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Warenverkaufskunde Milchnahrung für Säuglinge

Hedda Thielking | 18. April 2017

Milchnahrung für Säuglinge ist ein beratungsintensives Sortiment. Mitarbeiter in LEH und Drogeriemärkten sollten mit den wichtigsten Produktgruppen und deren Besonderheiten vertraut sein.

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Wenn die Mutter nicht stillt

Manche Mütter möchten oder können nicht (voll) stillen. Dann braucht das Baby eine industriell hergestellte Säuglingsmilch.

Junge Eltern wollen, dass ihr Sprössling gesund aufwächst. Dazu gehört auch eine gesunde Ernährung. Um eins klar zu stellen: Muttermilch ist die beste Nahrung für einen Säugling. Sie liefert ihm in optimaler Zusammensetzung alle Nährstoffe, die das Baby in den ersten Monaten benötigt. Muttermilch unterstützt nicht nur die Entwicklung und das Wachstum des Kindes, sondern sie schützt es beispielsweise auch langfristig vor Allergien und Adipositas (Fettleibigkeit). Deshalb sollte das Baby in den ersten vier bis sechs Monaten ausschließlich gestillt werden. Stillt eine Mutter nicht oder teilweise, ist industriell hergestellte Säuglingsmilchnahrung die einzige Alternative. Sie unterliegt strengen gesetzlichen Vorschriften (siehe Text rechts auf S. 63), wird nach hohen Qualitätsstandards hergestellt und streng kontrolliert.

Hersteller von Babynahrung bieten viele unterschiedliche Säuglingsmilchnahrungen an. Da fällt es manchen jungen Eltern schwer, sich zurecht zu finden. Deshalb sollten die Mitarbeiter im Markt die einzelnen Produktgruppen und ihre wesentlichen Unterschiede kennen, damit sie zumindest grundlegende Fragen der Eltern beantworten können. Dafür kann diese Warenverkaufskunde hilfreich sein.


Herstellung
Säuglingsmilchnahrungen sind hauptsächlich als Milchpulver zum Anrühren erhältlich. Manche Hersteller bieten sie zusätzlich als trinkfertige Nahrung an. Beide Darreichungsformen bestehen in der Regel auf der Basis von Kuhmilch. Im Werk durchlaufen die Rohwaren – das sind verschiedene flüssige Milchanteile und komplexe Fettsäure- und Vitaminmischungen – zunächst zahlreiche Qualitätstests. Untersucht wird zum Beispiel auf Pestizide oder bestimmte Keime. Für Milchpulver werden die flüssigen Milchbestandteile im Sprühturm getrocknet und so in Pulver verwandelt.

Anschließend werden die Komponenten je nach den speziellen Erfordernissen des Produkts entsprechend gemischt und schließlich in die Verpackungen gefüllt. Bis zum letzten Produktionsschritt werden zahlreiche Analysen nach festgelegten Qualitätsstandards durchgeführt.

Klar geregelt

Unabhängig von ihrer Marke und Preisklasse müssen Säuglingsmilchnahrungen gesetzlichen Vorschriften genügen: In der Europäischen Union regelt eine Richtlinie (2006/141/EG) die Zusammensetzung, Rückstandshöchstmengen und Kennzeichnung von Säuglingsmilchnahrungen (Anfangsmilch und Folgemilch; Erläuterung S. 64). In Deutschland wird diese Richtlinie in der Verordnung über diätetische Lebensmittel (Diätverordnung) umgesetzt. Hier sind z. B. der Energiegehalt und der Gehalt an Kohlenhydraten, Fetten, Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen gesetzlich vorgeschrieben. Außerdem muss der Hersteller angeben, ab welchem Alter die Säuglingsmilchnahrungen geeignet sind. Für diese Produkte gelten, wie für alle anderen Lebensmittel auch, die Anforderungen des allgemeinen Lebens-mittelrechts.

