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Schweiz Diese Marke ist Gold wert

Tobias Dünnebacke | 23. September 2011

Trotz Deflation und wachsendem Preisdruck halten die Schweizer Nahrungsmittelproduzenten an ihren ambitionierten Exportzielen fest.

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Die Schweiz ist ein Land der Superlative: Mit der Dufourspitze können die Eidgenossen den höchsten Berg im deutschsprachigen Raum ihr eigen nennen. Nestlé ist nicht nur in Europa, sondern weltweit der mit Abstand größte Nahrungsmittelkonzern, und Georg Schneuwly demütigte zuletzt seine Gegner in einer ganz besonderen Disziplin: Der Schweizer gewann die deutsche Meisterschaft im Kartoffelausbuddeln (insgesamt 18,35 kg in 1 Minute). Aber nicht nur hohe Berge und flinke Hände scheinen unsere Nachbarn auszuzeichnen: Auch die Schweizer Innovationsfreude scheint kaum Grenzen zu kennen. Es gibt schließlich nicht viele Länder dieser Größe, wo einem auf Anhieb so viele erfolgreiche Marken in den Sinn kommen: Ricola, Toblerone, Appenzeller, Mövenpick, Camille Bloch, um nur einige prominente Beispiele aus der Nahrungsmittel-Branche zu nennen. Hinzu kommt, dass Produkte aus der Alpenrepublik ihr Premium-Image nicht nur über die Werbung pflegen, sondern die Versprechen auch in unabhängigen Tests beweisen können: Zuletzt attestierte beispielsweise die Stiftung Warentest den Erdbeer-Joghurts von Emmi und Mövenpick eine im Vergleich zum Wettbewerb bessere Qualität und intensiveren Geschmack. Aber was spielt sich genau im Kopf der Konsumenten ab, wenn sie an die Herkunft Schweiz denken? Was assoziieren die deutschen Verbraucher mit der „Swissness“?

Unternehmen aus der Schweiz:

„Ich denke an Werte wie Natürlichkeit, Eigenständigkeit, Verlässlichkeit, Qualität und Innovationskraft“, sagt Mövenpick -CEO Guido Egli über das Image von Schweizer Produkten in Deutschland. Eine internationale Studie (Swissness Worldwide – Universität St. Gallen et al., 2008) ergab, dass Werte wie Stabilität, Präzision, Exklusivität sowie unberührte Natur gut zur Schweiz passen. „Made in Switzerland“ ist also, und das belegt auch das alljährliche Interesse an unserem Länderreport, mehr als nur eine platte Werbeaussage.

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Der „goldene Franken“ setzt Industrie unter Druck

Allerdings könnte die Stimmung in der Alpenrepublik derzeit besser sein. Insbesondere die Exportindustrie steht aufgrund der massiven Aufwertung des Schweizer Frankens unter starken Preisdruck. So wird den Schweizern derzeit zum Verhängnis, was sie ironischerweise selbst für sich immer abgelehnt haben: die Eurozone mit dem Euro als einheitliche Währung. Die hohe Staatsverschuldung vor allem südlicher Länder hat dazu geführt, dass Akteure auf den internationalen Finanzmärkten den Schweizer Franken, neben Gold, als sichere Anlage gewählt haben. Die Folgen: „Der Euro hat in den letzten Monaten gegenüber dem Schweizer Franken massiv an Wert verloren. Anfang 2010 erhielten wir für 1 Euro noch rund CHF 1,50. Heute bekommen wir für 1 Euro nur noch rund CHF 1,20. Dies entspricht einem Rückgang bedingt durch Wechselkursschwankungen von 20 Prozent“, sagt Axel Kuhn, Leiter des Auslandsgeschäfts bei Rivella. Preiserhöhungen seien nicht ausgeschlossen. Und auch Andreas Müller-Henze, Geschäftsführer von Switzerland Cheese Marketing, sagt: „Leider führt der steigende Franken zu drastischen Preiserhöhungen. Bis heute, Stand August, haben sich die Preise um durchschnittlich 2 Euro pro kg beim LVP erhöht.“ Besonders kritisch sei diese Entwicklung im Bezug auf den Emmentaler AOC. Rund 70 Prozent der Produktionsmenge aus dem Emmental werden im Ausland abgesetzt. Diese Sorte ist nicht nur als „typisch Schweizer Käse“ bekannt, sondern muss sich auch gegen viele Kopien behaupten: „Hier bewegt sich die Preisschere zu seinen gleichnamigen Marktbegleitern immer weiter auseinander. Die Gefahr, dass Konsumenten immer öfter auf die preiswerteren Namensvetter aus anderen europäischen Ländern ausweichen, ist gegeben.“

