SuperMarkt des Jahres 2012 Champions League

Der „SuperMarkt des Jahres“ ist die erste Liga der Handels- Champions. Und wie im Sport liegen auch hier unbändige Freude und tiefe Enttäuschung manchmal dicht beieinander.

Donnerstag, 31. Mai 2012 - Rückblick
Tobias Dünnebacke
Artikelbild Champions League
Bildquelle: Hoppen

Der Vorhang ist gefallen, die Musik verstummt, der Kölner Tanzbrunnen mit Blick auf Rhein und Dom wie leer gefegt. Spannung, Emotionen, Notalgie, Enttäuschung, aber auch unbändige Freude prägten die festliche Verleihung der Auszeichnung „SuperMarkt des Jahres“, die in diesem Jahr bereits zum 20. Mal vergeben wurde. Über 600 Entscheider aus der Branche waren in die Domstadt gekommen, um die Elite der deutschen Lebensmittel-Einzelhändler zu feiern. Einige der Nominierten, die es am Ende nicht auf das Treppchen geschafft haben, werden mit gesenktem Haupt in ihre Märkte zurückkehren. Sie werden sich, um es mit den Worten von Klaus Dohle von der Hit-Handelsgruppe zu sagen, „fühlen wie derzeit Bayern München“. Der Vergleich passt, denn der „SuperMarkt des Jahres“ ist die Champions League des deutschen LEHs. Und so groß auch die Enttäuschung derer sein mag, die ohne Pokal nach Hause fahren mussten: Für die vier Ausgezeichneten aus Meldorf, Heidelberg, Bad Honnef und Heide war dieser Abend am 22. Mai sicher das Größte, denn sie wissen: Wer den Pokal hat, ist der Beste.

Vor der Verkündung der Ergebnisse baten LP-Chefredakteur Reiner Mihr und Redakteurin Christina Steinheuer lange Wegbegleiter des Wettbewerbs auf die Bühne, um einen kurzen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Unter ihnen auch Peter Frauen, den ersten Preisträger aus dem Jahr 1993. Das Leben des Einzelhändlers sei angesichts heutiger Herausforderungen zwischen Multichannel-Strategien, Energieeffizienz, Bio und Regionalität zwar etwas „gemütlicher“ gewesen. Allerdings konstatierte der (noch immer aktive) Kaufmann auch, dass ein guter Markt alle fünf Jahre generalüberholt werden muss, um mit den Besten mithalten zu können. Einigkeit herrschte bei allen Diskussionsteilnehmern bei der Frage nach der Zukunft des Vollsortiments. „Die Vollsortimenter gewinnen wieder Marktanteile, wobei uns sicher der demografische Wandel und ein generelles Umdenken in der Bevölkerung hinsichtlich der Wertigkeit von Lebensmitteln hilft“, fasste es Friedhelm Dornseifer, Rewe-Kaufmann und BVL-Präsident, treffend zusammen.

Um neue Herausforderungen, die Zeichen der Zeit und den Stellenwert des selbstständigen Einzelhandels ging es auch im Vortrag von Markus Mosa, Edeka-Vorstandsvorsitzender und diesjähriger Key-Note-Speaker. Sein Credo: Trotz steigender Technisierung der Prozesse und wachsender Herausforderungen im Multichannel-Bereich: „Die Ware selbst wird der Star bleiben.“

Mit dem festlichen Abschluss nahm ein arbeitsintensives Jahr ein Ende, in dem sowohl die Bewerber als auch die LEBENSMITTEL PRAXIS und ihre Partner alles gegeben haben. Dabei wurde deutlich, dass es auf Grund der gestiegenen Qualität der Bewerbungen schwieriger wird, die richtige Wahl zu treffen. „Man geht manchmal mit einem schlechten Gefühl aus den Verhandlungen“, sagt „Mr. SuperMarkt des Jahres“ Jörg Hieber, selbst vielfacher Preisträger und Jury-Mitglied. Schließlich könne es am Ende nur einen ausgezeichneten Markt pro Kategorie geben, auch wenn die Wettbewerber manchmal nur um Haaresbreite hinter dem Erstplatzierten liegen. Auch dieses Jahr gab es wieder hitzige Debatten in der hochkarätig besetzten Jury. Doch wie beim Sport gilt: Den Kopf hängen lassen ist keine Alternative. Es gilt, die Wunden zu lecken und aufs Neue anzugreifen. Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb. Dass sich Hartnäckigkeit und Biss auszeichnen, hat zuletzt 2011 Rewe-Marktleiter Stefan Zizek (Frankfurt Bornheim) bewiesen: Drei Anläufe waren nötig, bis er die Trophäe nach Hause holen konnte.

Bild: Deckenkulisse beim „SuperMarkt des Jahres“ mit neuen Einkaufswagen der Firma Wanzl.
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