In den EU-Mitgliedsstaaten müssen sich Hersteller und Händler von Säuglingsnahrungen an den Internationalen Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) halten. Hierzulande ist er ebenfalls in der Verordnung für Diätetische Lebensmittel verankert. Der WHO-Kodex legt u .a. Kriterien für die Werbung von Muttermilch-Ersatzprodukten (Säuglingsanfangsnahrung) fest.

Ein paar Beispiele:

  • Es darf nicht der Eindruck erweckt werden, dass Flaschennahrung der Muttermilch gleichwertig oder überlegen ist.
  • Hersteller und Händler dürfen keine Werbemaßnahmen für Muttermilchersatzprodukte an die allgemeine Öffentlichkeit richten
  • Hersteller und Händler dürfen keine Gratisproben oder verbilligte Produkten von Säuglingsnahrungen, Flaschen oder Sauger an Verbraucher abgeben, die zum Kauf anregen, auch nicht über Fachkräfte wie Kinderärzte oder Hebammen.

Milchnahrungen: Was ist was?

Für Säuglinge sind Anfangs-, Folge- und Spezialnahrungen im Handel. Für Kleinkinder wird zusätzlich Kindermilch angeboten. Die Unterschiede.

Zu den Anfangsnahrungen zählen die Säuglingsmilchnahrungen mit den Bezeichnungen Pre und 1.

  • Pre-Nahrungen enthalten wie Muttermilch als einziges verdauliches Kohlenhydrat Laktose (Milchzucker). Sie sind daher ähnlich dünnflüssig wie Muttermilch.
  • 1-er Nahrungen enthalten neben Laktose Stärke oder andere Kohlenhydrate (z. B. Maltose oder Malto-dextrin). Dadurch wird die Nahrung etwas sämiger und sättigender. Sie ist kalorisch aber gleich oder fast gleich. Pre- und 1-Nahrungen können von Geburt an während des gesamten 1. Lebensjahres nach Bedarf gefüttert werden.

Folgenahrungen
Diese Säuglingsnahrung gibt es in den Stufen 2 und 3 im Handel. Folgenahrungen enthalten außer Milchzucker (Laktose) zusätzlich Stärke und andere Kohlenhydrate. In der Regel weisen sie auch einen höheren Eisengehalt als Anfangsnahrung auf.

  • Folgenahrungen 2 sind Milchnahrungen, die in ihrer Zusammensetzung auf das Beikostalter abgestimmt sind. Sie sollten frühestens ab dem 7. Lebensmonat im Rahmen einer gemischten Ernährung mit Beikost gefüttert werden. Sie können bei Bedarf gefüttert werden, wenn das Baby von der 1er-Nahrung nicht mehr satt wird. Sie ist häufig sämiger und etwas energiereicher.
  • Folgenahrungen 3 haben Hersteller für die Ernährung von Säuglingen ab dem 10. Monat entwickelt. Der Stärke-, Nährstoff- und Energiegehalt der 3er-Nahrung ist höher als der einer 2er-Nahrung, wodurch eine längere Sättigung erreicht wird.

Folgemilch ist für nicht gestillte Säuglinge nicht zwingend notwendig. Sie sollte nicht wie Anfangsnahrung nach Bedarf gefüttert werden, sondern genau nach Herstellerangaben.

Pulver oder trinkfertige Nahrung?

Milchpulver enthält pro Mahlzeit fast die gleichen Inhaltsstoffe wie eine trinkfertige Nahrung derselben Marke und Produktgruppe. Aufgrund eines anderen Herstellungsprozesses können sie jedoch etwas unterschiedlichschmecken. Die Pulverform ist praktischer zu beschaffen und preiswerter als trinkfertige Nahrung. Letztere hat wiederum den Vorteil, dass sie nur im Wasserbad erwärmt werden muss und praktisch für unterwegs sein kann.

