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ISM Blick nach vorne

Dieter Druck | 10. Februar 2011

Große und kleine Trends spiegeln sich in den Innovationen auf der ISM wider. Die Branche sieht inzwischen Verständnis im Handel für höhere Endverbraucherpreise.

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Verhalten optimistisch – so kann die Grundstimmung auf Herstellerseite in den Kölner Messehallen beschrieben werden. Unverändert steigende Rohstoffpreise drücken vor dem Hintergrund der in den Jahresgesprächen von Handelsseite gestellten Forderungen doppelt. Man spricht nicht über Preise, weder in horizontaler noch in vertikaler Richtung. Aber die Preiserhöhungen gelten als unumgänglich. Es werden allerdings erste Anzeichen gesehen, dass die generell ablehnende Haltung auf Handelsseite bröckelt und Verständnis für die Herstellerposition sich durchsetzt.

Krüger trat „in der Gruppe" auf und war auch bei der 41. ISM eine feste Größe im Messebild. Die Schokoladensparte (Ludwig Schokolade) fokussiert in diesem Jahr auf die Marke Trumpf als offizieller Sponsor des Eurovision Song Contest in Düsseldorf. Damit verbunden sind TV- und Radiokampagnen, Online-Gewinnspiel sowie PoS-Platzierungen der Marken Schogetten, Edle Tropfen in Nuss, Edle Pralinen, Edle Trüffel Goldnuss und Aero. Neu ist die Sommer-Edition 2011 für Schogetten, die beliebte Eissorten wie beispielsweise Fürst Pückler aufgreifen. Bei Edle Tropfen in Nuss werden Cocktail-Klassiker in einer limitierten Edition für den Sommer nussig umhüllt. Interessant für den Handel ist das Instrument Probierschütte. Die 1/4-Chep Platte mit Edle Trüffel beinhaltet z. B. 150 Trüffel-Pralinés im Einzel-Flowpack zum Probieren. Beim Kaubonbon Fritt wird noch in diesem Monat die Sorte Lakritz eingeführt.
In der Instant-Sparte von Krüger, die Marke feiert heuer den 40. Geburtstag, überzeugen die Verkaufserfolge von Chai Latte. In diesem Jahr erweitern „Chai Latte ungesüßt" sowie die verzehrfertige Variante „Chai Latte to go" in der PET-Flasche das Angebot.

Manner hat im rückläufigen Segment Waffeln ohne Schokolade seinen Marktanteil auf 20 Prozent (LEH ohne Discount) sowie die Distribution (gewichtet 74 Prozent) ausgeweitet und investiert verstärkt in die Marke. Ab März startet eine TV-Kampagne, deren Thematik im Jahresverlauf cross-medial über Internet, PoS etc. aufgegriffen wird. Auf Produktseite steht unter der Marke Casali die XL-Schoko-Banane im Vordergrund – Bananenschaum mit einem hohen Fruchtanteil von 12 Prozent und das Ganze schokoliert.

Loacker orientiert sich im deutschen Markt u. a. in Richtung Riegelformate. In Italien, so Deutschland-Geschäftsführer Sascha Löhr, sei dieser Schritt schon vollzogen. Hierzulande laufen gerade Tests im LEH. Des Weiteren werden mit der Range „Rose of the Dolomites" die Schritte in Richtung Pralinensegment gelenkt. Das Schokoladenfeingebäck ist erst einmal für den „Fach- und Premiumeinzelhandel" konzipiert. Die Klassiker-Range von Loacker wird um die Variante Espresso erweitert, mit einer speziell für Loacker kreierten Mischung und Röstung.

Brandt setzt dem Mini-Trend mit den Micro-Minis-Zwieback noch eins drauf und bedient gleichzeitig über den wieder verschließbaren Becher den Aspekt des mobilen Verzehrs (neudeutsch: to go). Die kleinen Stücke in den Sorten Milch-Kakao, Mandel und Sesam werden voraussichtlich im September auf den Markt kommen und von Verkostungen am PoS begleitet. Bereits im Mai startet der Tigerenten-Zwieback. Das Sommergeschäft soll durch die Saisonvarianten Kokos-Kakao und Quark-Limette zusätzliche Impulse erhalten.

