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Produkt des Jahres 2019

Produkt des Jahres 2019 Plattform für Erfolgsgeschichten

Lebensmittel Praxis | 10. Januar 2019
Produkt des Jahres 2019: Plattform für Erfolgsgeschichten

Die Produkte des Jahres 2019 – gewählt vom Verbraucher für Verbraucher – zeigen die Potenziale, die die deutsche Ernährungsindustrie eröffnet und repräsentieren die innovative Spitze der Branche.

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Die Kaufwahrscheinlichkeit eines Produktes steigt um mehr als vier Prozent, wenn es mit einem Produktsiegel versehen ist. Das zeigt eine repräsentative Umfrage unter rund 1.200 Deutschen von 19 bis 63 Jahren, durchgeführt von Splendid Research. Ein weiteres Ergebnis: Ein Produkt mit Siegel finden mehr als 40 Prozent der Befragten besser als eines ohne, weitere 30 Prozent stimmen dem teilweise zu. Und auch die Verbraucher-Initiative weiß, dass die große Mehrzahl der Verbraucher Vorteile sieht, die Produktsiegel bieten: Zwischen 60 und 70 Prozent der Verbraucher halten es demnach für zutreffend, dass Siegel sinnvolle zusätzliche Informationen über Eigenschaften von Produkten oder Dienstleistungen bieten und dass sie hilfreich bei der Kaufentscheidung sind. Wermutstropfen: Es gibt relativ viele Siegel, der Durchblick fällt dann schwer.

Die Nutzung von Siegeln dürfte dennoch zu einem wichtigen Marketinginstrument werden beziehungsweise ist es schon geworden. Denn: Siegel bieten in jedem Fall Orientierung im Produkt-Dschungel, vor allem bei neuen und ungewohnten Produkten.

Deutschland ist nämlich das innovationsfähigste Land der Welt, so eine neuen Analyse des Weltwirtschaftsforums (WEF). Und zwar vor den USA, so die Stiftung in ihrem Globalen Wettbewerbsbericht 2018. Zugrunde liegen hier unter anderem die Zahl der angemeldeten Patente sowie wissenschaftliche Veröffentlichungen und die Zufriedenheit der Kunden mit deutschen Produkten.

Auch die Ernährungswirtschaft Deutschlands ist kaum zurückhaltend bei der Schaffung neuer Produkte. Natürlich stellen Kenner der Szene sofort die Frage nach dem „Was ist eigentlich wirklich innovativ?“ und verneinen dies beim neuen Himbeerjoghurt oder der nächsten Erdbeermarmelade. Und sie diskutieren auch Jahr für Jahr die riesige Flop-Quote unter echten und falschen Neuheiten.

Deshalb liegt es durchaus nahe, das Ziel all der Innovationsbemühungen nach seiner Meinung zu neuen Produkten zu befragen. Und deshalb befragt das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag der Lebensmittel Praxis jedes Jahr genau die, die über Erfolg oder Misserfolg eines Produktes entscheiden: die Verbraucher.

Als die Redaktion der LP vor nun zwei Jahrzehnten die Verbraucherbefragung zum „Produkt des Jahres“ startete, konnte keiner wissen, dass dieses Projekt so lange erfolgreich Bestand haben würde. Das muss auch daran liegen, dass hier alle Beteiligten ihren Nutzen haben: Verbraucher sagen ihre Meinung zu interessanten Neuheiten, Händler erfahren mehr über den Verbraucherwillen, und Hersteller sehen ihre Produktpolitik bestätigt – und die Lebensmittel Praxis hat gute Geschichten im Blatt. Bei der repräsentativen Verbraucherbefragung in diesem Jahr wurden in 46 Warengruppen jeweils Gold-, Silber- und Bronzeplatzierungen für Produkte, die zwischen August 2017 und Juli 2018 neu in den Lebensmitteleinzelhandel gekommen sind, durch die Verbraucher vergeben.

Produkte des Jahres
Die Lebensmittel Praxis präsentiert in dieser Ausgabe die bestplatzierten Produkte aus der Verbraucherbefragung zum „Produkt des Jahres 2019“. Im August 2018 wurde fast 6.500 Verbraucher befragt. Sie sind bevölkerungsrepräsentativ nach Geschlecht und Alter zusammengesetzt. Es werden nur Verwender der jeweiligen Warengruppe befragt. Beispiel Babyartikel. Natürlich werden hier vornehmlich Mütter mit kleinen Kindern befragt. Die Stichprobe in jeder Warengruppe ist somit repräsentativ für die Verwender aus dieser Warengruppe.