HA-Nahrung
Anfangsnahrung wird zusätzlich als HA-Nahrung angeboten (HA Pre, HA 1). Sie richtet sich an nicht gestillte Säuglinge mit einem erhöhten Allergierisiko. Ein erhöhtes Allergierisiko haben Kinder, wenn Mutter, Vater und/oder Geschwister eine Allergie haben oder hatten.

HA steht für „hypoallergen“ und bedeutet weniger allergieauslösend. So ist bei HA-Nahrungen das enthaltene Kuhmilcheiweiß so weit aufgespalten, dass der Körper nicht so leicht mit Antikörpern darauf reagiert. Deshalb sollten nicht (voll) gestillte allergiegefährdete Säuglinge mindestens bis zum Beginn des 5. Monats HA-Anfangsmilch (HA Pre oder HA 1) erhalten. Wenn das Baby den ersten Brei isst, muss es keine HA-Nahrung mehr bekommen. Die Milchnahrung kann dann von HA-Nahrung auf herkömmliche Säuglingsmilch umgestellt werden. Zur Erweiterung des Sortiments bieten manche Hersteller auch HA-Folgenahrung an (HA 2).

Spezialnahrungen können sinnvoll sein, wenn nicht gestillte Babys immer wieder Probleme mit der Nahrungsaufnahme und -verwertung haben. So gibt es Spezialnahrungen für Babys mit Blähungen, Drei-Monats-Koliken und Verstopfung oder übermäßigem Spucken. Auch für Babys mit diagnostizierter Kuhmilcheiweißallergie und für Frühgeborene bieten einige Unternehmen besondere Nahrungen an. Sie enthalten speziell auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmte Inhaltsstoffe (s. Text unten „Spezialnahrungen“).

Spezialnahrungen

Die Anti-Reflux-Spezialnahrung (AR)richtet sich an Babys, die vermehrt spucken und aufstoßen. Sie enthält den natürlichen Quellstoff Johannisbrotkernmehl. Er macht die Nahrung besonders sämig und vermindert den Rückfluss in die Speiseröhre (Reflux).

Säuglinge können unter Blähungen, laktosebedingten Drei-Monats- Koliken und Verstopfung leiden, da ihr Verdauungssystem noch nicht vollständig entwickelt ist. Für dieseSymptome gibt es Spezialnahrungen mit weniger Laktose oder einer besonderen Fettstruktur, die diese

Wichtig
Spezialnahrungen sollten ausschließlich unter ärztlicher Kontrolle gefüttert werden. Bevor das Baby zum ersten Mal eine Spezialnahrung bekommt, sollte der Arzt in jedem Fall die individuelle Verträglichkeit der Nahrung testen. Klingen die Beschwerden trotz der Gabe von Spezialnahrung nach einigen Tagen nicht ab, sollten sich die Eltern erneut an den Arzt wenden.

Kindermilch
Zu den Säuglingsmilchnahrungen gibt es eine weitere Produktgruppe: die Kindermilch. Bei einer ausgewogenen Ernährung ist dieses Milchgetränk kein Muss.

Kindermilch sollte den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) entsprechen. Dazu zählen – im Vergleich zur Kuhmilch – unter anderem ein altersgerecht reduzierter Eiweißgehalt sowie ein höherer Gehalt an Vitamin D, Folsäure, Jod und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Einige Kindermilchen werden zusätzlich mit Ballaststoffen angereichert.

Kindermilch gibt es ebenfalls als Pulver und als trinkfertige Milch, und zwar jeweils in den Stufen Kindermilch 1+ und 2+. Manche Hersteller bieten auch die Stufe 3+ (Juniormilch) an. Kindermilch 1+ eignet sich für Kleinkinder ab einem Jahr und Kindermilch 2+ für Kleinkinder ab zwei Jahren – jeweils als Milchgetränk zum Frühstück, Abendessen oder für zwischendurch im Rahmen einer ausgewogenen und altersgerechten Kleinkindernährung. Da Kindermilch ein Milchgetränk und keine Mahlzeit ist, sollte das Kleinkind erst nach der Entwöhnung von der Flasche Kindermilch bekommen und diese nur aus dem Becher oder der Tasse trinken. Für Säuglinge ist Kindermilch nicht geeignet.


