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Fischtheke des Jahres 2017 Frische der Extra-Klasse

Andrea Kurtz | 01. Dezember 2017

Erneut in Bremerhaben zu Gast: die neun nominierten Teams für die „Fischtheke des Jahres“. Auch 2017 hat die LP gemeinsam mit Deutsche See Supermärkte, Verbrauchermärkte und die Großfläche aufgefordert, ihre Fischtheken ins Rennen zu schicken. In der Captains Lounge des Atlantic Sail City wurden – mit Blick auf die Nordsee die Preise vergeben.

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Kompetenz lohnt sich

Nur Sauberkeit und Sortiment waren gestern. Bei den Fischtheken zählen heute Individualität, Inszenierung und Service – bis hin zu verschiedenen gastronomischen Konzepten.

Der neue Konsument sucht nach Sinnstiftung in der Einkaufsroutine, postulierte Psychologe Stephan Grünewald vom Kölner Marktforschungsinstitut Rheingold beim diesjährigen Supermarkt des Jahres in Bonn. Der Kunde erwarte individuelle Betreuung, sozialen Kontakt und Unbedenklichkeitsgarantien von seinem Händler, beispielsweise in Sachen Nachhaltigkeit, führte er aus. Vor allem aber fordere er Inspiration, Tipps und Rezepte, quasi eine emotionale Vollversorgung. Das passt alles zu dem, was in Sachen Frischfisch in Bedienung derzeit State of the Art ist – und was alle diesjährigen Nominierten für die Fischtheke des Jahres 2017 zeigen.

Richtig in Szene gesetzt
Die Inkognito-Marktbesuche legten dar: Wurde früher Fisch einfach verkauft, wird er heute inszeniert und vermarktet. Und hier beschränken sich die Aktivitäten längst nicht mehr auf die Matjeswochen. Es wird beispielsweise im Markt geräuchert, es werden Sushi produziert und Garnelen in verschiedenen Varianten convenient zubereitet. Zudem werden Fischsalate und andere Spezialitäten für den Grill oder die festliche Tafel in großer Vielfalt produziert. Darüber hinaus geht es locker und kommunikativ an den Fischtheken zu. Es wird aktiv und engagiert beraten: Das steigert den Umsatz. Das alles geschieht auf einer enorm hohen Wissensbasis, die auf den ganzen Markt abstrahlt und dessen Frischekompetenz hebt.


Harter Job für die Jury
So eng beieinander lagen die Bewerber jedenfalls noch nie und die hochkarätige Jury hatte ordentlich zu tun, bis sie auf Basis von Dossiers und Filmen zu einer Wertung kam. Auch wenn die Entscheidung knapp war: Es zeigte sich deutlich die hohe Qualität aller Bewerber. „Das sind alles Sieger“, so der einhellige Tenor.


Nachbarschaftsorientiert

Supermärkte - Die drei Nominierten bei den Supermärkten zeigen: Rewe-Kaufleute schaffen es, sich auf kleinen Flächen optimal auf die Stammkunden einzustellen und hochwertig zu verkaufen.

Platz 1
Rewe Center in Freiburg/Breisgau. Der 2013 übernommene und mit 2 Mio. Euro umgebaute ehemalige Migros-Standort in der Freiburger Fußgängerzone ist 2.406 qm groß. Die Fisch- Abteilung hat 50 qm mit einer 15 m langen Theke. Der Abteilungsumsatz liegt bei 108.000 Euro pro Monat.

Verantwortet wird die Abteilung von Volker Düssing und seinem sechsköpfigen Team. Und der ist darauf erpicht, das Besondere herauszustellen. Das Sortiment hat einen großen Bio-Schwerpunkt; das ist in der grünen und stark studentisch geprägten Stadt ein Muss. Rund 5 Prozent des Thekenumsatzes stammen aus dem Bio-Sortiment, allein beim Lachs entfallen 20 Prozent auf Bio. Die vielen Stammkunden sowie die sehr hohe Kaufkraft geben dem Thekenpersonal viele Chancen, um hochwertig zu verkaufen. So wird aus dem Aktionsartikel Rotbarsch-Filet häufig das teurere Rückenfilet.

