Winkels Gruppe Corona getrotzt

Für die Winkels-Gruppe, Sachsenheim, war das Jahr 2020 kein einfaches Jahr. Die Coronapandemie stellte das Familienunternehmen vor große Herausforderungen. Doch die Gruppe kann auf ein positives Geschäftsjahr 2020 (01.01. - 31.12.2020) zurückblicken: Zum Umsatz von 400,4 Millionen Euro trug vor allem die Logistik bei, so Gerhard Kaufmann (Foto), der geschäftsführende Gesellschafter der Gruppe.

Mittwoch, 17. März 2021 - Hersteller
Lebensmittel Praxis
Artikelbild Corona getrotzt
Bildquelle: Winkels Gruppe

Der Umsatz konnte gegenüber 2019 damit nochmals deutlich gesteigert werden. Auch beim Konzernumsatz (inkl. Beteiligungsgesellschaften) steht 2020 ein Plus: 510,7 Millionen Euro (Vorjahr: 494 Millionen Euro) konnten im vergangenen Jahr erwirtschaftet werden. Der positive Trend spiegelt sich zudem im Gesamtabsatz wieder: Nachdem die Winkels-Gruppe 2019 hier noch einen Rückgang zu verzeichnen hatte, konnte sie im vergangenen Jahr um 1,3 Prozent zulegen. Dieser Aufschwung lässt sich einmal mehr auf den Aufwärtstrend von Glasgebinden zurückführen: Bei dem umweltfreundlichen Gebinde steht gruppenweit ein Plus von 7,8 Prozent. „Hier werden wir mit der im Dezember 2020 in Betrieb genommenen neuen Glasanlage anknüpfen“, freut sich Gerhard Kaufmann, geschäftsführender Gesellschafter, über das positive Ergebnis.
 
Korrigiert um den Wegfall einer Lohnfüllung Handelsmarke zeigt der Trend auch bei den Eigenmarken nach oben: 2020 konnte hier eine Steigerung von 2,82 Prozent erreicht werden. Auch hier lässt sich der Verbrauchertrend hin zu umweltfreundlichen Getränkeverpackungen und einem bewussterem, nachhaltigerem Konsum beobachten: Die Produktgruppe Glas legte um 1,1 Prozent zu. Während sich die A-Marken hier deutlich steigern konnten, sind bei den Preiseinstiegsmarken in Glas im Zuge einer Preiserhöhung in 2020 Rückgänge zu verzeichnen.
 
Bei der strategisch wichtigsten Marke Alwa kann dies vor allem auf das 2018 eingeführte Glas Poolgebinde N2 der Genossenschaft Deutscher Brunnen (GDB) zurückgeführt werden. Nachdem die Winkels-Gruppe den Absatz hier in den zwei Jahren zuvor bereits verdoppelt hatte, steht 2020 erneut ein Plus von 17 Prozent. Bei PET-Mehrweg war bei alwa dagegen ein Absatzrückgang von 7 Prozent zu verzeichnen. „Die Winkels Gruppe ist, als einer der größten Mehrweg-Hersteller in der Region, vom ‚Plastik-Bashing‘ und dem ‚Greta-Effekt‘ insofern betroffen, als wir eine anhaltende Verschiebung von PET-Mehrweg zu Glas-Mehrweg feststellen können. Und dies obwohl PET-Mehrweg aufgrund seines leichteren Gewichtes beim Transport sogar noch vor Glas Sieger in der Ökobilanz ist“, so Kaufmann.
 
Die A-Marke Griesbacher, die es nur in Glas  gibt, legte bei Mineralwasser im 0,75 Litergebinde zu: Das Individualgebinde aus dem Schwarzwald steigerte sich 2020 um 1,5 Prozent. Bei der Schwarzwald Cola steht sogar ein Absatzplus von mehr als 5 Prozent.
 
Auch die Mittelpreismarke Aqua Vitale konnte im vergangenen Jahr im hellblauen 1c -Kasten der GDB und der alten Glas-Perlenflasche mit  mehr als 30 Prozent Wachstum glänzen.
 
Den Lockdown am meisten zu spüren bekam wohl die Gastromarke alwa live: Nachdem sich das Gebinde in den vergangenen Jahren in der Gastronomie etablieren konnte, hat es aufgrund der Gastroschließungen 2020 rund 40 Prozent verloren.
 
Mit der Inbetriebnahme der neuen Glasanlage bei der alwa Mineralbrunnen GmbH im Dezember 2020 hat die Winkels Gruppe rechtzeitig reagiert und einen weiteren, wichtigen Schritt gemacht, der verstärkten Verbrauchernachfrage nach Glasgebinden gerecht zu werden. „Wir haben mehr als 20 Millionen Euro in Gebäude und Abfülltechnik investiert und weitere Millionen in das neue, attraktive Poolglas-Gebinde der Genossenschaft Deutscher Brunnen“, so Kaufmann. Die Investitionen sind außerdem ein großer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Ausgestattet mit der neuesten Technologie kann der  Energieverbrauch durch die neue Glasanlage um mehr als 14,2 Millionen Kilowattstunden sowie 4.800 Tonnen CO² pro Jahr reduziert werden. Zudem wird seit diesem Jahr mit grünem Strom produziert.
 
2020 konnten auch zwei neue Partnerschaften gewonnen werden: Für Fritz-Kola und Thomas Henry füllt das Familienunternehmen ab sofort das Glassortiment und betreibt seit März 2021 eine Rampe für Abholer.