Beleuchtung Im rechten Licht

Im rechten Licht Einen Supermarkt gut auszuleuchten, ist anspruchsvoll und individuell verschieden. Einige allgemeine Trends gibt es allerdings. Es kommt dabei nicht nur auf die richtige Inszenierung der Ware an.

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Lebensmittel ins rechte Licht zu setzen, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Es geht nicht nur darum, auf Energieeffizienz zu achten und die individuellen Bedürfnisse von Kunden, Mitarbeitern und Inhaber bei der Lichtplanung zu berücksichtigen. Besonders wichtig ist die Wareninszenierung, um den Verkauf zu fördern. „Der Trend geht dahin, dass jeder Bereich im Supermarkt seine eigene Lichtlösung erhält, um die dort präsentierte Ware optimal auszuleuchten“, sagt Ralf Knorrenschild, Senior Vice President Key Accounts von der Zumtobel Group. Christof Volmer, Geschäftsleitung Marketing bei Bäro, weist in dem Zusammenhang auf neue, marktgerechte Speziallichtfarben hin, die veränderten Einkaufs- und Sehgewohnheiten Rechnung tragen, z. B. Golden Bread (zur Beleuchtung von Brot) oder Fresh Meat (für Fleisch). Zumtobel bietet dafür zudem die „Tunable Food“-Technologie an, mit der ein Strahler zehn Lichtstimmungen per Drehschalter abrufen kann.

Bei der Lichtplanung kommt es jedoch auch häufig zu typischen Fehlern, z. B. dass die Lichtfarbe nicht zur Ware passt, die Farbwiedergabe nicht optimal ist, die Lichtrichtung den Kunden blendet, oder dass es zu viel Grundbeleuchtung und zu wenig Helligkeitskontraste gibt. Franz Heckmanns, Leiter Vertrieb und Mitglied der Geschäftsleitung bei Ansorg, befürwortet deshalb Lichtkonzepte, die mit Kontrasten spielen, und empfiehlt dafür den Einsatz von Beleuchtung mit Punktlichtquellen, z. B. mit der Gangzonen-Beleuchtung Navo, als Alternative zu klassischen Lichtbändern. Die Ware ist hell, die Gänge sind dunkler. „Licht und Schatten fordern unser Auge und unseren Geist mehr als die reine Gleichförmigkeit. Kunden sind damit ,wacher’ und aufnahmebereiter für Aktionen und Angebote“, sagt Heckmanns. In Märkten, die das Navo-Lichtkonzept anwenden, sei so die Aufenthaltsdauer der Menschen im Markt nachweislich gestiegen. Intelligente Lichtsteuerungssysteme sind generell im Kommen. Oktalite präsentiert etwa eine Lösung, bei der verschiedene Sensoren mit Bildschirm und Leuchten vernetzt sind. „Wenn ein Kunde am Weinregal vorbeigeht, beleuchtet zusätzliches Licht plötzlich ein vorausgewähltes Angebot, und der aufgehängte Monitor zeigt einen Videofilm über die Weinlese in Bordeaux“, erläutert Sven Schmidt, Verkaufsleiter Food bei Oktalite. Nimmt der Kunde dann eine andere Flasche aus dem Regal, wird das Licht, das darauf gerichtet ist, heller, und auf dem Bildschirm erscheinen etwa Rezeptvorschläge zu diesem Wein.

Nach wie vor im Trend sind Leuchten im Retro-Design, die gut zum angesagten Vintage-Stil passen, sagt Heckmanns von Ansorg. Sie brächten ein Stück Zuhause auf die Verkaufsfläche und sorgten für Vertrauen und eine besondere Wohlfühlatmosphäre. Leuchten im Retro-Design wie in Hieber’s Frische-Center in Schopfheim sind derzeit angesagt.

Vier lichttechnische Grundgrößen
  • Lichtstrom: Menge des Lichts, die zur Verfügung steht. Angabe in Lumen (lm). Je höher die Lumen-Zahl, desto heller ist das Licht. Sie sagt aber nicht aus, wo das Licht ankommt.
  • Lichtstärke: Lichtmenge, die in spezielle Richtung, z. B. durch Reflektor gesteuert, abgegeben wird. Angabe in Candela (cd).
  • Beleuchtungsstärke: Gesamtmenge des Lichts, die auf bestimmter Fläche ankommt. Angabe in Lux (lx), z. B. sonniger Tag im Freien: 100.000 lx, Büro: 500 lx.
  • Leuchtdichte: Wahrgenommener Helligkeitseindruck auf einer Fläche. Angabe in cd pro qm. Das Auge sieht die Leuchtdichte, nicht die Beleuchtungsstärke.