Platz 2
Rewe Kramer in Recklinghausen. Die Kaufkraft ist hier natürlich längst nicht so hoch wie in Freiburg. Doch die Fakten können sich sehen lassen. 60 qm groß ist die Abteilung des Marktes am Stadtrand, die Theke direkt im Eingangsbereich misst 13 m. Abteilungsleiterin Marion Gayk macht mit vier Mitarbeitern einen Monatsumsatz von 45.800 Euro – inklusive 11.900 Euro Imbiss. Nach dem Neubau am alten Standort ist das Umsatzplus zweistellig – zuletzt waren es 48 Prozent. Als Besonderheit hat Inhaber Ralf Kramer einen eigenen Räucherofen, einen stark frequentierten Gastro-Bereich mit Imbiss und To-Go-Angebot – und er verpackt beispielsweise Gewürze selbst als Eigenmarke. Die Theke ist MSC und ASC zertifiziert. Als Lieferanten greift Kramer auf Wilken und die Deutsche See zurück; geliefert wird täglich. Die Feinkostsalate stammen von Dahlhoff.

Platz 3
Rewe Fünf Höfe in München. Der einzige Rewe-Premium- Markt Deutschlands befindet sich im Münchener Innenstadt-Einkaufszentrum „Fünf Höfe“. Ende 2015 wurde er eröffnet, mehr als 80 Prozent Umsatzplus sind da natürlich fast selbstverständlich. Der Markt ist 1.528 qm groß, hat eine 6-m-Theke mit Rondelle. Die ganze Abteilung hat 35 qm.

Hochwertig, zielgenau zugeschnitten auf die Kundschaft ist das Sortiment. 18.700 Euro erzielt der Fisch-Bereich im Monat; der Imbiss schlägt mit 2.700 Euro zu Buche. Dabei liegt der Markt im Untergeschoss; der Kunde muss die Rolltreppe nehmen. Dort aber landet er im wahrsten Sinne des Wortes in einem „Frischeparadies“: in einer Blumen- und Pflanzen-Abteilung mit Wasserfall. Die Konkurrenz bei Fisch ist heftig: Dallmayr, Käfer, der Viktualienmarkt inklusive zwei alteingesessener Fischgeschäfte liegen in unmittelbarer Nähe.


Gastro-Kombis

Verbrauchermärkte - Gab es bei den Supermärkten eine Rewe-Dominanz, punkten bei den Verbrauchermärkten die E-Center mit breiten Sortimenten und schlüssigen Gastrokonzepten.

Platz 1
Das E-Center Offenburg mit seinen rund 3.500 qm, einer 30 qm großen Fischabteilung und einer 8 m langen Theke ist ein veritabler Bestandsmarkt; 1973 errichtet, 2008 renoviert. Ungerechnet auf Vollzeit zählt das Team von Fachbereichsleiter Georg Schindler 5,2 Köpfe. Er war auch in der Jury vertreten, hielt sich natürlich an dieser Stelle zurück. Der Markt ist ein alter Bekannter: Er wurde bereits mit der Fischtheke 2011 ausgezeichnet, und hat sich in dieser Zeit auch weiterentwickelt. Erwirtschaftet werden durchschnittlich 58.000 Euro im Monat – davon fast 12.ooo Euro allein über den Imbissbereich. Und die Umsatzentwicklung geht immer noch nach oben, trotz des Alters. Dazu tragen u. a. regionale Spezialitäten wie die Forellen aus dem Eyachtal oder der Lachs von Vidal aus Staudt/Montabaur bei. Bei Aktionen im Markt wird der Warmverzehr mit einbezogen; so gibt es beispielsweise Paella, wenn Spanien im Aktions-Fokus steht. Die Theke ist MSC, ASC und Bio-zertifiziert.

Platz 2
E-Center Kreuzberg in Neuwied. 2014 eröffnete Inhaber und Edeka-Urgestein Conny Kreuzberg seinen dritten Markt, immer getreu seiner Ägide: „Schon als kleiner Junge wollte ich so einen Laden haben, wie die Tante Anna bei uns im Dorf.“

Großzügig, mit grünen und hölzernen Elementen, mit LED beleuchteten Fach-Inseln sind die 3.950 qm des E-Centers eine wahre Freude. 90 qm – also eine ansehnliche Fischabteilung mit 6 m Thekenfront und zusätzlich einer 7 m langen, offenen Präsentation. Täglich wird frisch geräuchert, Fischfrikadellen werden zubereitet, Muscheln mariniert und rund 150 Fischbrötchen belegt und verkauft! Der Umsatz kann sich sehen lassen: 65.000 Euro im Monat, davon 4.000 Euro vom Imbiss.

