Umweltschutz:Schrittweiser Garaus von F-Gas

Bildquelle: Shutterstock

Umweltschutz Schrittweiser Garaus von F-Gas

Um das Klima zu schützen, schränkt die EU in der neuen F-Gas-Verordnung den Einsatz von fluorierten Treibhausgasen ‧in Kälteanlagen stark ein.

Anzeige

Die EU geht den fluorierten Treibhausgasen (F-Gase) an den Kragen: Das EU-Parlament machte in einer Abstimmung den Weg frei für die Novelle der F-Gas-Verordnung. Deren Ziel ist die schrittweise Reduktion des Einsatzes von F-Gasen als Kältemittel in Klimaanlagen, Kühlschränken, Wärmepumpen und Kälteanlagen bis zu ihrem kompletten Verbot ab 1. Januar 2020. Die Verordnung tritt am 1. Januar 2015 in Kraft. Betroffen sind alle F-Gase mit einem sogenannten GWP (Global Warming Potential, übersetzt: Treibhauspotenzial), das größer ist als 2.500. Die Europäische Union will im Rahmen des europäischen Klimaschutzes zusätzliche 70 Mio. t CO2-Äquivalente F-Gas-Emissionen bis 2030 einsparen. Fluorierte Treibhausgase werden im Gegensatz zu Treibhausgasen, die als unerwünschtes Nebenprodukt etwa bei der Verbrennung von fossilen Stoffen wie Erdöl entstehen, meist gezielt hergestellt und verwendet.

Von der neuen Verordnung ist der Lebensmittel-Einzelhandel besonders betroffen: Zwei Drittel der in Deutschland eingesetzten F-Gase werden als Kältemittel verwendet. In zahlreichen Anlagen im Handel ist als Kältemittel R404A im Einsatz, das mit einem GWP von 3.088 den in der Verordnung genannten Wert stark überschreitet. Zudem hat es einen Anteil von 46 Prozent am globalen Aufkommen von F-Gas. Das bedeutet: Ab 1. Januar 2020 sind etwa Kälteanlagen mit einer Füllmenge von mehr als 13 kg R404A nicht mehr zulässig. Die Verwendung von aufbereitetem R404A ist erlaubt und kann daher im Service eingesetzt werden. Die Verbote ab 1. Januar 2020 gelten sowohl für Kühl- und Gefriergeräte für den gewerblichen Gebrauch (hermetisch geschlossen) als auch für stationäre Anlagen.

Bei einer Umfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) im vergangenen Herbst zeigte sich, dass vor allem im Discount (Aldi und Lidl) bei kleineren Tiefkühltruhen und in neuen Filialen auch bei größeren Verbundanalgen auf natürliche Kühlmittel gesetzt wird. An Logistikstandorten setzen laut DUH die Metro Group komplett und Aldi Süd zumindest in fast allen Standorten das klimafreundlichere Ammoniak ein.