Stollwerck setzt auf maßgeschneiderte Konzepte für nationale und internationale Handelspartner. 26 der 30 größten europäischen Handelsunternehmen stehen auf der Kundenliste. Neu sind u. a. so genannte Chocolate-Buttons, das sind gefüllte und ungefüllte, flache Schokoladenstücke (One-Bites). Sie sind in England weit verbreitet, für den hiesigen Markt neu. Auch für Cluster-Produkte jenseits von Cornflakes und Mandelsplitter haben die Kölner Potenzial ermittelt. Schoko-Spekulatius, Schoko-Toffee oder Schoko-Honig sind neue Kreationen, die dem Handel vorgestellt werden. Unter Sarotti – die Kakao-Schokolade wurde ein neuer Markenauftritt initiiert, der daran festmacht, dass laut Mafo ein „Mehr an Kakao" für den Verbraucher ein „hoch relevanter" Kaufaspekt ist, der über Sarotti glaubwürdig vermittelt wird. Mit Alpia wollen die Kölner am Wachstums-segment Puffreis partizipieren. Ab April werden zwei Sorten eingeführt. Auch das Snack- und Riegelsegment ist im Blickfeld, das ab Herbst mit Alpia Süße Pause bedient werden wird. Zur Weihnachtszeit wird das Saisonangebot unter der Lizenzmarke Käfer erneut aufgelegt und für Ostern 2012 um weitere Artikel ausgebaut.
Ültje schloss im vergangenen Jahr mit einem überproportionalen Plus von gut 10 Prozent ab und baute seine marktführende Position im Segment Erdnüsse von 32 auf 36 Prozent aus. Dass Ursprünglichkeit und Herkunft auch in diesem Knabbersegment relevante Kaufimpulse liefern, wollen die Snackanbieter aus Schwerte mit „Bolivianische Erdnüsse" belegen. Das ist eine Mischung dreier ursprünglicher Sorten aus der Heimat der Erdnuss. Das Ganze ist zunächst als Aktionsauftritt mit Zweitplatzierungen im klassischen LEH konzipiert. Zeitraum: Juli bis September. Daraus kann mehr werden. Die Variante Ültje-Crispers Chakalaka beweist es. Die teigummantelten Erdnüsse sind jetzt ganzjährig zu haben. Als zusätzliche Stimulanz werden übers Jahr u.a dem Handel fünf Überfüllungsaktionen mit unterschiedlichen Produkten geboten.

Zentis präsentierte in den Kölner Messehallen das Ergebnis eines umfassenden Markenrelaunchs bei den Saison-Süßwaren, basierend auf den Erkenntnissen aus einer nationalen GfK-Verbraucherbefragung. Ein wesentlicher Aspekt der Erneuerung ist die höhere Wiedererkennung am PoS. Ebenfalls deckte die Verbraucheranalyse der Aachener eine „Trend zu mehr Süße" auf, dem über den Ansatz „Alpenmilch-Schokolade" sowohl im Saison- als auch Jahresartikelangebot Folge geleistet wird. Neu kommt in diesen Tagen die Sorte ChocoBalls im 100-g-Beutel in den Handel. Das SpongeBob-Lizenzprodukt wird in Aktionen über Displays und Bodenaufsteller verkauft.

Die Starkfried GmbH mit Sitz in Norderstedt ist seit 2008 europäisches Headquarter der Jelly Belly Candy Company. Auf der Agenda steht, die Kult-Bohnen aus USA in diesem Jahr breiter im LEH zu distribuieren. Das betrifft sowohl das abgepackte Sortiment als auch den Verkauf loser Ware, ein Aspekt, der insbesondere im klassischen LEH an Bedeutung gewinnt. Weil nicht so in der Preisoptik, sind daran gute Margen für die Handelspartner geknüpft. Mehr als 50 verschiedene Geschmacksrichtungen, basierend auf natürlichen Zutaten, umfasst das Angebot. Neu sind sechs fruchtige, alkoholfreie Varianten, die sich an weltbekannten Cocktails orientieren (Cosmopolitan, Mojito, Margarita, Piña Colada etc.). Im Handel sind sie in der 125-g-Geschenkbox und im 100-g-Beutel erhältlich.

