Die Molkereigenossenschaft Arla Foods hat im ersten Halbjahr 2026 nach eigenen Angaben eines der besten Halbjahresergebnisse ihrer Geschichte erzielt. Gleichzeitig sank der Milchpreis, den das Unternehmen an seine Landwirte auszahlt, deutlich: Der sogenannte Milch-Leistungspreis fiel von 57,5 Eurocent pro Kilogramm im Vorjahreszeitraum auf 43,6 Eurocent pro Kilogramm. Arla begründete den Rückgang mit einem hohen Milchaufkommen in Europa, das die globalen Rohstoffmärkte belastet habe.
Arla Skyr und Arla Protein wuchsen besonders stark
Der Konzernumsatz stieg den Angaben zufolge leicht auf 7,6 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: 7,5 Milliarden Euro). Allerdings ist dieser Zuwachs auf die Fusion mit der DMK Group zurückzuführen. Am 1. Juni 2026 vollzog Arla den Zusammenschluss mit der DMK Group. Da die Fusion erst zum 1. Juni wirksam wurde, floss lediglich ein Monat der DMK-Geschäftstätigkeit in die Halbjahreszahlen ein. DMK trug dabei 409 Millionen Euro zum Umsatz bei. Ohne diesen Beitrag hätte Arla ein deutliches Umsatzminus verzeichnet.
Der Nettogewinn wuchs von 158 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025 auf 213 Millionen Euro. Das mengenbasierte Umsatzwachstum der strategischen Marken lag bei 6,7 Prozent – im Vorjahreszeitraum war der Wert noch um 1,5 Prozent geschrumpft.
Arla führte die Erholung auf normalisierte Verbraucherpreise und eine weltweit steigende Nachfrage nach proteinreichen Milchprodukten zurück. Besonders stark wuchsen demnach die Produktlinien Arla Skyr mit einem Plus von 39,6 Prozent und Arla Protein mit 34,4 Prozent. Der Aufsichtsrat genehmigte eine halbjährliche Nachzahlung von einem Eurocent pro Kilogramm Milch an die Genossenschaftsmitglieder.
Mengenbasiertes Wachstum der strategischen Marken von 6,3 Prozent
In Deutschland lag das mengenbasierte Wachstum der strategischen Marken bei 6,3 Prozent. Besonders stark entwickelten sich nach Unternehmensangaben Arla Skyr mit einem Plus von 62 Prozent, Arla Buko mit 27 Prozent und Arla Finello mit 15 Prozent. Der an deutsche Landwirte ausgezahlte Preis für konventionelle Milch betrug im Durchschnitt 41,00 Eurocent pro Kilogramm. Das Gesamtgeschäft in Deutschland wuchs mengengetrieben um 0,8 Prozent.
Trotz des starken Markenwachstums gerieten die Rohstoffpreise unter Druck. Im Bereich Global Industry Sales sank der Umsatz um 7,0 Prozent auf 1,178 Milliarden Euro, weil die Preise für Butter, Magermilchpulver und Gouda im Durchschnitt um 27,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen. Arla-Chef Peder Tuborgh räumte ein: „Das hohe Milchangebot hat die Preise branchenweit sinken lassen. Das ist die Realität, mit der unsere Genossenschaftsmitglieder derzeit umgehen müssen.“
Größte Einzelinvestition in Unternehmensgeschichte geplant
Für das Gesamtjahr hob Arla die Prognose für das mengenbasierte Markenwachstum von zuvor 1,0 bis 3,0 Prozent auf 4,0 bis 6,0 Prozent an. Den Konzernumsatz erwartet das Unternehmen – einschließlich sieben Monaten DMK-Geschäftstätigkeit – bei 16,8 bis 17,6 Milliarden Euro. Zudem beschloss Arla den Bau einer neuen Käserei im schwedischen Götene mit einem Investitionsvolumen von rund 300 Millionen Euro – laut eigenen Angaben die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte. Die Produktion soll 2030 beginnen.