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Ladendiebstahl Mehr Verluste im Handel

Lebensmittel Praxis | 28. Juli 2020
 Ladendiebstahl: Mehr Verluste im Handel
Bildquelle: Getty Images

Die Inventurdifferenzen im deutschen Handel nehmen weiter zu – und das, obwohl die Unternehmen stark in Prävention und Sicherheitsmaßnahmen investieren. Der Schaden lag im vergangenen Jahr mit 4,4 Milliarden Euro um 5 Prozent über dem Vorjahr. Das ist das Ergebnis der EHI-Studie „Inventurdifferenzen im deutschen Handel 2020“.

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„Rein statistisch gesehen wird durch jede Person in Deutschland ein Warenwert von knapp 30 Euro pro Jahr gestohlen“, veranschaulicht Frank Horst, Sicherheitsexperte des Europäischen Retails Instituts (EHI), das Problem.

Der größte Verlust entsteht durch Diebstahl. Von den 4,4 Milliarden Euro Inventurverlusten – dabei handelt es sich um eine branchengewichtete Hochrechnung für den gesamten deutschen Einzelhandel – entstehen 3,75 Milliarden durch Entwendung. Kunden stehlen Waren im Wert von 2,44 Milliarden Euro, auf Mitarbeiter-Diebstähle entfallen 950 Millionen, und 360 Millionen Verlust gehen auf Diebstähle durch Lieferanten und Servicekräfte zurück. 660 Millionen Euro Schaden entstehen durch organisatorische Mängel, beispielsweise durch falsche Preisauszeichnung. Dem Staat entsteht mit dem Diebstahl ein volkswirtschaftlicher Schaden von 510 Millionen Euro im Jahr durch die Mehrwertsteuer-Ausfälle.

Dem Einzelhandel schwächen die Inventurdifferenzen erheblich die Rendite. Setzt man die entgangenen Verkaufspreise in Bezug zum Bruttoumsatz, entsprechen sie in branchengewichteter Hochrechnung einem Wert von rund 1 Prozent des Umsatzes. Zusammen mit den Ausgaben für Diebstahlprävention und Sicherungsmaßnahmen entgeht dem Handel so rund 1,32 Prozent seines Umsatzes.

 Zwar sind laut polizeilicher Kriminalstatistik 2019 die angezeigten Ladendiebstähle um 3,9 Prozent auf insgesamt 325.786 Fälle (Vorjahr: 339.021) zurückgegangen. Durch die hohe Dunkelziffer von über 98 Prozent besitzt die Statistik jedoch nur eine eingeschränkte Aussagefähigkeit. Deutlich wird jedoch, dass sich schwere Ladendiebstähle in den vergangenen dreizehn Jahren nahezu verdreifacht haben, während die Zahl der einfachen Ladendiebstähle seit 1997 nahezu kontinuierlich gesunken ist. Aus dem durchschnittlichen Schaden aller angezeigten Diebstähle und dem tatsächlichen Schaden im Handel ergibt sich, dass jährlich rechnerisch über 22,2 Millionen Ladendiebstähle mit je einem Warenwert von 110 Euro unentdeckt bleiben. Was am meisten gestohlen wird, variiert. Typische Klaurenner waren aber auch im vergangenen Jahr Akkus, alkoholische Getränke, Zahnbürstenaufsätze und Zigaretten.

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