Chocolats Camille Bloch, Schweizer Traditions-Chocolatier, verstärkt die Vertriebsaktivitäten in Deutschland. Die Produkte sind u. a. gelistet bei Kaufhof, Karstadt, Teilen der Rewe und Edeka sowie beim Drogeriemarkt Müller. Zudem werden sie im Fachhandel und bei Süßwarenfilialisten angeboten. Im Zuge der weiteren Internationalisierung soll gleichzeitig die Präsenz in Duty-Free-Kanälen gesteigert werden. In einem gesättigten und sich gleichzeitig polarisierenden deutschen Schokoladenmarkt sieht Unternehmenschef Daniel Bloch noch Platz für Schweizer Schokoladen-Spezialitäten. Er nennt das Beispiel der Mousse-Schokoladen, mit denen man, bevor andere Hersteller sich des Themas angenommen hätten, beim Handel auf große Resonanz gestoßen sei. Und Vergleichbares erfahre man derzeit bei der Vorstellung neuer Spezialitäten. „Im vergangenen Jahr haben wir uns in Deutschland erfolgreich entwickelt und unseren Umsatz um 50 Prozent gesteigert", resümiert Exportleiter Volker Kremser. Natürlich sei man mit 1 Mio. Euro Umsatz noch ein Nischen-Player, der jedoch nachhaltig und organisch wachse. Besondere Ambitionen hat Kremser beispielsweise mit der Marke Ragusa. Der rechteckige Schoko-Riegel soll in der Schweiz Kult-Status genießen und mit den heute üblichen Riegeln nichts gemein haben. Im Heimatland ist er nach eigenen Angaben „Leader" im Impulsbereich. Klassiker ist der 50-Grammer, dem neuerdings eine „halbe Portion" (25 g) an die Seite gestellt wird. Ein weiterer Klassiker ist Torino, eine Milchschokolade mit Mandelcréme- und Haselnuss-Füllung. Neu sind hier das rundere Tafelformat mit mehr Füllung, Packungs-Design und Torino Noir mit dunklerer Füllung.

Griesson - de Beukelaer vollzieht zum Frühjahr hin den großen Markenrelaunch für die Prinzenrolle, wobei Verbraucherwünsche in einem starken Maße berücksichtigt wurden. So ist die klassische 400-g-Packung jetzt wiederverschließbar. Darüber hinaus ist die Prinzen-Rolle auch in der 235-g- und 140-g-Version erhältlich. Nach dem Relaunch weisen jetzt alle Sorten, ausgenommen die Minis, den gleichen Durchmesser aus, was sich auch bei den Füllungsanteilen niederschlägt. Der Soft Cake Orange wird ab sofort auch in der Version mit Vollmilch-Schokolade im Handel angeboten. Und erstmals kommt in diesem Jahr eine Winteredition in die Märkte.

Confiserie Heilemann (Umsatz 2010: 30 Mio. Euro) blickt auf ein sehr erfolgreiches Weihnachtsgeschäft zurück, das zweistellig gegenüber dem Vorjahr zulegte. Darüber hinaus wurde die Distribution ausgebaut. Sie erreicht bei den Kauf- und Warenhäusern inzwischen 98 Prozent und bei den Vollsortimentern 37 Prozent. Für die kommende Weihnachtssaison hat Heilemann den Nussknacker als stark traditionsbehaftete Leitfigur auserkoren. Er ziert sechs neue Einzelprodukte. Für das diesjährige Osterfest werden u.a. handdekorierte Eier als Neuheit offeriert.
Genuport präsentiert zum 2. Quartal 2011 die US-amerikanische Kult-Marke Pepperidge Farm in einem neuen Outfit und erweitert das Sortiment, darunter den in USA sehr populären Doppelkeks Pepperidge Farm Milano. Ebenfalls Zuwachs erfährt in Norderstedt das Gebäcksortiment von Delacre, u. a. durch die Premium-Gebäckmischung Sensations. Für den Sommer gerüstet ist Diamant Eis-Zauber. Ab April bringt die Sorte „für Joghurt" neue Anreize für Selbermacher. Auch gibt der amerikanische Markt einen klaren Trend für Joghurt-Eis vor.

Ricola reagiert mit der neuen Sorte „Honig-Kräuter" auf die aktuellen Entwicklungen im deutschen Hustenbonbonmarkt. Marktzahlen belegen für das Segment Honig mit 37 Prozent Plus ein überproportionales Wachstum hierzulande. Hauptwachstumstreiber im Handel: Kombinationen aus Honig und Kräutern.

Messethemen und Trends


  • Frucht in allen Facetten, von Ananas bis Zitrone, auch der Aspekt heimische Früchte mit Blick auf Ursprünglichkeit und Regionalität spielt eine Rolle
  • To-go-Konzepte als Variante des Snackens, wobei der Cup (Becher) als Verpackung vermehrt auftritt
  • Mini- und Micro-Formate sind weiterhin en vogue
  • natürliche und hochwertige Zutaten („frei von")
  • Lactose- und glutenfrei werden von der Branche indifferent beurteilt
  • hochwertige Saisonartikel in traditioneller Optik
  • die in Deutschland auflaufende „italienische Kaffeekultur" wird bei Süßwaren umgesetzt
  • Schokolade wird wieder heller. Die Zeit der Hard-Core-Kakaoanteile ist vorbei, Vollmilch mit höherem Kakaoanteil ist auf dem Vormarsch
  • weiße Schokolade scheint wieder im Kommen sein
  • Cocktails bieten die Basis für neue Geschmacksvarianten


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