Delivery Hero hat seine Jahresprognose für 2026 angehoben. Das Unternehmen begründet den Schritt mit dem beschleunigten Wachstum im zweiten Quartal. Gleichzeitig läuft das freiwillige Übernahmeangebot von Uber zu einem Preis von 41,50 Euro je Aktie, wie der Berliner Lieferdienst mitteilte.
Der Bruttowarenwert (Gross Merchandise Value, GMV) stieg im zweiten Quartal auf vergleichbarer Basis um 11,3 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro – nach einem Wachstum von 8,8 Prozent im ersten Quartal. Der Umsatz legte um 17,7 Prozent auf 4,0 Milliarden Euro zu. Im ersten Halbjahr erreichte das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) 427 Millionen Euro, ein Plus von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders deutlich verbesserte sich der freie Cashflow: Er stieg von minus 8 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025 auf 348 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr 2026 erhöhte Delivery Hero die Prognose für alle vier Kennzahlen. Das Unternehmen erwartet nun ein GMV-Wachstum von 9 bis 11 Prozent (zuvor 8 bis 10 Prozent), ein Umsatzwachstum von 17 bis 19 Prozent (zuvor 14 bis 16 Prozent), ein bereinigtes EBITDA von 960 bis 1.000 Millionen Euro (zuvor 910 bis 960 Millionen Euro) sowie einen freien Cashflow von mehr als 250 Millionen Euro (zuvor mehr als 200 Millionen Euro).
Delivery Hero setzt auf Quick Commerce als Wachstumstreiber
Als wesentlichen Wachstumstreiber nennt das Unternehmen sein Quick-Commerce-Geschäft, das im zweiten Quartal auf vergleichbarer Basis um 32 Prozent zulegte. Die sogenannten Dmarts – kleine Lagerhäuser, von denen aus Bestellungen innerhalb weniger Minuten ausgeliefert werden – verzeichneten ein Bestellwachstum von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut Delivery Hero war dies die höchste Wachstumsrate seit mehr als drei Jahren.
Die Zahl der Dmarts stieg um 8 Prozent, während die Zahl der Bestellungen je Standort um 28 Prozent zunahm. Finanzchefin Marie-Anne Popp erklärte: „Diese Entwicklung gibt uns die Zuversicht, unsere Prognose für das Gesamtjahr bei allen wichtigen Kennzahlen anzuheben. Wir freuen uns darauf, die Profitabilität weiter zu verbessern und ein weiteres Jahr mit positivem freien Cashflow zu erreichen.“
Am 16. Juli 2026 hatte Uber angekündigt, ein Übernahmeangebot für Delivery Hero zu einem Preis von 41,50 Euro je Aktie abzugeben. Beide Unternehmen arbeiten nach eigenen Angaben bis zum Abschluss der Transaktion weiterhin unabhängig voneinander. Der Abschluss der Übernahme wird vorbehaltlich der erforderlichen regulatorischen Genehmigungen in der zweiten Jahreshälfte 2027 erwartet.
Östberg sieht Kooperation mit Uber als Chance
Gründer und Vorstandschef Niklas Östberg bezeichnete die Zusammenarbeit mit Uber als Chance: „Wir freuen uns auf die Chancen, die vor uns liegen. Die Partnerschaft wird uns dabei helfen, unsere Everyday-App-Strategie weiter voranzutreiben und weltweit noch mehr Mehrwert für unsere Kunden, Partner und Fahrer zu schaffen.“
Delivery Hero schloss das erste Halbjahr nach eigenen Angaben mit einem Kassenbestand von 2,8 Milliarden Euro ab. Zusätzlich erwartet das Unternehmen Erlöse von 600 Millionen US-Dollar (515 Mio. Euro) aus dem Verkauf seines Taiwan-Geschäfts. Die Transaktion soll im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden.
Regional betrachtet stieg der Bruttowarenwert auf vergleichbarer Basis im Nahen Osten und in Nordafrika um 14,9 Prozent, in Asien um 6,4 Prozent, in Europa um 8,4 Prozent und in der Region Amerika um 29,1 Prozent.
Delivery Hero ist nach eigenen Angaben in rund 65 Ländern aktiv. Das Unternehmen ist seit 2017 an der Frankfurter Börse notiert und im MDax gelistet.