Kleines Lexikon

Viele Säuglingsmilchnahrungen enthalten Pro- und Präbiotika, GOS oder LCP. Doch was versteht man darunter?

Probiotika
Probiotika sind lebende, nicht krankheitserregende Mikroorganismen, die – in ausreichender Zahl und regelmäßig verzehrt – einen präventiven oder therapeutischen Effekt auf den Organismus haben können. Sie werden u. a. bei Durchfallerkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen, zur Stimulierung des Immunsystems und bei Allergien eingesetzt.

Präbiotika
Bei Präbiotika handelt es sich um unverdauliche Kohlenhydrate. Sie werden im oberen Verdauungstrakt nicht verdaut und stattdessen im Dickdarm durch die Mikroflora fermentiert. Typische Präbiotika sind bestimmte Oligosaccharide (GOS/FOS, siehe unten), Pektine und Inulin. Sie stimulieren das Wachstum günstiger Bakterien im Dickdarm und schützen das Baby möglicherweise vor Infektionen und Allergien.

GOS/FOS
GOS steht für Galacto-Oligosaccharide, FOS steht für Fructo-Oligosaccharide. Sie zählen zu den oben beschriebenen Präbiotika: unverdauliche Ballaststoffe, die das Wachstum günstiger Bakterien im Darm stimulieren.

Spezial-nahrungen
Die Anti-Reflux-Spezialnahrung (AR) richtet sich an Babys, die vermehrt spucken und aufstoßen. Sie enthält den natürlichen Quellstoff Johannisbrotkernmehl. Er macht die Nahrung besonders sämig und vermindert den Rückfluss in die Speiseröhre (Reflux).

Säuglinge können unter Blähungen, laktosebedingten Drei-Monats-Koliken und Verstopfung leiden, da ihr Verdauungssystem noch nicht vollständig entwickelt ist. Für diese Symptome gibt es Spezialnahrungen mit weniger Laktose oder einer besonderen Fettstruktur, die diese Verdauungsbeschwerden lindern können.

Spezialnahrungen zur Behandlung von Kuhmilcheiweißallergie sind diätetische Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke. Sie enthalten unter anderem stark aufgespaltenes Molkenprotein (ein Milcheiweiß) sowie die Kohlenhydrate Laktose und Maltodextrin.

Für nicht oder teilweise gestillte Frühgeborene stehen spezielle Nahrungen zur Verfügung, die auf den hohen Energie- und Nährstoffbedarf des Babys abgestimmt sind. Sie sind in Apotheken erhältlich.

Klar strukturieren

Ordnung und Übersicht sind im Regal für Säuglingsmilchnahrung das A & O. Wer sich nicht daran hält, verliert womöglich Kunden.

Das Regal für Babynahrung sollte grundsätzlich entlang der Phasen „Schwangerschaft“, „Stillzeit“, „Beikost“ und „Kleinkindalter“ strukturiert sein. Das entspricht der Suchlogik der Eltern und erleichtert es ihnen, das richtige Produkt zu finden.

Säuglingsmilchnahrungen gehören in die Phase Stillzeit und sollten am besten im Markenblock platziert werden. Innerhalb der Marken empfiehlt sich die Platzierung von links nach rechts in Anfangsnahrung (Pre, 1, HA Pre und HA 1), Folgenahrung (2, HA 2 und 3) sowie Kindermilch (1+, 2+, 3+). So können sich junge Eltern besser orientieren und das gewünschte Produkt schneller finden.

Für absatzstarke Produkte sollte ausreichend Regalfläche zur Verfügung stehen. Da Eltern beim Kauf von Babynahrung sehr markentreu sind, sollten man Out-of-Stocks meiden. Sonst kaufen die Kunden woanders ein.

