Bildquelle: Thomas Fedra

Karriere „Mein Markt“

Marcus Morrone führt seit Ende 2015 einen Rewe-Markt in Aschaffenburg. Wie jeder gute Kaufmann sucht er nach Trends und der Nähe zum Kunden, pflegt sein Sortiment – und seine Mitarbeiter.

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Es klappte erst im zweiten Anlauf: Seit Ende 2015 führt Marcus Morrone einen Rewe-Markt als selbstständiger Kaufmann. Es handelt sich um einen fast 2.000 qm großen Markt in Aschaffenburg, worüber Morrone fast selbst ein bisschen erstaunt zu sein scheint: „Mit geringem finanziellen Einsatz konnte ich etwas Großes beginnen“, sagt er, nach einiger Erfahrung als Selbstständiger außerhalb der Rewe. „Das Partnerschaftsmodell der Rewe fördert mich in der Selbstständigkeit und berücksichtigt auch meine privaten Komponenten.“ Das gesamte Leistungspaket der Rewe gebe ihm auch privat Sicherheit, etwa weil keine Warenkredite auf seinen Namen laufen. Ein gutes Miteinander sei es, was ihn bei der Rewe überzeugt habe. Und das pflegt Morrone auch mit seinen Angestellten: „Mir ist es sehr wichtig, Beruf und Familie in Einklang zu bringen“, sagt der 37-Jährige. Weil ihm das persönlich viel bedeutet, berücksichtigt er auch gern die familiären Umstände seiner Kollegen. So ermöglicht er es beispielsweise einer Mitarbeiterin, immer im Zeitfenster von 9 bis 15 Uhr zu arbeiten. „Ich bräuchte eigentlich eine Kraft ab 6 Uhr, jetzt fangen die anderen drei Kolleginnen die Morgenstunden ab. Wir arbeiten im Team, da ist das ok, und jeder weiß, dass sie zum Ausgleich für jeden anderen in Notfällen einspringt.“ Einem Service-Mitarbeiter garantiert Morrone die Frühschicht, damit er immer rechtzeitig nach der Schule für sein Kind da sein kann. „Wir suchen stets gemeinsam nach Lösungen, ohne diese zwingend schriftlich festzuhalten. Aber dann verlasse ich mich auf die Absprachen.“ Gemeinsam mit den Mitarbeitern habe er auch umstrukturiert, das Team nehme das positiv wahr. „Wir sind heute in einer Situation, in der wir darauf eingehen müssen“, sagt Morrone. „Grundsätzlich achte ich nicht nur bei mir selbst auf den Ausgleich zwischen Familie und Beruf, sondern möchte auch, dass meine Mitarbeiter die Möglichkeit haben, für ihre Familie da zu sein.“

„Jeder wird gehört und unterstützt.“
Marcus Morrone

„Jeder wird gehört und unterstützt.“
Marcus Morrone

Für sich selbst – er ist Vater von drei Kindern – habe er einen Weg gefunden, dass soziale Kontakte und die Familie nicht zu kurz kommen. „Das war mir von Anfang an sehr wichtig.“ Seinen persönlichen Berufsanfang hat Morrone übrigens nicht bei der Rewe genommen, sondern bei einem großen Discounter. Dort hat er nach dem Realschulabschluss seine Ausbildung gemacht und war anschließend Marktleiter in verschiedenen Filialen. Was ihm jedoch fehlte, war die Nähe zum Kunden. „Ich merkte schnell, dass mir der persönliche Kontakt wichtig ist und viel Spaß bereitet.“ 2004 führte ihn sein Weg erstmals ins Reich der Vollsortimenter: „Ich fand Gefallen daran, auch beim Sortiment selbstständig zu entscheiden, Abläufe selbst zu bestimmen, mich und meinen Standort zu testen, auszureizen.“ Der Weg in die Selbstständigkeit war damals eigentlich schon vorgezeichnet, ganz einfach war der Start jedoch nicht: „An gute Standorte kommt man als kleiner Existenzgründer oft nur mit Vitamin B.“ Bei der Rewe habe er das anders erlebt, sagt Morrone: „Die Standorte werden transparent ausgeschrieben und jeder wird gehört.“

Der Traum vom eigenen Markt

„Jeder macht das, was er am besten kann.“ Für Rewe Kaufmann Bernd Messerschmidt aus Hessen, selbstständig seit 2009 mit zwei Märkten und 90 Mitarbeitern, ist das: sich auf die Aufgaben im Markt konzentrieren. Alles andere – Zentraleinkauf, Technik, Buchhaltung – geschieht in Kooperation mit der Rewe. Das schätzen vor allem Existenzgründer am Genossenschaftsmodell der Kölner; ebenso wie die unterschiedlichen Kooperationsmodelle etwa als offene Handelsgesellschaft (oHG) mit oder auch ohne Beteiligung der Rewe – je nach Risikofreude.

Oft steht er jetzt schon morgens um 6 Uhr in seinem Markt in Aschaffenburg auf der Matte: Bringt zuerst die Blumenabteilung auf Vordermann und checkt dann den gesamten Markt, ob auch wirklich alles steht: Plakate, Aufsteller, Aktionen. In einer Besprechung mit den Mitarbeitern am späten Vormittag geht es um die Umsätze der zurückliegenden Woche, die Ziele und die Abteilungsschwerpunkte für die aktuelle Woche. Später am Tag spricht er mit Vertretern und Bewerbern: „Im Moment suchen wir viele neue Mitarbeiter.“ Und nicht nur das, Morrone ist wie jeder gute Kaufmann immer auf der Suche nach Trends, mit denen er seine Kunden begeistern kann: „Es freut mich, wenn die Kunden deswegen extra in meinen Markt fahren.“ So plant er nun auch eine eigene Biermarke und einen Coffee-Shop in der Filiale.