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Molkerei Rücker Aus einer Hand

Silke Wartenberg | 27. Mai 2020
Molkerei Rücker: Aus einer Hand
Bildquelle: Rücker


Mit einer eigenen Käseaufschnitt- und Verpackungsanlage in Wismar will sich die Familienmolkerei Rücker ökonomisch nachhaltig positionieren.

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Als einer der ersten Anbieter für SB-Käse vermarktet die Familienmolkerei Rücker, nach eigenen Angaben Marktführer im Bereich norddeutscher, naturgereifter Käsespezialitäten, seit April ihre Produkte in einhundert Prozent recycelfähigen Vollverpackungen. Für die neue Verpackung werden bei der Folie und dem Etikett ausschließlich Kunststoffmonomere eingesetzt. Die Verpackung kann vollständig über den Gelben Sack beziehungsweise die Gelbe Tonne entsorgt und anschließend wiederverwertet werden. Laut Unternehmen ist der neu eingesetzte Monokunststoff in der Herstellung energieärmer als andere Kunststoffe und benötigt zudem keine Lösungsmittel oder Weichmacher. Neben der vollständigen Fähigkeit der Verpackung zum Recycling, könnten pro neuer SB-Verpackung rund 25 Prozent Material und damit Ressourcen eingespart werden.

Alle Produktionsschritte an einem Ort
Die Verbraucher interessieren sich zunehmend für die Herkunft der Produkte, kurze Transportwege und nachhaltige Verpackungen. Und hier setzt die Strategie der Molkerei an. Mit der Fertigstellung der neuen Käseaufschnitt- und Verpackungsanlage auf dem Werksgelände in Wismar, finden sämtliche Produktionsschritte an einem Ort statt: Erzeugung, Reifung und Verpackung. Gleichzeitig stellt die Familienmolkerei auf das Genusstauglichkeitskennzeichen, das EG-Zeichen MV (Mecklenburg Vorpommern), um. Verwendet wird ausschließlich Rohmilch von Höfen, die nicht mehr als 80 Kilometer von der Küsten entfernt liegen. Nach eigenen Angaben kann Rücker mit der Bündelung alle Produktionsschritte darüber hinaus pro Jahr rund 100.000 Kilogramm CO2 einsparen.

Warum ist die neue Anlage bedeutsam für die Zukunft der Familienmolkerei?
Klaus Rücker: Die Herstellung von Molkereiprodukten an einem Ort, das heißt, ohne Transporte von der Milcherfassung über die Reifung bis hin zur Verpackung, ist in unserer Branche noch immer außergewöhnlich. Mit dieser Investition können wir unsere Qualitäts- und Marktführerschaft norddeutscher, naturgereifter Käsespezialitäten weiter ausbauen. Zusammen mit der Sicherung von Arbeitsplätzen und Positionierung als attraktiver, innovativer Arbeitgeber geht damit auch ein wichtiger, langfristiger Wettbewerbsvorteil einher.

Welche Auswirkungen hat die Anlage in Bezug auf eine nachhaltige Produktion?
Dadurch, dass wir die Fertigung der Endverbraucherpackungen komplett in die eigene Hand nehmen und Transporte zu Fremddienstleistern entfallen, sparen wir ab sofort jährlich rund 100.000 Kilogramm CO2 ein.

Wie kommt die Verwendung von ausschließlich norddeutscher Küstenbauernmilch beim Handel und den Verbrauchern an?
Die Verwendung von Küstenbauernmilch von Höfen, die nicht weiter als maximal 80 Kilometer von der Küste entfernt liegen, wird als Verkaufsargument vom Handel sehr begrüßt. Die Auslobung über unser Küstenbauernmilchsiegel auf der Verpackung ist für den LEH ein zusätzliches Verkaufsargument. Auch von Verbrauchern bekommen wir sehr positive Rückmeldungen, denn zu wissen, aus welcher Region die Zutaten der Lebensmittel kommen, ist für sehr viele inzwischen ein wichtiges Kaufkriterium.