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Zusatzstoffe Die Verzichts-Erklärung

Bettina Röttig | 06. Juni 2014
Zusatzstoffe: Die Verzichts-Erklärung

Bildquelle: Shutterstock

Das Weglassen bestimmter Zusatzstoffe ist zu einem bedeutenden Verkaufsargument geworden. Die Zahl der Clean-Label-Produktinnovationen wächst rasant.

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Weltweit bekommen Produkt-Aspekte wie „laktosefrei“, „ohne Nüsse“ oder auch „frei von Konservierungsstoffen“ bei der Kaufentscheidung größeres Gewicht. Um rund 23 Prozent wuchs der globale Markt für „Frei von“-Produkte nach Informationen des Marktforschungsunternehmens Mintel im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2012. Eine Entwicklung, die von Markenherstellern wie Handelsmarken auch in Deutschland vorangetrieben wird. Immer länger werden die Auflistungen der Inhaltsstoffe, die nicht in den Lebensmitteln und Getränken enthalten sind, immer breiter wird das Angebot an Produkten für Menschen mit Lebensmittel-Intoleranzen.

Nach Analysen der Marktforscher von Innova Market Insights sind es nach wie vor die Kategorien „glutenfrei“ und „laktosefrei“, in die der größte Entwicklungs-Aufwand fließt. 11,3 Prozent aller Innovationen in Deutschland waren demnach 2013 als glutenfrei gelabelt – fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor (6,4 Prozent). Die positive Marktentwicklung lässt darauf schließen, dass die Strategie aufgeht. So wuchs der Markt für glutenfreie Produkte 2013 ersten Schätzungen zufolge im Vergleich zum Vorjahr um ca. 15 Prozent auf rund 51 Mio. Euro. Auch die Positionierung „laktosefrei“ war mit einem Anteil von 5,8 Prozent hierzulande auf deutlich mehr Neuheiten zu finden als noch 2012 (3 Prozent).

In den vergangenen Monaten wurde jedoch deutlich, dass sich das Segment „frei von“ in weitere Bereiche wie „Ohne Milch“ oder „Ohne Gentechnik“ ausgedehnt hat. Letzteres gilt insbesondere für die Bundesrepublik. So nahmen die eingeführten Produktinnovationen mit der Auslobung „Ohne Gentechnik“ 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 73 Prozent zu.


„Während Auslobungen mit der Bezeichnung ,natürlich’ aufgrund fehlender Definitionen verstärkt unter Beschuss geraten sind, kommen nun häufiger Auslobungen wie ,frei von Zusatzstoffen’ und ,frei von Konservierungsstoffen’ zum Einsatz“, sagt Lu Ann Williams, Director of Innovation bei Innova. Rund 13 Prozent aller weltweiten Produktinnovationen bei Getränken und Lebensmitteln trugen 2013 diese Claims. In Deutschland lag ihr Anteil bei 14 Prozent.

Auf den Verzichts-Erklärungen häufig zu finden sind auch künstliche Farbstoffe. Weniger bunt wird es auf den Tellern damit jedoch nicht. Färbende Lebensmittel, gewonnen aus Früchten, Gemüse und essbaren Pflanzen, bieten eine Alternative, die zusehends gefragt ist. So verzeichnet die GNT Gruppe, nach eigenen Angaben Weltmarktführer im Bereich färbender Lebensmittel, eine steigende Nachfrage der Industrie, in konventioneller wie Bio-Qualität. Mit färbenden Lebensmitteln könne in nahezu jeder Lebensmittelkategorie die gewünschte Farbnuance und -intensität erzielt werden, erklärt Bettina Blau, Geschäftsführerin GNT Europa. „Das Spektrum der Anwendungsmöglichkeiten ist groß und deckt u. a. die Bereiche Süßwaren, Molkereiprodukte, Eis, Erfrischungs- und alkoholische Getränke ab.“ Rechtlich gelten färbende Lebensmittel nicht als Zusatzstoffe sondern als Lebensmittel mit färbenden Eigenschaften.

Stammdatenmanagement

Die neue Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) bringt Änderungen im Austausch von Artikelstammdaten mit.

Mit Gültigkeit der LMIV müssen ab Dezember 2014 Produktinformationen wie die vollständige Zutatenliste, Informationen über Allergene und die Nährwertdeklaration in allen Kanälen - also im stationären wie Online-Handel - jederzeit verfügbar sein. Lebensmittelhersteller sind dazu angehalten, diese künftig am besten elektronisch bereitzustellen. Gemeinsam mit Industrie und Handel hat GS1 Germany eine Liste der Neuerungen für den elektronischen Austausch von Stammdaten erarbeitet und als Tabelle mit Umsetzungsleitfaden veröffentlicht. „Wer Stammdaten von Lebensmitteln noch auf Papier austauscht, diese künftig aber in Onlineshops wiederfinden möchte, sollte spätestens jetzt über einen Wechsel zu standardisierten, digitalen Lösungen nachdenken“, sagt Dr. Richard Joachim Lehmann, Manager E-Business/GDSN bei GS1 Germany. Die Fülle der Informationen manuell auszutauschen und aktuell zu halten werde kaum noch möglich sein.

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