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Warenverkaufskunde Kürbis

Alexander Krone | 23. September 2016

Sie sind wahre Alleskönner: Speisekürbisse kann man zu schmackhaften Gerichten verarbeiten. Zierkürbisse eignen sich als Dekoration, zu Halloween kann man aus großen Exemplaren gruselige Gesichter schnitzen. Alles Wichtige in dieser Warenverkaufskunde.

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Runde Sache

Wenn sich der Herbst ankündigt, sorgen Kürbisse mit ihrer Farbenpracht für Schwung in dekorativen Aufbauten und bringen Abwechslung auf den Speiseplan.

Jedes Jahr im Herbst haben Kürbisse ihren großen Auftritt: Dann bereichern sie in Hülle und Fülle die Obst- und Gemüse-Abteilungen des Einzelhandels. Botanisch betrachtet zählen die Früchte zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae), ebenso wie Melonen, Gurken oder Zucchini. Kürbisse bieten dem Handel hervorragende Möglichkeiten, aufmerksamkeitsstarke und stimmungsvolle Präsentationen zu gestalten. Außerdem sind sie Multitalente in der Küche und bringen Abwechslung auf den Speiseplan. Gleichzeitig dienen viele Arten zuhause als Dekorationselemente, zudem sind sie – speziell bei Kindern – beliebt zum Schnitzen von Halloween-Gesichtern.

Ursprünglich stammen die Speisekürbisse aus den tropischen und subtropischen Regionen Amerikas. Christoph Kolumbus brachte sie mit nach Europa, ab dem 16. Jahrhundert haben sie sich schnell in Süd- und Mitteleuropa verbreitet.


Heute werden Kürbisse fast überall auf der Welt angebaut, wichtige Anbauländer sind Frankreich und Griechenland. Einige Anbieter haben sich auf den Anbau in Deutschland spezialisiert. Während die meisten Wildarten bitter und ungenießbar sind, haben die kultivierten Arten – es gibt mindestens 800 – durch die Züchtungserfolge ihre Bitterstoffe verloren.

Der Erntezeitpunkt bestimmt die haltbarkeit
Grundsätzlich unterscheidet man Sommer- und Winterkürbisse: Sommerkürbisse werden noch unreif geerntet, sie sind in diesem Stadium noch sehr zart, die Schale ist recht dünn. Viel robuster sind die reif geernteten Winterkürbisse. Sie haben eine sehr viel stabilere Schale, die im Unterschied zu den Sommerarten auch lange haltbar sind. Bestimmte Kürbisse, wie zum Beispiel Butternut, können bis zu einem Jahr gelagert werden, bei optimalen Lagerbedingungen (zwischen 12 und 17 Grad C, gut belüftet und trocken).

Ein kurzer Blick auf den Anbau: In Deutschland säen die Landwirte ihre Kürbissamen direkt ins Feld ein. Damit die Keimlinge im Frühjahr nicht vom Frost vernichtet werden, bringt man die Samen unterschiedlich tief und in zeitlichen Abständen ein. Wenn eine Saat Kälte und Regen nicht übersteht, hat die spätere Saat noch Chancen zu keimen. Teilweise nutzt man zum Schutz gegen schlechtes Wetter auch Plastik- oder Papierfolien, die später, mit steigenden Temperaturen, entfernt werden.

Rasantes Wachstum auf dem Feld
Auffällig ist das schnelle Wachstum der Pflanzen: Bei manchen Sorten wachsen die Ranken täglich bis zu 20 cm. Im Frühjahr und Sommer befruchten Insekten die Blüten, innerhalb von rund drei Wochen wachsen die Früchte zu ihrer endgültigen Größe heran. Dann braucht der Kürbis noch mehrere Wochen oder Monate, um zu reifen. Rein äußerlich erkennt man das daran, dass sich die Farbe außen verändert. Im Innern wird gleichzeitig das Fruchtfleisch dunkler und aromatisch.

Kochen mit Kürbis ist angesagt, das zeigt ein Blick in die Food-Presse. Aber: Gerade ältere Menschen verbinden Speisekürbisse oft noch mit den Kriegsjahren und Hungerzeiten, die anschließend folgten. Moderne und zugleich unkomplizierte Rezepte können helfen, Kürbisse auch bei der älteren Generationen wieder interessant zu machen.

