Cavendish & Harvey Wächst trotz Umsatzverlust zweistellig

Die Corona-Pandemie hat auch bei Bonbonhersteller Cavendish & Harvey Spuren hinterlassen. Das Unternehmen verlor zwar rund 10 Prozent Umsatz; konnte aber dennoch in Deutschland zweistellig wachsen. Auch einzelne internationale Märkte wie China, Vietnam, Japan oder Russland legten zu. Geschäftsführer Frank Gemmrig (Foto) ist mit rund 30 Millionen Euro Umsatz „sehr zufrieden“.

Freitag, 05. Februar 2021 - Nachrichten
Lebensmittel Praxis
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Bildquelle: Lebensmittel Praxis / Carsten Hoppen

Grund für die Umsatzverluste sind die 2020 stark rückläufigen Impulskäufe durch ein verändertes Einkaufsverhalten der Kunden, die teilweise Schließung der Absatzkanäle durch die Lockdowns sowie der stark eingeschränkte Reiseverkehr im Duty-Free- und Tankstellengeschäft. Im klassischen Lebensmittelhandel dagegen konnte die Distribution ausgeweitet werden; außerdem schlugen die Sortimentserweiterungen mit Karamellrange und zuckerfreien Bonbons positiv zu Buche. Auch die Ausweitung der PoS-Aktivitäten half bei der positiven Entwicklung. „Wir haben immer noch eine hohe gestützte Markenbekanntheit, insbesondere bei älteren Konsumenten“, erläutert Gemmrig.

2021 will das Unternehmen einen ebenfalls „zweistelliges Markenwachstum“ erreichen. „Wir erwarten die teilweise Erholung einzelner Märkte und werden unsere weltweite Distribution ausbauen.“ Produktseitig wurde die neue innovative Bonbon-Range Double Fruit Drops eingeführt, Daneben setzen die Kaltenkirchener auf Nachhaltigkeit. „Seitens der Verbraucher ist Transparenz gefordert. Doch wir sehen auch die Bereitschaft zum Wechsel zu umweltfreundlicheren Alternativen und dafür, höhere Preise für umweltfreundlich-verpackte Produkte zu zahlen“, erläutert Gemmrig. Das nachhaltige Engagement von Cavendish & Harvey mit seinen Dosen- und Glasverpackungen, die  zu 99 Prozent recycelbar bar ( die Gläser bestehen zu 60 Prozent aus recyceltem Glas, die Dosen zu bis zu 45 Prozent aus recycelten Materialien) sei ein Weg in die Zukunft, meint Gemmrig.

Auch in der Pandemie hat das Unternehmen am Standort Kaltenkirchen stark investiert. Weiterbildungen, die Nachwuchsförderung durch Ermöglichung eines dualen Studiums, Neueinstellungen, eine Corona-Prämie von 500 Euro für jeden Mitarbeiter sowie eine Beschränkung des Kurzarbeitergelds auf nur einen Monat gehören ebenso dazu wie die Investitionen in die Reduktion von Gas-, Wasser- und Stromverbrauch, in Arbeitserleichterungen an den Maschinen, in die IFS-Zertifzierung oder die Entwicklung neuer Produkte und Social-Media-Aktivitäten. Vor allem in Sachen Mitarbeiterführung und – motivation ist Cavendish und Harvey stark: Jeder Mitarbeiter hat einen Coach zur Verfügung (derzeit virtuell), der ihn in Sachen Führung, Organisation, Probleme berät.