einfach, unkonventionell, individuell belegbar, am besten an der frischen Luft zu genießen, mit Freunden im Garten, to go oder vom Food-Truck.

2015, so ermittelte es die Agentur The Food Professionals, waren Burger die am meisten angebotene Speise in Food-Trucks in Deutschland. Gefragt sind vor allem handgemachte, hochwertige Burger. Als erste haben das spezialisierte Ketten wie Hans im Glück (ca. 40 Standorte in Deutschland, Durchschnittsbon rd. 12 Euro, bei 400 bis 600 Tagesgästen pro Filiale), die Cowboys Burger Saloons oder Burgerlich (von Sven Freystatzky und Grogor Gerlach) gemerkt, dann die Food-Truck- und Streetfood-Szene, jetzt gute Fleischereien wie „Der Ludwig“, der eigens eine Burger-Offensive gestartet hat, und der LEH. Noch trauen sich nur wenige mit Verve an die Fleisch-Scheiben, wie Edeka Hieber oder Rewe-Kaufmann Roman Knichel, der alle zwei Wochen selbst gemachte Burger als Mittagsmenü anbietet. 100 sind dann selbst im tiefsten Hunsrück mittags schnell verkauft.

Spannen, die Freude machen
Dabei lässt sich mit Burgern gutes Geld verdienen. Beim typischen TK-Artikel hat der Händler eine Spanne zwischen 20 und 35 Prozent, beim frischen SB-Artikel liegt sie ähnlich, zumeist minimal höher. Im Bistro-Bereich (frisch und verzehrfertig zubereitet) klettert sie bei Edeka Hieber schon mal auf 60 Prozent, berichtet der Bereichsleiter Frische/Theken, Martin Weisslämle. Im Umsatz legten Burger bei Hiebers im Vergleich zum Vorjahr um satte 40 Prozent zu. Das sei der höheren Nachfrage, aber auch der großen Sortimentsausweitung geschuldet. Stolz listet Weisslämle das Burger-Angebot von Hieber auf: 17 Sorten frische Patties bei SB-Fleisch, 8 im Bedienungsbereich, 15 bei Convenience (davon 3 ready to heat, 5 Varianten an vorgegarten Fleischscheiben sowie 7 vegetarische bzw. vegane Varianten), außerdem 18 Sorten bei TK sowie 5 verzehrfertige, frisch zubereitete Sorten im Bistro.

Edel und Gut soll es sein
Das macht deutlich: Die reine TK-Rindfleisch-Scheibe war gestern. Heute sind Chicken-Burger, vegetarische Varianten, Bio-Angebote, aber vor allem Edel-Burger mit besonderem Fleisch gefragt. Und ganz wichtig: Die angebotenen Brötchen und Saucen bzw. Belegungsvarianten müssen mit dem hochwertigen Fleisch-Angebot mithalten können, so Edeka-Nord-Fleischwerk-Chef Stephan Weber. Sonst ist der Artikel, egal in welchem Aggregatzustand oder für welchen Preis, zum Scheitern verurteilt. Nur Burger, die schmecken und nach etwas aussehen, werden wiedergekauft. Produkt- und Verpackungsdesigner für Burger sind derzeit begehrt. Design Cueni aus der Schweiz hat eine transparente Doppelkammer-Verpackung für küchenfertige Patties entwickelt. Während Cueni auf Transparenz setzt, unterstreicht die niederländische Zandbergen World’s Finest Meat, dass das Rindfleisch für ihre gefrosteten Rindfleisch-Burger von Rainforst-Alliance-zertifizierten Farmen in Brasilien stammt.