Self-Scanning Kassen kommunizieren mit dem Kunden

Früher war eine Kasse ein unverzichtbares Hilfsmittel allein für den Händler. Heute aber spricht sie den Käufer direkt an, etwa beim Self-Scanning, zudem ist sie mit dem Internet vernetzt und öffnet den Weg in viele Handelskanäle.

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Längst vorbei sind die Zeiten, in denen eine Kasse damit ausgelastet war, kräftig zu klingeln und Beträge zu addieren. Moderne Kassensysteme sind heute Alleskönner, die einen ausgewachsenen Computer in sich tragen, gleichzeitig aber nur noch vornehm und leise piepsen. Zusammenrechnen können sie natürlich auch weiterhin, aber noch viel mehr: Sie sind Schnittstellen zum Warenwirtschaftssystem, verbinden das Geschäft auf der Fläche mit dem Internet, ermöglichen Marketingmaßnahmen und bringen Mobilität auf die Einkaufsfläche.

Das Durchschnittsalter einer Kasse liegt bei 5,4 Jahren, so die jüngste EHI-Studie zu Kassensystemen. Die Laufzeit der Kassensoftware hingegen beträgt statistisch betrachtet etwa 7 Jahre, so das EHI weiter. Die Angaben machen deutlich, dass das Thema „Investitionen in Kassensysteme“ ein Dauerbrenner im Handel ist. Wobei beileibe nicht immer Komplettlösungen eingekauft werden, wie Ralf Schienke, Sales Manager Retail Germany der Fujitsu Technology Solutions GmbH, Düsseldorf, betont. Seiner Erfahrung nach lassen die Händler oftmals Bestandteile austauschen. Auch bei Neuplanungen kaufen sie modular ein, stellen also eine maßgeschneiderte Lösung zusammen. Das Unternehmen stellt gerade eine Reihe modularer Kassensysteme mit der Bezeichnung Fujitsu TeamPoS 7000 vor. Die Vorteile laut Hersteller auf einen Blick: Die Modelle sind extrem kompakt, robust, lassen sich einfach installieren und verwalten, ihr geringer Stromverbrauch spart Kosten. Dabei handelt es sich um die ersten Systeme, die von Fujitsu wieder in Deutschland, genauer gesagt im Augsburger Werk, hergestellt werden. Das macht es möglich, auf spezielle Kundenwünsche einzugehen, wie etwa zusätzliche Schnittstellen, zudem wird die Software hier aufgespielt (übrigens: das heißt dann „betanken“). Die Geräte können liegen oder stehen und somit in unterschiedliche, vorhanden e Kassentische eingebaut werden.

Eine wichtige Vokabel in diesem Zusammenhang ist „Omni-Channel“. Dabei handelt es sich um die Weiterentwicklung des Multi-Channels und bedeutet vereinfach ausgedrückt, dass alle (omni heißt auf Latein „alle“) Absatzkanäle gleichzeitig bedient werden. An zwei Beispielen wird deutlich, was gemeint ist: Ein Kunde hat im Internet Ware bestellt, will sie aber im Geschäft reklamieren oder umtauschen. Oder aber, er hat übers Internet einen digitalen Gutschein erhalten, den er beim Kauf an der Kasse einlösen möchte. Kassensysteme, die solche Services reibungslos abwickeln und die Vertriebssysteme verzahnen können, brauchen nicht nur die geeignete Software, sondern auch eine ausreichende Rechnerleistung. Das Herz der oben beschriebenen Rechner ist stark genug, um Omni-Channelling zu unterstützen.

Wie entscheidend dieser Aspekt ist, verdeutlicht auch Klaus Smets, General Manager bei Toshiba. „Lebensmittel-Einzelhändler müssen auch den Kunden, die beispielsweise online bestellen und dann ihren Einkauf in der Filiale abholen wollen, ein einheitliches Einkaufserlebnis bieten und benötigen dafür Kassenlösungen, die diese Omni-Channel-Prozesse reibungslos ermöglichen.“ Was aber ist nötig, damit das funktioniert? Aus Sicht des Managers die Software-Lösung TCxGravity von Toshiba, mit der alle Informationen in Echtzeit zur Verfügung stehen.