Auch die Emmi AG, der größter Milchverarbeiter in der Schweiz und im hiesigen Lebensmittel-Einzelhandel vor allem bekannt durch Markenkonzepte wie Emmi Caffè Latte oder Kaltbach, bekam die Auswirkung zu spüren. So mussten zuletzt beim Gewinn zweistellige Verluste hingenommen werden. Das es nicht schlimmer kam verdanke Emmi laut CEO Urs Riedener neuen Produkten und den Akquisitionen wie Fromalp und Onken.

Alain Farine, Geschäftsführer der Schweizerischen Vereinigung der AOC-IGP, weist auch auf die Auswirkungen für den Binnenmarkt hin: „Allgemein leiden alle Schweizer Produkte auch auf dem Binnenmarkt wegen des Einkaufstourismus’ der Schweizer Konsumenten in die Nachbarländer sowie durch den Konkurrenzdruck günstigerer Importprodukte.“

Was für die Detailhändler in Grenznähe zu einem echten Problem werden könnte, führt zu einem Umsatzschub in deutschen Lebensmittelmärkten. Horst Lenk, Präsident des Handelsverbandes Baden-Württemberg, spricht gar von einer „Sonderkonjunktur“: Wegen des starken Frankens und damit wesentlich günstigeren Preisen für die Schweizer in Baden-Württemberg kauften diese verstärkt im Ländle ein.

Schutzschilder AOC und IGP

In solchen Situationen dient der Herkunftsschutz für Schweizer Spezialitäten (AOC – „Appellation d’Origine Contrôlée“ und IGP – „Indication géographique protégée“) als Schutzschild. Diese Produkte – hauptsächlich Käse- und Fleischspezialitäten, aber auch Brot, Gemüse, Früchte und Frucht-Schnäpse – werden nach althergebrachtem Rezept und dem traditionellen Handwerk der Bäckermeister, der Käser und der Metzger hergestellt und strahlen über die AOC/IGP-Siegel eine gewisse Exklusivität aus. „Im Vergleich zu austauschbaren Produkten fallen bei den meisten AOC- und IGP-Produkten die Verluste weniger hoch aus“, sagt Farine.

Ein Projekt, das der Schweizer daher sehr begrüßt, ist die gegenseitige Anerkennung für die AOC-IGP-Produkte zwischen seinem Land und der EU. „Für unsere Produkte ist das Abkommen aktuell, da es vom EU-Parlament gerade genehmigt wurde“, sagt Farine (konkret am 14. September 2011, Anmerkung der Redaktion). Dies sei für die weitere Entwicklung des Handels mit diesen Schweizer Spezialitäten ein wichtiger Schritt.

Mit der Ratifizierung des Abkommens werden die Schweizer AOC und IGP im ganzen EU-Raum über den gleichen Schutz wie entsprechende Produkte aus der EU verfügen, und umgekehrt. Damit darf zukünftig in der Schweiz kein „Parmesan“ oder „Feta“ mehr hergestellt werden und die Schweizer werden geschützt vor Plagiaten aus dem Ausland. Diskussion gibt es noch beim Emmentaler AOC: Laut der Schweizerischen Vereinigung der Förderung der AOC-IGP wird in der EU, verteilt über mehrere Länder, mehr als das Zehnfache der Schweizer Produktion dieses Käses hergestellt. Somit stehen die wirtschaftlichen Interessen der EU gegen eine Lösung im Sinne der Eidgenossen.