Was sind neue Lebensmittel?
Lebensmittel werden zu trendigen, neuen Produkten, wenn sie ungewöhnlich sind, Ausdruck einer bestimmten gesellschaftlichen Stimmung sind oder auch den Zeitgeist widerspiegeln. Beispiel: „Die Thüringer – das Duett von Käse und Salami“. Weder Salami noch Käse sind unbedingt neu, aber die Kombination in einer Verpackung scheint dem Verbraucher entgegenzukommen. Oder: Der Langnese Fairtrade Bienenhonig entspricht eindeutig dem Verbraucherwunsch nach nachhaltiger Produktionsweise.

Natürlich gibt es auch eine gewisse Rückbesinnung auf die traditionelle Küche, die sich an regionalen und saisonalen Lebensmitteln orientiert. Hier repräsentiert von Maggis „Ideen vom Wochenmarkt“. Auch exotische Lebensmittel wecken Interesse – Neugier auf andere Länder und Küchen kommt darin zum Ausdruck. Arla‘s „Skyr“ könnte hier als Beispiel dienen, ebenso die Süßkartoffel-Ecken von Avita/Schnefrost. Sie versprechen andere geschmackliche Erlebnisse und erweitern den Speiseplan der Verbraucher.

Dass das Gesundheitsbewusstsein vieler Menschen ein wichtiger Impulsgeber für innovative Produkte ist, dürfte kein Geheimnis sein. Die Liste derer, auf die das zutrifft, ist auch diesmal lang: Bei Vitaminprodukten von Merz, Klosterfrau oder Rabenhorst noch selbstverständlich, können aber auch Frostas Gemüsepfannen mit Superfoods oder Helas Ketchup ohne Zuckerzusatz angeführt werden.

Ein wichtiger Impulsgeber ist nach wie vor die Bequemlichkeit der Kunden. Im Convenience-Bereich finden sich daher Iglos Bami Goreng oder Knorrs Suppensnack, auch Wiesenhofs Fixe Schnitzel sind ein gutes Beispiel.

Dass es auch die menschlichen Bedürfnisse sind, die Produktinnovationen anregen, spiegelt sich beispielsweise beim Nivea Men Dry Anti-Transpirant, den Persil Duo-Caps oder bei Tempos Feuchten Toilettentüchern wider.

Aber manchmal muss ein Produkt auch einfach nur Spaß machen: Nimm 2 Lachgummi, Haribos Fruitilicious oder Wrigleys-Kaugummi stehen genauso dafür wie Fürst von Metternichs Riesling Sekt Brut, Freixenets Prosecco oder Rotkäppchen-Mumms Fruchtsecco.

Zur Methode

Die Redaktion der Lebensmittel Praxis wählt alljährlich unter den von Herstellern gemeldeten sowie ihr aufgefallenen neuen Produkten im deutschen LEH aus. Diese werden durch das unabhängige Institut Innofact online einer Produktbefragung unterzogen. Mindestens 400 Probanden pro Warengruppe, die regelmäßig einkaufen oder an Kaufentscheidungen beteiligt sind und zudem einem repräsentativen Bevölkerungsquerschnitt entsprechen, legen ihre Eindrücke von den Produkten zugrunde. Sie vergeben für jede der 46 Warengruppen eine Gold-, Silbersowie Bronzemedaille. Weder die Redaktion noch Innofact beeinflussen diese Entscheidung in irgendeiner Form, sodass die Prämierungen ein originäres „Stimmungsbild“ wiedergeben. Die prämierten Produkte werden noch einmal anhand von 15 Einzelkriterien auf einer 10er-Skala gesondert durch die befragten Personen bewertet. Dies ermöglicht eine differenzierte und produktgenaue Analyse der Kaufentscheidung und ist eine wichtige Rückmeldung für den Hersteller.


Drei Fragen an Julia Faelsch - Intensiv forschen

Beim „Produkt des Jahres“ sind häufig Produkte von Procter & Gamble ausgezeichnet worden. Wie Innovationen entstehen, dazu Julia Faelsch, Director Sales, Market Strategy und Planning DACH.