Regalpflege
Beim Verräumen der Ware gilt wie immer das First-in-first-out-Prinzip.

Wichtig ist auch, dass die verschiedenen Milchnahrungen im Regal nicht durcheinandergeraten, was durch ähnliche Bezeichnungen, z. B. 1 für Anfangsnahrung und 1+ für Kindermilch schnell passieren kann. „Irrläufer“, die von Kunden an einen falschen Platz zurückgestellt werden, sollten wieder an die richtige Stelle einsortiert werden. Und: Nicht vergessen, das MHD regelmäßig zu kontrollieren. Alle Milchnahrungen sollen vor Wärme geschützt und trocken sowie fern von stark duftenden Produkten wie Waschpulver gelagert werden.


Auf einen Blick

Muttermilch ist die beste Nahrung für das Baby. Wenn die Mutter nicht stillen möchte oder kann, braucht das Baby eine industriell hergestellte Säuglingsmilch.

Für Eltern ist es nicht ganz einfach, sich in dem Dschungel der Säuglingsmilchnahrungen zurechtzufinden: Anfangsmilch, Folgemilch, Pre, 1, 2, 3, HA? Was bedeuten diese Begriffe bzw. Ziffern?

Anfangsnahrungen
Zu den Anfangsnahrungen zählen die Säuglingsmilchnahrungen Pre und 1. Pre-Nahrungen enthalten als einziges verdauliches Kohlenhydrat Laktose (Milchzucker) und sind ähnlich dünnflüssig wie Muttermilch. 1-er Nahrungen enthalten zusätzlich weitere Kohlenhydrate wie Stärke. Dadurch wird die Nahrung etwas sämiger und sättigender. Beide Nahrungen können während des gesamten ersten Lebensjahres nach Bedarf gefüttert werden.

Folgenahrungen
Folgenahrungen enthalten außer Laktose zusätzlich Stärke und andere Kohlenhydrate. In der Regel weisen sie auch einen höheren Eisengehalt als die Anfangsnahrung auf. Folge‧nahrungen gibt es in den Stufen 2 und 3. Die Stufe 2 sollten frühestens ab dem siebten Monat Lebensmonat im Rahmen einer gemischten Ernährung mit Beikost gefüttert werden. Sie ist häufig sämiger und etwas kalorienreicher. Die Stufe 3 wurde für die Ernährung von Säuglingen ab dem zehnten Monat entwickelt. Der Stärke-, Nährstoff- und Energiegehalt ist höher als der einer 2er-Nahrung, und die 3er-Nahrung sättigt länger. Folgemilch ist für die Ernährung von Säuglingen nicht zwingend notwendig.

HA-Nahrung
Nicht (voll) gestillte Baby mit einem erhöhten Allergierisiko sollten mindestens bis zum Beginn des fünften Monats eine HA-Anfangsnahrung (HA Pre oder HA 1) bekommen. HA steht für „hypoallergen“ (weniger allergieauslösend). In HA-Nahrungen sind die enthaltenen Kuhmilcheiweiße so weit aufgespalten, dass der Körper nicht so leicht mit Antikörpern darauf reagiert.

Spezialnahrungen
Diese Milchnahrungen sind beispielsweise gedacht für nicht gestillte Babys mit Blähungen, Drei-Monats-Koliken und Verstopfung, übermäßigem Spucken oder die Babys, die an einer Allergie gegen Kuhmilcheiweiß leiden. Die Inhaltsstoffe sind auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt. Spezialnahrungen sollten ausschließlich nach Rücksprache mit dem Arzt gefüttert werden.

Genau geregelt

Unabhängig von ihrer Marke und Preisklasse, müssen Säuglingsmilchnahrungen gesetzlichen Vorschriften genü-ähngen. So sind u. a. die Art und Menge der Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe genau vorgeschrieben.