Schweizer Käse soll Verkaufsschlager bleiben

Dennoch: Die Originale sind nach wie vor beliebt. 2010 wurde laut Müller-Henze so viel Schweizer Käse nach Deutschland verkauft wie noch nie. Und das soll auch so bleiben. In der derzeitige Währungskrise sieht Müller-Henze die Bedeutung der Arbeit von Switzerland Cheese Marketing sogar noch steigen: „Die Aufgabe der SCM ist es, die Nachfrage für Schweizer Käse und deren einzelne Sorten zu fördern. Unsere Maßnahmen braucht es mehr denn je, um die Währungsauswirkungen etwas abzufedern. Wir sind guter Dinge, dass es uns gelingt, weil sowohl der Bund, also der Staat Schweiz, als auch die Produzenten und der Schweizer Handel hinter dem Vermarktungssystem stehen.“

So sind für das gesamtes Sortiment und auch für die einzelnen Sorten wieder Promotions platziert, die die Aufmerksamkeit des Konsumenten auf Appenzeller, Emmentaler und Co. lenken und damit den Abverkauf von Schweizer Käse unterstützen sollen.

Gewusst?

Die Schweizer stellen mit 7,6 Mio. Einwohnern nur 0,9 Prozent der Bevölkerung Westeuropas. Mit knapp 70 Mrd. Euro ist der Anteil am Konsumgütermarkt aber mehr als doppelt so hoch ( 2,5 Prozent)

Nach Schweden war die Schweiz das Land mit den stärksten Zuwächsen bei den Einzelhandelsumsätzen zwischen 2006 und 2009 (durchschnittlich 3,3 Prozent)

In keinem Land in Europa ist der Umsatzanteil von Eigenmarken so hoch wie in der Schweiz, nämlich 46,2 Prozent.

Die erste Marlboro-Zigarette außerhalb der USA wurde 1957 in der Schweiz produziert.

Swissness an der Käse-Theke

Wie setzen Sie das Thema Schweiz an Ihrer Theke um?
Die Theke wird mit Schweizer Fahnen dekoriert und es gibt besondere Angebote beim Schweizer Käse. Jetzt im Herbst sind Raclette und Fondue große Themen. Wir halten eine Auswahl an würzigen, cremigen Schweizer Käsen bereit, die außer dem klassischen höhlengereiften Raclette und dem Freiburger Vacherin hervorragend zum Raclette geeignet sind. Zusätzlich bieten wir Fondue-Mischungen an. Ein besonderer Service ist dabei, dass wir jede gewünschte Käsemischung reiben.

Ihre Theke ist bekannt für ein besonderes Sortiment. Gilt das auch für Schweizer Erzeugnisse?
Ich bewerbe gerne außergewöhnliche Sorten, wie den Mühlistei, einen runden Käse mit Loch in der Mitte, aus Kuhrohmilch mit Naturschimmel. Zur Zeit bieten wir auch den Wällechäs an.

Spüren Sie Auswirkungen der Währungsproblematik?
Wir mussten aufgrund der Währungsschwankungen bei den Schweizer Käsen erhebliche Preissteigerungen hinnehmen, so dass der Schweizer Käse insgesamt teurer geworden ist. Es gibt Kunden, die im Sortiment jetzt auf die günstigeren Sorten zurückgreifen. Die Kunden, die es sich leisten können, kaufen weiterhin den Käse, der ihnen besonders gut schmeckt.

Roswitha Vogl ist Inhaberin von Edeka Vogl Bonn und hat 2010 den Käse-Star für die beste Bedientheke im deutschen LEH gewonnen.


Narimpex: Reine Naturprodukte

Narimpex, heute ein international renommierter Produzent von Honig, Trockenfrüchten, Nüssen, Kernen, Alpenkräutern und exklusiven Schweizer Spezialitäten, wurde 1958 durch Markus Grünig gegründet. Das Familienunternehmen (120 Mitarbeiter) wird heute in zweiter Generation von den Söhnen des Gründers, Ulrich und Heinrich Grünig, geführt.