Einfach zu kochen sind Kürbis-Suppen, die geschmacklich variiert werden können (mit Orangensaft, Ingwer, Speckwürfeln, Basilikum, etc.). Etwas aufwendiger sind gefüllte Kürbisse, wobei die Füllung zum Beispiel aus Hackfleisch und Reis oder Pilzen bestehen kann.

Beliebt sind Aufläufe aus übereinander geschichteten Kartoffeln und Kürbis, ferner Quiche oder Risotto. Das Gemüse kann außerdem sauer eingelegt werden, zu Chutneys oder Relishes verarbeitet oder zu Marmelade eingekocht werden. Beim Brotbacken kann man Kürbis verwenden, mit süßen Zutaten Kuchen daraus backen.

Ein Tausendsassa in der Küche
Einige Sorten wie Hokkaido kann man ( muss man aber nicht) mit der Schale kochen. Bei den meisten Rezepten aber schneidet man die Schale mit einem Sparschäler ab. Teilweise sind die Früchte schwer zu knacken. Einfacher geht die Verarbeitung, wenn man den Kürbis sauber gewaschen, aber ansonsten unbearbeitet, in den Backofen stellt (150 Grad C, 30 bis 40 Minuten). Dann wird das Fruchtfleisch geschmeidig weich, die Schale lässt sich ohne Aufwand ablösen.

Im Handel ist der Umgang mit der Ware unkompliziert. Erfahrungsgemäß sind vor allem kleine Kürbisse gefragt, die in einem üblichen Haushalt mit einer oder zwei Mahlzeiten verbraucht werden.

Kurze Wege vom Feld ins Rega

In Deutschland haben sich einige Landwirte auf den Anbau von Kürbissen spezialisiert. Je nach Standort besteht also die Möglichkeit, mit Produzenten vor Ort zusammenzuarbeiten. Pluspunkte der regionalen Ware sind die kurzen Transportwege, außerdem die Verbundenheit mit den Landwirten vor Ort. Diese Argumente kann man im Markt bestens nutzen: Vielleicht gibt es die Möglichkeit, seine Kunden einmal aufs Feld einzuladen und vor Ort Anbau und Vielfalt der Produkte vom Erzeuger erläutern lassen?


Viel zu schade zum Aufessen

Im Herbst und speziell vor Halloween dienen Kürbisse als Dekorationselemente. So wird aus Kürbisschnitzen eine Aktion im Markt.

Im Oktober erreicht die Kürbissaison ihren Höhepunkt: Die Früchte sind nicht nur in der warmen Küche, sondern auch als Schnitzobjekte gefragt.

In den letzten Jahren haben viele Händler das Thema aufgegriffen. Einige bieten sogar spezielle Nachmittage für Kindergarten- und Schulkinder an, bei denen der Nachwuchs im Markt schnitzen und das Kunstwerk mit nach Hause nehmen darf. Ohne Frage: eine tolle Maßnahme, um Kunden (und solche von Morgen) zu binden.

Allerdings muss ein solches Angebot gut durchdacht und geplant werden. Es läuft nur dann problemlos, wenn ausreichend Mitarbeiter den Kindern zur Hand gehen und sinnvolles Werkzeug zur Verfügung steht. Erfahrungsgemäß ist die Schale hart und muss mit einem Messer oder eine kleinen Säge bearbeitet werden – das birgt die Gefahr von Verletzungen.

Wie man dem Kürbis am besten zu Leibe rückt und wie man ihn haltbar macht, kann man in Bastelbüchern nachlesen, außerdem gibt es entsprechende Filme im Internet. Neben dem Schnitzen gibt es auch einfachere Methoden: Man kann mit wasserfesten Stiften Fratzen auf die Kürbisse malen.

Selbstverständlich dienen Zierkürbisse auch unbearbeitet als hübsche Dekorationselemente. Sie komplettieren mit anderen natürlichen Materialien hervorragend einen Aufbau in der Obst- und Gemüse-Abteilung.

Einige Produkte zur Anregung: ein hölzerner Leiterwagen, beladen mit Stroh, unterschiedlich große und farbige Kürbisse, Kartoffeln, Äpfel, grobes Sackleinen. Zu Halloween geben selbst gebastelte Gespenster den richtigen Kick. So hübsch die Deko auch ist – sie ist nur bis zum Stichtag 31. Oktober aktuell.