Fläschchen richtig zubereiten

Wer für das Baby eine Flaschenmilch zubereitet, sollte die Hinweise auf der Verpackung verfolgen und einige Hygienetipps beachten.

Stillen ist in den ersten Lebensmonaten das Beste für das Baby. Wenn die Mutter nicht stillt, braucht das Baby eine industriell hergestellte Säuglingsmilchnahrung. Eltern sollten darauf achten, dass Milchnahrung aus Pulver richtig zubereitet sowie Flasche, Ring und Sauger vor Gebrauch sauber sind. Hierzu einige Tipps:

  • Vor der Zubereitung die Hände waschen.
  • Am besten frisches Leitungswasser verwenden. Dafür den Wasserhahn so lange aufdrehen, bis das abgestandene Wasser abgeflossen ist und frisches Wasser nachfließt. Leitungswasser im Wasserkocher oder im Topf auf max. 40 Grad C erwärmen, zu heißes Wasser abkühlen lassen.
  • Kein Wasser aus Bleileitungen, kein ungeprüftes Trinkwasser aus Hausbrunnen, kein Leitungswasser aus Wasserboilern, kein gefiltertes Wasser nutzen. Alternativen: abgepacktes Wasser, das „für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet“ ist, oder „Babywasser“.
  • Die Milchnahrung immer frisch und genau (!) nach Herstellerangaben zubereiten.
  • Die Packung nach dem Öffnen gut zu verschließen und nicht im Kühlschrank lagern.
  • Milchreste immer ausgießen. Auf keinen Fall die Milchnahrung länger warmhalten oder noch einmal erwärmen. Es können sich unerwünschte Keime vermehren.
  • Fläschchen, Sauger, Ring und Deckel kalt aus- bzw. abspülen und in der Spülmaschine bei 65 Grad C reinigen. Beim Spülen von Hand eine Flaschenbürste benutzen, die ausschließlich zum Reinigen der Babyfläschchen verwendet wird. Außerdem Spülmittel und heißes Wasser verwenden und gründlich mit klarem Wasser nachspülen. Flasche und Sauger mit der Öffnung nach unten auf einem sauberen Küchentuch trocknen lassen.
  • Gummisauger mehrmals wöchentlich
    für mindestens zwei Minuten
    auskochen (bei Silikonsaugern
    nicht nötig).
  • Flasche und Zubehör trocken und
    sauber aufbewahren.
Unterwegs

Für unterwegs können Eltern abgekochtes Trinkwasser in einer sauberen Thermoskanne mitnehmen und vorher die richtige Menge Milchpulver in das trockene Fläschchen füllen. So kann dann die Milchnahrung vor Ort einfach frisch zubereitet werden.

Wissen checken

Wer aufmerksam gelesen hat, kann die folgenden Fragen beantworten:

 

Fragen

  1. Worin unterscheiden sich Säuglingsanfangs- und Folge-nahrung?
  2. Was versteht man unter einer HA-Nahrung?
  3. Was sollten Eltern bei der Verwendung von Spezialnahrungen berücksichtigen?

 

Antworten

  1. Säuglingsanfangsnahrung enthält als einziges Kohlenhydrat Laktose (Milchzucker). Folgenahrung kann weitere Kohlenhydrate enthalten.
  2. HA-Nahrung ist hypoallergen (weniger allergieauslösend). Die Kuhmilcheiweiße sind so weit aufgespalten, dass der Körper nicht so leicht mit Antikörpern reagiert.
  3. Spezialnahrungen sollten nur nach Rücksprache mit dem Arzt gefüttert werden.

 

Die Warenverkaufskunde erscheint regelmäßig als Sonderteil im Magazin Lebensmittel Praxis. Wir danken der Milupa Nutricia GmbH für den fachlichen Rat und das zur Verfügung gestellte Material.

LPV GmbH

Am Hammergraben 14
56567 Neuwied
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