Länderreport Östereich Ein guter Absender

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Lebensmittel aus Österreich kommen beim Bundesbürger gut an. Fleisch- und Wurstwaren sowie Käse sind echte Verkaufschlager und werden auch hierzulande am PoS verkaufsfördernd inszeniert.

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Österreichische Lebensmittel erleben im deutschen Lebensmittelhandel seit Jahren einen Höhenflug, der sich im vergangenen Jahr fortgesetzte. Der Wert der importierten Produkte ist 2015 gegenüber Vorjahr erneut um 4 Prozent auf 3,5 Mrd. Euro gestiegen. Damit hat der nördliche Nachbar seinen Platz an der Spitze der rot-weiß-roten Exportstatistik weiter gefestigt. Rund ein Drittel aller österreichischen Lebensmittel-Exporte fließen zu uns, auf Rang zwei mit nicht einmal halb so viel Umsatz (1,3 Mrd. Euro) folgt Italien. Insgesamt hat sich der Agrar-Außenhandel seit dem Beitritt Österreichs zur EU im Jahr 1995 fast verfünffacht, während die Bilanz zwischen Importen und Exporten relativ konstant blieb.

Trotz der überzeugenden Zahlen ist die Erfolgsserie kein Selbstläufer, sondern Ergebnis einer klaren Positionierung. Wie andere Nationen, hat auch Österreich mit den bröckelnden Preisen für agrarische Rohstoffe zu kämpfen – und die sind laut FAO im vergangenen Jahr im Schnitt um fast 20 Prozent gesunken. „Wir sind Teil des internationalen Handels. Unsere Bäuerinnen und Bauern spüren den Wettbewerb jeden Tag. Umso wichtiger ist es, sich mit einer klugen Strategie zu profilieren, auch international“, erläutert Franz Stefan Hautzinger, Aufsichtsratsvorsitzender der Agrar Marketing Austria (AMA), die Situation in der heimischen Landwirtschaft. Die Strategie und damit das Fundament für die heute starke Position wurden bereits vor vielen Jahren festgelegt. Statt sich mit Masse(nproduktion) auf einen ruinösen Preiswettbewerb einzulassen, setzte die Vermarktungsplattform AMA von Beginn an auf nachhaltige Wertschöpfung und damit auf die Merkmale Qualität, Regionalität und Transparenz.

Klasse statt Masse
„Die österreichische Lebensmittelwirtschaft steht weltweit für Natürlichkeit und Genuss mit langer Tradition“, unterstreicht AMA-Geschäftsführer Michael Blass. Für Verbraucher und Handel gut zu erkennen sind die österreichischen Lebensmittel und Agrarwaren an den beiden rot-weiß-roten Qualitätszeichen AMA-Gütesiegel und AMA-Biosiegel (siehe S. 71), die beide strengen Kriterien unterliegen. Das Importranking nach Deutschland führt seit Jahren die Kategorie „Fleischzubereitungen“ mit einem Anteil von 17 Prozent an, gefolgt von „Milch/Milchprodukten“ (16 Prozent), Backwaren sowie Obst und Gemüse (jeweils knapp 11 Prozent) und alkoholfreie Getränke (9 Prozent).

Besonders gut entwickelt sich die Ausfuhr von Rind- und Geflügelfleisch. Österreich ist bereits zweitwichtigster Rindfleischimporteur für Deutschland hinter den Niederlanden. Insgesamt gingen im vergangenen Jahr 42.220 t österreichisches Rindfleisch nach Deutschland. „Die Nachfrage zeigt vor allem Potenzial für hochwertiges österreichisches Rindfleisch auf dem deutschen Markt“, sagt Blass. Auch für den Handel bieten sich Chancen, schließlich legen immer mehr der preissensiblen deutschen Verbraucher Wert auf eine gesunde Lebensweise und auf hochwertiges Fleisch.

Schnell gelesen
  • Der Absatz für österreichische Lebensmittel im deutschen LEH steigt weiter.
  • Verbraucher verbinden Natürlichkeit, Genuss und Tradition mit Produkten aus der Alpenrepublik.
  • Die Vorgaben für die AMAGütesiegel gehen über die gesetzlichen Anforderungen hinaus.
  • Die Marke Rapso war Pionier im Segment Rapsöl in Deutschland und führt auch heute noch den Markt an.
  • Süßwarenspezialist Manner wächst im Zuge des weiteren Markenaufbaus im deutschen LEH zweistellig.
  • Die veganen Produktalternativen von Landhof („die Ohne“) gehen zu 60 Prozent in den deutschen Markt.
  • Radatz und die Käsekrainer wollen in diesen Jahr im deutschen Markt Fuß fassen. Der Start ist bereits gelungen.