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Karriere Die Chefs von morgen - Die Chefs von morgen: Teil 2

Myrjam Dobesch | 26. Juni 2018

Jeder Arbeitgeber braucht kompetenten Nachwuchs. Der Schlüssel dazu liegt in der Ausbildung. Hier ist es wichtig und sinnvoll, zu investieren: in Zeit, die Vermittlung von Fachwissen und ein offenes Ohr. Wir geben sieben Einblicke in Vorzeigekarrieren.

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  • Kauffrau im Einzelhandel
  • alleinerziehende Mutter
  • Teamleitung in Einarbeitung

Der Begriff „Hummeln im Hintern“ scheint für Menschen wie Karin Hierl-Schmidhammer gemacht. Stillstand ist ihr ein Gräuel. Die mittlerweile 40-jährige Mutter ist vor 25 Jahren mit einer Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel ins Berufsleben gestartet. Sie hatte sich für den Handel entschieden, da sie den Umgang mit Menschen sowie Teamarbeit schätzt. Es folgten mehrere Jahre bei Edeka. 2003 kam ihr Sohn zur Welt und die junge Frau ging in Erziehungsurlaub. Nach zwei Jahren kehrte sie auf die Ladenfläche zurück. Alleinerziehend in Vollzeit – für die Kauffrau dank Unterstützung ihrer Eltern kein Problem.

Vor fünf Jahren hörte sie, dass Globus Mühldorf eine Thekenkraft sucht. Als familienfreundlicher Arbeitgeber bekannt, bewarb sie sich mit dem Wunsch der Weiterentwicklung. Wenige Tage später kam die Zusage, und kurz darauf startete Hierl-Schmidhammer an der Fischtheke. Nach und nach übernahm sie mehr Aufgaben und bewarb sich Anfang vergangenen Jahres für die interne Ausbildung zum Teamleiter „GLUP 1“. Das Schicksal kam dem Start zuvor: Eine Kollegin wechselte kurzfristig das Globus-Haus und das Energiebündel übernahm deren Aufgaben zum März 2017. Als „Teamleitung in Einarbeitung“ ist sie für die Fisch- sowie Käsetheke zuständig. „Ich mag die Herausforderung und wachse Tag für Tag mit den Aufgaben“, erzählt die engagierte Frau. „In dem Jahr habe ich vor allem gelernt, ein Team zu führen, und mein Sohn sagt mir, wie stolz er ist“, fügt sie hinzu. Und in der Freizeit? Auch hier ist sie aktiv. Neben ihrer Ukulele liebt sie Gartenarbeit. Zudem geht es einmal die Woche zum Darts-Training, zusammen mit ihrem Mann, dem sie vor vier Jahren das Jawort gab.

Alexander Kreuzberg

Edeka Kreuzberg

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  • Informationstechniker
  • Führungskraft Handel
  • Familienvater

Mit Erlangen der Mittleren Reife stand für Alexander Kreuzberg fest: „Ich stehe nicht um 5 Uhr auf und räume Bananen ein.“ Der Kaufmanns-Spross entschied sich zunächst für eine Ausbildung zum Informationstechniker. Nach Abschluss stellte er schnell fest, dass doch ein Händler-Herz in ihm schlägt. Sein Vater war zu Tränen gerührt, als Kreuzberg Junior verkündete: „Ich habe mich getäuscht und möchte deinen Beruf erlernen.“ Nach der Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann bei Edeka Vogl wechselte er zu Edeka Osterkamp. Dort nahm der Kaufmanns-Nachwuchs am Junioren-Aufstiegs-Programm (JAP) teil und lernte seine spätere Frau kennen.

Nach einem Jahr stieg er schließlich mit Vollgas in den väterlichen Betrieb ein. Bereits während des JAP hatte Kreuzberg bei der Planung des neuen Ladens in Neuwied geholfen und konnte nun tatkräftig bei der Anlaufphase helfen. Eine Weiterbildung zur Führungskraft-Handel folgte. Mit seinen 28 Jahren teilt er sich nunmehr die Geschäftsführung für alle drei Läden mit seinem Vater.

„Jeder Tag sieht anders aus“, antwortet Alexander Kreuzberg auf die Frage, was er an seinem Beruf besonders schätzt. Besondere Freude hat er an Verkauf und Beratung. So gilt sein Augenmerk vor allem dem Frischebereich, wie etwa der Fleischtheke. Die Geburt seines Sohnes besiegelte im vergangenen Jahr sein privates Glück. Beruflich steht in ein paar Jahren das Unternehmer-Kompetenz-Programm auf dem Plan. Ein weiteres Ziel am Tag X: „Meinen Vater in Rente schicken und die Märkte nach seinem Vorbild weiter führen“, sagt der junge Mann und lacht verschmitzt.

Marco Linder

Kaufland Heilbronn

  • Aushilfskraft
  • BA-Studium
  • Hausleiter

Marco Linder wurde Kaufland bereits in die Wiege gelegt: Seine Mutter arbeitet bereits seit mehr als 26 Jahren bei dem Unternehmen. Während des Abiturs begann er seine eigene Karriere in dem Unternehmen. In Heilbronn arbeitete er drei Tage in der Woche in der Getränkeabteilung, in den Sommerferien auch als Urlaubsvertretung für festangestellte Mitarbeiter. Nach dem Abitur absolvierte er das Duale Studium BWL – Konsumgüter-Handel Filiale bei Kaufland. Dann ging es sehr schnell: Zum Ende seines dualen Studiums wurde Marco Linder Leiter des Warenbereichs Food in Rottweil und anschließend Marktleiter in Einarbeitung. Eineinhalb Jahre nach Abschluss seines Studiums, mit gerade einmal 25 Jahren, ging es weiter auf der Karriereleiter: Marktleiter in Schramberg (Schwarzwald). Seit einem Jahr führt er nun die umgebaute Filiale in Heilbronn.

Seine Lieblingsabteilung ist die Obst- und Gemüseabteilung. Der junge Mann schätzt die Kreativität. „Bei Obst und Gemüse gibt es viel Spielraum. Hier kann man den Kunden immer wieder Neues zeigen.“

An seiner Arbeit gefällt dem 27-Jährigen besonders, dass jeder Tag anders ist und er mit den unterschiedlichsten Menschen zusammenarbeiten kann.

Künftige Herausforderungen sieht er vor allem in einem veränderten Kundenverhalten: „Der Online-Einkauf wird zunehmen. Wir müssen es schaffen, dass der Kunde den Genuss in unseren Filialen stärker erfährt.“

Privat hat der passionierte Fußballer sein Glück gefunden: Im Sommer kommt Nachwuchs auf die Welt.