Platz 3
E-Center Gaimersheim. In unmittelbarer Nähe der Zentrale der Edeka Südbayern ist ein Flagshipstore entstanden, der das bisherige Architekturkonzept weiterentwickelt hat und in dem PoS-Innovationen getestet werden. In 18 Monaten entstanden so 2015 rund 3.000 qm umbaute Fläche als Stahl-, Glas-, Holz-Kombination. Die Glasfassade steht direkt an der Straße, dadurch wurde die verloren gegangene Tradition des klassischen Schaufensters wieder aufgenommen. Statt der früher üblichen 50 Artikel sind nun 35.000 Produkte zu sehen. 15 qm ist die Fischabteilung groß; mit der 5 m langen Theke werden 28.000 Euro Monatsumsatz erwirtschaft. Dafür ist das 2,5 Personen starke Team um Abteilungsleiterin Christiane Gehrke zuständig – inklusive drei ausgebildeten Köchen, die die „Kochbar“ zu einem Highlight machen. Und denen machen 27 Prozent Umsatzplus natürlich Spaß.


Individuelle Größe

Großfläche - Die drei Kandidaten dieser Kategorie sind Magneten für fischaffine Stammkunden. Und diese bedienen sie mit Vielfalt und einer stringenten Preis- und Angebotspolitik statt nur mit Masse.

Platz 1
Das Rewe-Center in Heppenheim hat Ende 2015 nach langem Umbau neu eröffnet und ist wirklich der größte diesjährige Bewerber mit 7.192 qm Verkaufsfläche. Die Fischabteilung hat 60 qm mit 12 m Theke. Der Monatsumsatz beträgt 40.600 Euro. Drei Mitarbeiter unterstützen Center-Manager Daniel Ludorf in diesem Bereich.

Alle Frische-Abteilungen sind offen gestaltet und entsprechen damit der Großzügigkeit des gesamten Marktes mit seinen vielen offenen Regalen und Stellagen. Hier wird aktiv produziert und verkauft. Aus dem eigenen Räucherofen kommen täglich 15 verschiedene Artikel. Toll: Die Forelle aus dem Spessart, deren Geschichte jeder Mitarbeiter erzählen kann. Der ehemalige toom am Stadtrand nutzt auch seinen großzügigen Parkplatz für regelmäßige Aktionen wie das Oktober- oder das Grillfest. Steckerlfisch wird dabei oft vor den Augen der Kunden hergestellt.

Platz 2
Kaufland in Ellwangen. Im Industriegebiet Neunstadt-Neunheim nahe Ellwangen auf der Schwäbischen Alb liegt der Kaufland mit seiner Top-Erreichbarkeit. Er verfügt über 6.500 qm Verkaufsfläche. Die Fischabteilung hat 35 qm mit einer knapp 8 m langen Theke für den Frischfisch. Der Monatsumsatz liegt bei 25.350 Euro. Seit Jahren verzeichnet der Markt ein zweistelliges Umsatzplus. Die Warenbereichsleiterin Doris Dehling managt die Abteilung mit zwei Kräften. Man sieht, dass Fisch aktiv für die Kundenbindung genutzt wird. Davon zeugen die vielen wöchentlichen Angebote. Die verkaufsstärksten Produkte sind Seelachs-, Kabeljau- und Lachsfilet. Pro Woche sind fünf bis sieben Artikel in der Werbung, die maximal 20 Prozent günstiger angeboten werden. Diese Aktionsware wird am stärksten nachgefragt, die Kunden kaufen viel nach Handzettel bzw. orientieren sich an den Angebotstafeln vor Ort.

Platz 3
Bungert in Wittlich. 5.000 qm groß ist das Lifestylehaus für Mode und Genuss. Die Fischabteilung bringt es auf 100 qm mit einer 10 m langen Theke. 48.750 Euro Monatsumsatz werden erzielt, ohne Imbiss. Der Abteilungsleiter Frische Thomas Richter verzeichnet immer noch einen fast zweistelligen Umsatzzuwachs, obwohl der Markt alteingesessen ist und schon seit 1950 am Ort ist.

Tolle Kundenaktionen fallen auf wie Fisch-Schlemmerabende oder eine Präsenz bei Modeschauen mit Feinkostsalaten. Diese werden übrigens selbst gemacht – unter der Eigenmarke Casa Culinaria.

LPV GmbH

Am Hammergraben 14
56567 Neuwied
Tel.: +49 (0)2631 879-0
Fax: +49 (0)2631 879-201

Web: www.lebensmittelpraxis.de

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