Auf einen Blick
Kürbisse sind Allrounder in der warmen und kalten Küche: Das Gemüse macht nicht nur in Quiches, Aufläufen oder Risotto ein gute Figur.

Sobald sich die ersten Blätter an den Bäumen färben, beginnt die Kürbis-Saison. Dann kommt keine Koch-Show im Fernsehen mehr ohne die obligatorische Kürbissuppe aus. Sowohl die Publikums-, als auch die Fachpresse locken ihre Leser mit neuen Rezepten für Hokkaido, Butternut und Co.

Speisekürbisse sind beliebt, weil sie vielseitig verwendbar und als Gemüse grundsätzlich gesund sind. Man verwendet sie seltener als Rohkost, sondern meistens gekocht oder gedünstet, denn weich sind sie besser verträglich. Neben dem Klassiker Suppe kann man Speisekürbisse in vielen weiteren Gerichten verarbeiten: etwa in Quiches, Aufläufen oder im Risotto, auch sauer eingelegt (wie Gurken). Zudem sind süße Kombinationen möglich: Marmelade, Chutney, Muffins oder Kuchen. Zur Verarbeitung in der warmen und kalten Küche eignen sich insbesondere kleine Speisekürbisse. Den Hokkaido kann man sogar mit der Schale essen.

Zu Halloween, am 31. Oktober, hat dann der Schnitzkürbis seinen großen Auftritt. Dieser (aus den USA stammende) Brauch hat in den vergangenen Jahren vielerorts in Deutschland an Popularität gewonnen. Kinder und Erwachsene höhlen einen großen Kürbis aus, schnitzen Fratzen, und stellen ein elektrisches Licht oder eine Kerze in den Kürbis, sodass er leuchtet und eine „gruselige“ Stimmung verbreitet.

Nicht zuletzt eignen sich Zierkürbisse als Dekorationsartikel für zu Hause, ihr warmen Farben wecken die Lust auf den Herbst. Im Handel kann man Holzkistchen mit unterschiedlich großen Früchten kaufen. Kombiniert mit Ziermais, Ährensträußen und Äpfeln, bilden Zierkürbisse einen hübschen Tischschmuck bei Erntedank oder zum Oktoberfest.

Nur Dekoration oder zum Verzehr geeignet?

Bei den vielen unterschiedlichen Kürbissorten kann man manchmal ins Grübeln kommen: Ist denn dieser spezielle Kürbis zum Verzehr geeignet? Die Antwort: Ausprobieren! Wenn das Fruchtfleisch bitter schmeckt, dient die Sorte lediglich zur Zierde. Die frühen Wildsorten der Kürbisse haben allesamt einen Bitterstoff enthalten, der aber durch Züchtung bei den essbaren Sorten verschwunden ist. Als besonders wohlschmeckend gelten zum Beispiel: Hokkaido, Butternut, Blue Ballet, Hayoto oder Lumina.

Wissenchecken

Einige Fragen zu Kürbis

 

Fragen

  1. Was kann man aus einem Speisekürbis kochen? Nennen Sie Beispiele!
  2. Wann werden die meisten Zierkürbisse verkauft, und warum ist das so?
  3. Woran erkennen Sie, dass es sich um einen Speise- und nicht um einen Zierkürbis handelt?

 

Antworten

  1. Suppen, Aufläufe, Quiche, Brot (Kürbis als ein Bestandteil) und vieles mehr.
  2. Vor Halloween, also Mitte bis Ende Oktober, weil man aus Kürbissen z. B. gruselige Gesichter schnitzen kann.
  3. Man kann einen Kürbis essen, wenn er angenehm und nicht bitter schmeckt.

 

Die Warenverkaufskunde erscheint regelmäßig als Sonderteil im Magazin Lebensmittel Praxis. Wir danken der Thomas-Haenrats Gartenbaubetriebe GbR, Hürth, für den fachlichen Rat.

LPV GmbH

Am Hammergraben 14
56567 Neuwied
Tel.: +49 (0)2631 879-0
Fax: +49 (0)2631 879-201

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