Welchen Stellenwert haben Innovationen für Procter & Gamble ganz generell?
Julia Faelsch: Innovationen sind für Procter & Gamble entscheidend. Wir wollen führend sein im Markt. Das schaffen wir nur, wenn wir unsere Produkte kontinuierlich weiterentwickeln. Deshalb unterhalten wir global mehr als 20 Entwicklungszentren. Dazu gehört auch das „German Innovation Center“ mit Standorten in Schwalbach am Taunus und Kronberg, in dem wir unter anderem kontinuierlich an unseren Pampers Windeln und unseren Braun Rasierern und Epilierern forschen.

Die Innovationsgeschwindigkeit, also die Abfolge neuer Produkte, erinnert manchmal an einen ICE-Zug und hat gefühlt deutlich zugenommen. Wer fordert dieses Tempo: Verbraucher, Handel, der Wettbewerb?
In der Tat, das Tempo ist heute deutlich höher. Der technische Fortschritt, in den vergangenen Jahren insbesondere durch die Digitalisierung, ermöglicht uns auch schnellere Erfolge in der Forschung. Diese wollen wir immer auch möglichst schnell an die Konsumenten weitergeben. Deshalb sind die Zyklen, in denen wir neue oder verbesserte Produkte auf den Markt bringen, deutlich kürzer geworden.

Sie sind ein global agierendes Unternehmen. Wie stark berücksichtigen Sie bei neuen Produkten regionale Gegebenheiten?
Wir sind global tätig, aber wir wollen die Konsumenten vor Ort begeistern. Produktdifferenzierungen hat es deshalb immer gegeben, angetrieben von Verbrauchergewohnheiten, lokalen Bedürfnissen oder Vorschriften, die die Verwendung unterschiedlicher Inhaltsstoffe oder Konzentrationen von Inhaltsstoffen erfordern. Um ein Beispiel zu nennen: In manchen Märkten bevorzugen Eltern parfümierte Pampers-Windeln, in anderen Ländern ist das ein No-Go. Ein weiteres Beispiel: In den USA haben wir eine eigene Haarpflege-Serie auf den Markt gebracht, die speziell für afro-amerikanisches Haar ausgelegt ist, die Pantene Gold Series.

Drei Fragen an - Paul Vetter - Reife Leistung

Paul Vetter, General Manager Deutschland und Schweiz bei Henkel Laundry & Home Care, über erfolgreiche Produktentwicklungen und die Kraft von Persil.

Wie lange braucht Henkel durchschnittlich von der Idee bis zum marktreifen Produkt?
Paul Vetter: Unsere Masterpläne sind das Ergebnis aus Verbraucher- und Marktanalysen sowie technologischer Forschung. Als Markenartikelhersteller sind wir bestrebt, starke Marken zu positionieren und damit relevante Verbraucherbedürfnisse zu befriedigen. Erste Ideen können bereits mehrere Jahre vor Einführung entstehen.

Wie in etwa ist das Verhältnis von realisierten und verworfenen Ideen?
Natürlich schaffen es nicht alle Ideen bis zur Marktreife. Produktneuentwicklungen werden konsequent durch Marktforschungsverfahren geprüft. Der Verbraucher steht dabei für uns immer im Mittelpunkt. Werte und Einstellungen werden ebenso getestet wie ganz praktische Dimensionen: gefällt ein neuer Duft, oder wie verhalten sich Materialien im Dauertest. So erkennen wir früh, ob aus einer Idee ein marktreifes Produkt entstehen kann.

In welchen Produktbereichen sehen Sie künftig das größte Innovationspotenzial?
Bei Wasch- und Reinigungsmitteln werden nachhaltige Konzepte wie die Pro-Nature-Varianten immer mehr zum „Must-have“. Gefragt sind weiterhin Convenience-Produkte mit einfacher Anwendung wie Persil Duo-Caps. Waschmittel von Henkel wurden in den letzten Jahren vielfach als „Produkt des Jahres“ ausgezeichnet. Hier sehen wir auch zukünftig großes Potenzial – schließlich wurde Henkel einst mit der großen Waschmittelmarke Persil gegründet.

LPV GmbH

Am Hammergraben 14
56567 Neuwied
Tel.: +49 (0)2631 879-0
Fax: +49 (0)2631 879-201

Web: www.lebensmittelpraxis.de

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