Mineralwasserhersteller Vöslauer investiert 19 Millionen Euro für Wachstumskurs

Mit einer neuen Aseptik-Anlage investiert Vöslauer, Österreichs führende Mineralwassermarke, in die Zukunft natürlicher Getränke. Mit der größten Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens sollen vor allem die geschäftlichen Perspektiven für Deutschland wachsen. Das betont Ana Raditcheva (Foto), Geschäftsführerin von Vöslauer Deutschland. 

Montag, 15. Juni 2026, 11:01 Uhr
Thomas Klaus
Deutschland ist ein Zukunftsmarkt: Mit einer Distribution von rund 90 Prozent im deutschen Lebensmitteleinzelhandel ist Vöslauer bereits flächendeckend vertreten. Das berichtet Geschäftsführerin Ana Raditcheva. Bildquelle: Vöslauer

Aseptische Abfüllung bedeutet, dass Produkt und Verpackung getrennt voneinander sterilisiert und anschließend unter streng kontrollierten hygienischen Bedingungen zusammengeführt werden. Besonders relevant ist diese Technologie für Produkte ohne Kohlensäure. Während Kohlensäure natürlicherweise konservierend wirkt, sind bei stillen Getränken andere Verfahren notwendig, um Produktsicherheit und Qualität langfristig zu gewährleisten.

Investitionen von insgesamt 19 Millionen Euro

Rund 15 Millionen Euro flossen in die neue Produktionslinie von Vöslauer, weitere vier Millionen Euro in die dafür notwendige Infrastruktur. Damit handelt es sich um die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens. Mit dieser Maßnahme will Vöslauer in Deutschland noch erfolgreicher werden.

Die Anlage ermöglicht die keimfreie Abfüllung von Getränken ohne Konservierungsstoffe und schafft damit die technologische Grundlage für neue Produktkategorien. Insbesondere Getränke ohne Kohlensäure, ohne Zucker und ohne künstliche Zusätze können nach Unternehmensangaben künftig unter höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards produziert werden.

Geschäftsführerin: Deutschland unser wichtigster Zukunftsmarkt

Besonders relevant ist die Investition nach Auskunft von Ana Raditcheva auch für Deutschland, den wichtigsten Exportmarkt von Vöslauer. Mit einer Distribution von rund 90 Prozent im deutschen Lebensmitteleinzelhandel sei die Marke bereits flächendeckend vertreten. Rund die Hälfte des Umsatzes erzielt Vöslauer in Deutschland bereits mit Wasser mit Geschmack. Für den deutschen Markt schaffe die Investition die Basis dafür, dass das bestehende Sortiment konsequent weiterenntwickelt und neue Wachstumsfelder erschlossen werden könnten – ganz im Sinne der Unternehmensvision: „In Bad Vöslau entsprungen – in Deutschland unverzichtbar.“

Ana Raditcheva: „Deutschland ist für Vöslauer weit mehr als ein Exportmarkt – es ist einer unserer wichtigster Zukunftsmarkt. Unser Anspruch ist es, Konsumbedürfnisse frühzeitig zu erkennen und daraus relevante Kategorien für die Zukunft zu entwickeln. Mit der neuen Aseptik-Anlage schaffen wir die technologische Grundlage.“

Erstmals Getränke mit Geschmack ohne Kohlensäure

Raffaela Lackner-Petz, ebenfalls Geschäftsführerin der Vöslauer Deutschland, ergänzt: „Deutschland ist für uns einer der spannendsten Getränkemärkte Europas. Die Aseptik-Technologie ermöglicht es uns, unser Wachstumstempo weiter zu erhöhen und gemeinsam mit unseren Handelspartnern neue Potenziale zu erschließen. Sie schafft die Grundlage, um unsere Marktposition auszubauen, neue Zielgruppen zu erreichen und die Relevanz der Marke Vöslauer im deutschen Markt weiter zu steigern.“

Mit „Flavours Ohne“ bringt Vöslauer erstmals Getränke mit Geschmack ohne Kohlensäure auf den Markt. Zum Marktstart werden die Sorten Limette-Yuzu (in 1 l rePET) und Himbeere-Ingwer (in 1 l rePET) in Österreich und Deutschland eingeführt.

Neue Angebote im Kinderportfolio

Der Wunsch nach natürlichen Alternativen zu klassischen Kindergetränken wächst nach den Beobachtungen von Vöslauer  auch in Deutschland kontinuierlich. Mit der neuen Aseptik-Technologie erweitert Vöslauer sein Kinderportfolio um die Sorten Apfel-Kirsche und Himbeere-Zitrone (beides in 0,33 l rePET-Flaschen). Die Getränke richten sich an Kinder zwischen drei und neun Jahren und stehen für eine neue Generation von Kindergetränken: ohne Zucker, ohne Süßungsmittel und ohne Konservierungsstoffe. Damit erschließt Vöslauer ein weiteres Zukunftsfeld im deutschen Markt und reagiert gezielt auf die steigende Nachfrage nach bewussteren Angeboten im Familienalltag.

Anlage Teil der Nachhaltigkeitsstrategie

Die neue Aseptik-Anlage ist auch Teil der Nachhaltigkeitsstrategie von Vöslauer. Die Produktionslinie wurde so konzipiert, dass Prozesse effizienter gestaltet, Wege verkürzt und Energie eingespart werden können. Ein wesentlicher Beitrag dazu ist die elektrische Dampferzeugung, die fossile Energieträger ersetzt.

Die Vöslauer Deutschland ist eine Tochtergesellschaft der Vöslauer Mineralwasser, dem Marktführer am österreichischen Mineralwassermarkt mit Sitz in Bad Vöslau, Niederösterreich. Mit der Gründung der Vöslauer Deutschland 2023 stärkt Vöslauer nach eigenen Angaben seine Präsenz auf dem wichtigsten Exportmarkt und setzt seine Wachstumsstrategie konsequent fort.