Supermarkt der Zukunft:Kann Handel „hip" sein?

Bildquelle: Silvia Schulz

Supermarkt der Zukunft Kann Handel „hip" sein?

Wer heute nur Waren verkauft, ist von gestern und morgen Geschichte. Doch wie bleibt der Handel modern und wird angesagt? Der Versuch einer Antwort.

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Handel war schon immer auch Wandel. Denn knappe Ressourcen, Austauschbarkeit von Produkten und Dienstleistungen sowie veränderte Kundengruppen zwingen zum Handeln. Als Bindeglied zwischen Hersteller und Konsument hat der Handel natürlich schon einiges auf den Weg gebracht: Bezahlen mit EC- und Kreditkarte, Self-Scanning und Online-Bestellung, neuartige Ladenkonzepte und Kundenkarten. Der Wettbewerb erfordert allerdings immer mehr Einsatz. Und neue Handelsformen, wie Online, zwingen den stationären Handel, mehr als nur zu verkaufen. Handel muss berühren.

Doch was will der Kunde? Eine Studie der Wirtschaftsprüfer von KMPG GS1 Germany und EHI-Euro Handelsinstitut suchte nach den „Trends im Einzelhandel" und fand eigentlich Banales. Klar: Der Preis bleibt im Fokus. Das hybride Einkaufsverhalten nimmt weiter zu. Convenience bleibt „in", vielleicht ergänzt durch die Aspekte Genuss und Gesundheit. Der Bistrobereich im Handel wird wichtiger, die Nachfrage nach regionalen und fair gehandelten Produkten wird stark zunehmen. Handelsmarken und Internethandel haben Zukunft. Dass sich Bio-Supermärkte weiter ausbreiten und Shop-in-Shop-Varianten mit Bioprodukten zur Normalität im Handel werden sollen, überrascht schon mehr.

Über'm Tellerrand
Dabei liegen Trends quasi auf der Straße . Zum Beispiel Kochsendungen. Doch wie geht die Lebensmittelbranche mit diesem Trend um? Nach Restaurants bieten auch verschiedene Handelsunternehmen Kochveranstaltungen an. Auch maßgeschneiderte Rezepte passend zum aktuellen Fleisch-Angebot wie bei der Coop oder bei Dodenhof in Posthausen gibt es. Besonders gut haben das die Betreiber des „Kochhauses" in Berlin aufgegriffen (LP 24/2010). Da zeigt gleichzeitig, dass allein Convenience als Antwort auf diesen Trend ist zu wenig.

Einen andere Nachfrage, die nach gesunder Kost und 24 Stunden-Verkauf, erkannte Anton Kerler und bereicherte mit Fresh'n'Friends Berlins Einzelhandelslandschaft. Das Angebot des Mini-Supermarktes wird um frisch zubereitete Produkte wie Classic-Cheese- und Pastrami-Schinken-Sandwiches, Salate und Asiatisches wie Glasnudelsalat, Energy-Balls oder Chicken-Rolls ergänzt. Kerler: „Fresh'n'Friends ist Deutschlands erster moderner und wirklich frischer Tante-Emma-Laden, in dem 24 Stunden Good Food und frische Bioprodukte verkauft werden." Zwei Beispiele, die ohne große Marktrecherche und Trendagenturen auskamen.

Und nun der Blick über den Tellerrand: Professionell hat die Deutsche Bank das Thema Zukunft angegangen: „Wie könnte eine moderne Bank im 21. Jahrhundert aussehen?". Das Ergebnis ist die Q110 – die Deutsche Bank der Zukunft." Q110 ist viel mehr als eine Bank. Auf 1.260 qm befinden sich Bank, Kids Corner, Lounge mit erstklassigem Kaffee und ausgewählten Leckerbissen sowie ein Trendshop (exklusive Designerprodukte) und mehr.

Warum gibt es eine Bank der Zukunft und einen Future Store für Großflächen aber keinen visionären Supermarkt der Zukunft?

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Warum gibt es eine Bank der Zukunft, aber keinen „Supermarkt der Zukunft"?