PLMA:Größer, vielseitiger, bunter

Bildquelle: Carsten Hoppen

PLMA Größer, vielseitiger, bunter

Ende Mai zeigen die Private-Label-Hersteller in Amsterdam bei der PLMA ihre neuesten Konzepte. Programm und Ausstellungsfläche wurden kräftig ausgebaut.

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Von allem mehr: mehr Aussteller, mehr Produkte, ein größerer Ideen-Supermarkt. Bei der Messe „Welt der Handelsmarken“ der Private Label Manufacturing Association (PLMA), veranstaltet vom 24. bis 25. Mai in den Messehallen im niederländischen Amsterdam, fällt in diesem Jahr alles ein bisschen größer aus. Die Messe findet bereits seit 30 Jahren statt.

Für die Veranstaltung unter dem Motto „Keine Handelsmarken ohne Menschen“ sind mehr als 2.400 Aussteller angemeldet. Erwartet werden etwa 12.000 Fachbesucher aus rund 110 Ländern. Alle zwölf Hallen im RAI-Center sind belegt. Im sogenannten Europa-Komplex werden nur Lebensmittel ausgestellt, im Bereich Holland die Nonfood-Produkte.

In ein sehr viel größeres Areal ist der beim Handel sehr beliebte Ideen-Supermarkt umgezogen. Das Areal im RAI Elicium wurde zudem in drei Bereiche aufgeteilt: Einer stellt die aktuellen Entwicklungen bei Produktzutaten dar, ein zweiter widmet sich den Themen Verpackung und Verpackungsmaterialien. Im dritten Bereich sind die Werbespots zu sehen, mit denen Händler für ihre Eigenmarken werben. Im Ideen-Supermarkt werden zudem die Gewinner des „International Salute to Excellence Award“ für Handelsmarkenweine gezeigt. Dort zeigen auch mehr as 60 Einzelhändler aus aller Welt ihre Private-Label-Reihen. Abgerundet wird die Schau durch die Neue-Produkte-Expo.

Auf rund 44 Prozent (Menge) beziffert Nielsen für 2015 den Anteil der Handelsmarken in Deutschland über alle Sortimente hinweg („PLMA Internationales Jahrbuch der Handelsmarken 2015“). Vor allem bei Papierprodukten und Hygieneartikeln, aber auch bei Tierfutter und in manchen Ländern bei Tiefkühlkost sind die Marktanteile der Eigenmarken besonders hoch. Nach Schätzungen summierten sich die Umsätze der über die PLMA erfassten Handelsmarkenhersteller im vergangenen Jahr auf mehr als 104 Mrd. Euro.

Für Sinnack Backspezialitäten aus Bocholt steht die Messe seit 24 Jahren fest im Terminkalender: „Das ist für uns die wichtigste Messe weltweit“, sagt Liesel Schlüter, Leiterin Verkauf. Aus ihrer Sicht könnte die Messe auch einen Tag länger dauern, „zwei Tage sind eigentlich zu wenig bei der großen Bandbreite“. Das Familienunternehmen entwickelt seine Konzepte gemeinsam mit dem Handel, präsentiert diesem aber auch eigene Ideen für die Aufbackprodukte bzw. gekühlten und tiefgekühlten Backspezialitäten (Brötchen, Baguettes, Tortillas). Für die Bocholter gilt: „Wir sind keine typischen Me-too-Hersteller, sondern setzen auf Markenprodukte zu Handelsmarkenpreisen.“

Treffpunkt PLMA

Termin: 24. und 25. Mai 2016 Wo: Amsterdam (NL), RAI Exihibion Centre Info: www.rai.nl Im RAI Europa Komplex zeigen Lebensmittel - hersteller ihre Produkte und Konzepte; im Holland Komplex wird Nonfood präsentiert. Zwischen den Hallen liegt der „Supermarkt der Ideen“.

TK-Fingerfood-Hersteller Frostkrone zeigt in Amsterdam bayerische Küche, darunter u. a. Weißwürste und Leberkäse, beide jeweils im Bierteig. Die Produkte werden nach Frankreich, Spanien, Italien, Großbritannien, in die skandinavischen Länder und nach Osteuropa exportiert.

Welchen Stellenwert die Eigenmarken des Handels bei den Konsumgütern des täglichen Bedarfs für die Kunden haben, unterstreicht eine Konsumentenbefragung von Institut für Handel der Uni Köln (IFH) und KPMG: Danach würde fast jeder zweite Befragte ein Geschäft einem anderem wegen des Handelsmarken-Sortiments vorziehen. Dabei griffen die Kunden immer häufiger zu den Premium-Marken und wählten bei mehrwertorienierten Warengruppen die Marken des Handels: Beispiele sind regionale Produkte, Feinkost oder Bio-Ware. 88 Prozent der Konsumenten gaben an, bei Edeka Handelsmarken-Produkte zu kaufen, bei Rewe und dm waren es jeweils 86 Prozent. Und mehr als jeder Zweite der Befragten war bereit, für Handelsmarken denselben Preis zu zahlen wie für die Herstellermarken.