Panasonic setzt mit dem neuen Kassensystem „JS-970 All in One“ auf einen „passgenauen Zuschnitt für die Kunden“. Zusätzliche Displays, Drucker und Kartenlesegeräte lassen sich problemlos anschließen. Teil der Produktpalette ist eine robuste Tablet-Serie mit Namen „Toughpad“. „Dieses neueste PoS-System der Mittelklasse erweitert unsere Produktpalette für die Gastronomie, Einzelhandelsgeschäfte und Supermärkte“, kündigt Francesc Castro, Key Team Manager im Panasonic Computer Product Solutions Retail Team, an. Mit „widerstandsfähigen PoS-Systemen“ und Tablet-PCs will man Lösungen für Arbeitsprozesse wie Bestellaufnahme und Abrechnung, Inventur, Kommissionierung, Lager-Auffüllung sowie Verkaufsförderungs-Aktivitäten bieten. Wechselbare Touchscreens ermöglichen eine individuelle Gestaltung der Workstation für das jeweilige Arbeitsumfeld. Auf Wunsch kann ein zweites Display angebracht werden, auf dem Kunden beim Kaufvorgang Promotion- und Werbevideos sehen können.

Auch Toshiba hat unter dem Namen TCxFlight ein robustes Tablet mit einer kompakten Docking-Station im Angebot. Damit können Mitarbeiter im Lebensmittel-Einzelhandel bei Spitzenzeiten mobil kassieren, sich über den Bestand informieren, zudem kann man es im Büro als Arbeitsplatz nutzen.

Weitere Optionen umfassen bei einigen Systemen zum Beispiel (Sicherheits)- Magnetkartenleser, optische Fingerabdruck-Leser sowie Kombinationen aus Magnetstreifen- und Fingerabdruck-Leser. Schließlich will der Handel zwar möglichst viel Umsatz machen, aber nicht unbedingt viel Bargeld einnehmen, denn Bargeldhandling ist nicht nur mühsam, sondern auch teuer und anfällig für Fehler.

Ein weiteres großes Thema, das die Branche künftig immer stärker beschäftigen wird, ist Self-Scanning durch den Kunden. Wincor Nixdorf bietet eine Hybrid-Lösung an, bei dem der Händler vom Bedienen auf Self-Scanning umstellen kann. Sie heißt Beetle iScan easy und folgt folgendem Gedanken: Während der Stoßzeiten lässt sich der Kassierprozess beschleunigen, indem der Händler auf den Bedienmodus umschaltet – oder indem er, bei kürzeren Wartezeiten, zum SB-Modus zurückkehrt. Der Käufer kann die Hilfe eines Mitarbeiters in Anspruch nehmen, mit einem Knopfdruck übernimmt der Händler wieder die Kontrolle über das System. Durch die benutzerfreundliche Bedienung wird nur ein Filialmitarbeiter benötigt, um mehrere Kassen gleichzeitig zu überwachen und zu betreuen, so der Anbieter.

Toshiba, nach eigener Aussage in Deutschland führend bei der Installation von Self-Checkout-Systemen, ist mit einer Lösung namens TCxAmplify im Rennen. Hierbei nutzen die Kunden das eigene Smartphone, scannen damit die ausgewählten Artikel und bezahlen. Nach dem Einscannen erhält der Kunde auf dem Display seines Smartphones die Information, welchen Artikel er gescannt hat, dessen Preis sowie die Gesamtsumme seines bisherigen Einkaufs. Darüber hinaus erfährt er, wie viel er auf Grund von allgemeinen Sonderangeboten oder seiner Teilnahme am Bonusprogramm gegenüber dem Normalpreis spart. Zum Schluss scannt er an einem Self-Checkout den Barcode ein und kann wie gewohnt mit Bargeld oder bargeldlos bezahlen. „Zahlreiche Studien belegen die zunehmende Beliebtheit der Smartphones und des mobilen Einkaufens. Dies sollten Einzelhändler nutzen, um ihren Kunden auch in den Filialen mehr Mobilität zu ermöglichen“, kommentiert Jörg F. Hölterhoff, Business Unit Director bei Toshiba Global Commerce Solutions Deutschland, das System. Voraussetzung ist die Teilnahme an einem Kundenbindungsprogramm und, dass der Kunde eine App auf seinem Smartphone installiert hat.