Geschäftszahlen vorgelegt Nestlé verkauft wieder mehr – doch der Umsatz tritt auf der Stelle

Nestlé legt beim Absatz wieder zu. Währungseffekte halten den Neunmonatsumsatz dennoch auf Vorjahresniveau. Heimtiernahrung und Snacks treiben das Geschäft, während Babynahrung und der Kontrollverlust in Russland Probleme bereiten.

Donnerstag, 22. Oktober 2026, 15:31 Uhr
Manuel Glasfort
Nestlé zählt zu den größten Lebensmittelkonzernen der Welt, doch der Gigant hatte zuletzt mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Bildquelle: Nestlé

Nestlé gewinnt beim Wachstum an Tempo, zumindest im laufenden Geschäft. In den ersten neun Monaten 2026 erzielte der Lebensmittelkonzern einen Umsatz von 65,9 Milliarden Schweizer Franken (rund 71,2 Mrd. Euro) – praktisch genauso viel wie im Vorjahr. Organisch legte Nestlé um 3,7 Prozent zu. Dass sich das nicht im ausgewiesenen Umsatz niederschlug, lag vor allem an negativen Währungseffekten. Eine Gewinnzahl für die ersten neun Monate nannte Nestlé in der Mitteilung nicht.

Im dritten Quartal zeigte sich die Nachfrage robuster: Der Umsatz stieg auf 22,8 Milliarden Franken (rund 24,6 Mrd. Euro), nach 21,6 Milliarden Franken (rund 23,3 Mrd. Euro) ein Jahr zuvor. Das organische Wachstum erreichte 4,0 Prozent. Besonders wichtig für die Einordnung: Das interne Realwachstum, Nestlés Maß für die Entwicklung ohne Preiseffekte, zog auf 2,8 Prozent an. Preiserhöhungen trugen mit 1,1 Prozentpunkten deutlich weniger zum Wachstum bei als zuvor.

Die stärksten Impulse kamen aus den Schwellenländern. In Asien, Ozeanien und Afrika wuchs Nestlé im dritten Quartal organisch um 6,4 Prozent. Europa blieb mit 1,2 Prozent deutlich zurück; dort begrenzen intensiver Wettbewerb und kaum noch steigende Preise das Wachstum. In Deutschland spricht Nestlé weiterhin von einem schwierigen Markt.

Heimtiernahrung und Snacks befeuern das Geschäft

Nach Produktgruppen trieben Heimtiernahrung sowie Kulinarikprodukte und Snacks das Geschäft. Katzenfutter lief besonders gut, ebenso Marken wie Maggi und Kitkat. Auch Premiumgetränke legten kräftig zu, wobei günstiges Wetter in Europa half. Im E-Commerce erzielte Nestlé ebenfalls starkes Wachstum; der Kanal steht inzwischen für gut ein Fünftel des Konzernumsatzes.

Der Schwachpunkt bleibt der Bereich Nutrition. Über die ersten neun Monate schrumpfte das Geschäft organisch, im dritten Quartal ging die Nachfrageentwicklung ohne Preiseffekte erneut zurück. Ein Rückruf von Säuglingsnahrung belastet die Sparte weiter, auch wenn Nestlé eine allmähliche Erholung meldet. 

Nestlé ordnet zugleich sein Portfolio neu. Der Konzern vereinbarte den Verkauf seines Geschäfts mit gängigen Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln an Yellow Wood Partners für eine Milliarde US-Dollar. Der Abschluss soll nach behördlichen Genehmigungen bis zum ersten Halbjahr 2027 folgen.

Kontrolle über Russland-Geschäft verloren

In Russland hat Nestlé nach der Einsetzung einer externen Verwaltung die Kontrolle über sein Geschäft verloren und führt es seit Ende September nicht mehr in der Konzernrechnung.

Nestlé erwartet für das Gesamtjahr weiterhin eine höhere zugrunde liegende operative Marge als 2025 und hält an seiner Prognose von drei bis vier Prozent organischem Wachstum fest.