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Das Gemüse Nummer eins Tomaten

Heidrun Mittler | 05. April 2012

Sie sind zwar Alleskönner in der Küche, doch mittlerweile gibt es für jeden Verwendungszweck eine bestimmte Tomate. Die gängigsten Sorten.

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Es gab Zeiten, da galten Tomaten als schöne, aber giftige Zierpflanzen. Dieses Kapitel ist definitiv vorbei. Als einer der stärksten Umsatzträger in der Obst- und Gemüse-Abteilung hat sich dieses Fruchtgemüse längst einen festen Platz im Regal erobert. Heute sind die Verbraucher vielmehr wahre Fans der aus Südamerika stammenden „Tomatl“, mit einem durchschnittlichen Konsum von zehn kg pro Kopf.

In Deutschland werden allerdings nur 6 Prozent der verzehrten Menge produziert. Mehr als die Hälfte kommt aus den benachbarten Niederlanden, zweitgrößter Lieferant ist Spanien, Platz drei belegt Frankreich. Federführend sind die Niederländer auch, was den Ertrag angeht: 486 t pro Hektar, meist im Gewächshaus. Für jeden Verwendungszweck gibt es Spezialisten unter den Tomaten, die genau für diesen oder jenen Verwendungszweck geeignet sind. In Holland werden diese Sorten seit Jahren entwickelt und durch Kreuzung (also ohne Genmanipulation) gezüchtet.

Ein Blick auf den Anbau: Die Gärtner pflanzen drei bis vier Wochen alte Setzlinge in sogenannte Steinwolle, diese wird aus dem Naturstein Basalt gewonnen, der in der Eifel vorkommt. Zu jeder Pflanze führen kleine Schläuche für die Bewässerung. Über dieses System können die Anbauer gezielt Wasser und Dünger dosieren. Einige Wochen später bestäuben Hummeln die Blüten, Früchte entstehen. Nach insgesamt acht Wochen werden die reifen Tomaten von Hand geerntet.


Der weitaus größte Teil der niederländischen Früchte wird nach den Grundsätzen des integrierten Anbaus umweltbewusst produziert. Die Schädlingsbekämpfung erfolgt in dem geschlossenen Unter-Glas-System mit Nützlingen (wie der Schlupfwespe, ein Feind des Hauptschädlings weiße Fliege). Betrachtet man die Energiebilanz, lässt sich die Produktionweise als nachhaltig beschreiben. Denn durch den Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen die Gärtner aus Gas zugleich Wärme und Strom. Das CO2, das dabei entsteht, nutzen die Pflanzen zur Photosynthese. Den überschüssigen Strom können die Gewächshausbetreiber in das allgemeine Stromnetz einspeisen. In den Niederlanden werden so etwa 20 Prozent des dortigen Energiebedarfs der Haushalte abgedeckt.