„Qualität steht bei uns an erster Stelle. Unseren Kunden bieten wir nur Produkte von authentischem und unverwechselbarem Geschmack und Aroma“, so Heinrich Grünig. Alle Produkte sind zu 100 Prozent Naturerzeugnisse. Das Einhalten der strengen Richtlinien von Bio Suisse wird jährlich überprüft. Bei der Weiterverarbeitung der Alpenkräuter und Blüten setzt man auf einen groben Schnitt, denn große Blattware stehe für gute Qualität, da bei jedem Schnitt Aroma verloren geht. In einem speziellen Vakuum-Verfahren werden die Kräuter schonend getrocknet. Dadurch behalten sie ihre natürliche Farbe und Aromaintensität.

Teil der Firmenphilosophie ist der größtmögliche Respekt gegenüber Natur und Menschen. „Unsere Marken Nectaflor, Swiss Alpine Herbs und Alta Terra stehen für Premium Qualität, Natürlichkeit und Gesundheit, kombiniert mit maximalem Genuss. Sie werden weltweit vertrieben“, so Ulrich Grünig. Rund 80 Bergbauernfamilien aus dem Berner Oberland, dem Oberemmental und dem Schwarzenburgerland liefern 35 verschiedene Sorten aromatischer Alpenkräuter und Blüten aus kontrolliertem biologischem Anbau. Daraus kreiert das Unternehmen Kräutermischungen, Gewürze, Tees und Sirupe. So haben die Bergbauern ein zusätzliches Einkommen, während das Unternehmen einen Beitrag zur Landschaftspflege und -erhaltung in den Schweizer Voralpen- und Alpenregionen leistet.

//// www.narimpex.ch, www.nectaflor.ch, www.swissalpineherbs.ch

Creative New Food: Innovative Verfahren

Chilled Food ist Trend: Immer mehr Verbraucher kaufen immer häufiger hochwertige Fertigprodukte aus dem Kühlregal. „Mit Micropast müssen die Hersteller bei der Haltbarmachung jetzt keine Kompromisse mehr eingehen“, betont ein Sprecher des Schweizer Unternehmens Creative New Food GmbH. Denn das innovative Pasteurisierungsverfahren des Unternehmens sorge für frischen Genuss, optimale Präsentation im Kühlregal und längere Haltbarkeit – und das bei gerade einmal acht bis zwölf Minuten Prozesszeit.

Mithilfe intelligenter Verpackungen nutze Micropast die Vorteile schonender Dampfgarung und energiesparender Mikrowellen-Technologie – für eine Pasteurisation ohne Vorgaren, ohne Vakumierung und ohne Flüssigkeitszugabe.

Micropast funktioniert in zwei Schritten: Erstens werden die Produkte beim Gegendampfdruck-Verfahren gleichzeitig gegart und pasteurisiert. Dazu werden die Lebensmittel in einer Verpackung durch Mikrowellen schnell und gleichmäßig erhitzt. Heißer Dampf tritt aus, der nur durch eine Öffnung im Deckel entweichen kann. Der dabei entstehende Überdruck hält die Zellstruktur der Produkte intakt. Im zweiten Schritt wird Kaltgas in die Verpackung eingeleitet. Die Lebensmittel kühlen schnell herunter, ohne dass Wasser austritt und in der Packung kondensiert.

Eine Nachrichten für Produktentwickler: Mit Micropast lassen sich auch empfindliche Gemüsesorten, Fisch, Meeresfrüchte und Geflügel schonend haltbar machen. Im Kühlregal behalten die Lebensmittel bis zu 90 Tage lang ihre natürlichen Farben, einen feinen Geschmack und eine frische Konsistenz. Das macht den Verbrauchern Appetit – und die Produkte zu convenienten Artikeln.

//// www.cnf.li


Chocolats Camille Bloch: Genießen

Chocolats Camille Bloch stellt seit mehr als 80 Jahren Schokolade her. Das Familienunternehmen (57,5 Mio. CHF Umsatz; 180 Mitarbeiter; 3.400 t Jahresproduktion, 30 Prozent Exportquote) gehört zu den wenigen in der Branche, die ihre Kakaobohnen noch selbst rösten und damit die Güte der Schokolade von Anfang an im Sinne der Qualitätsphilosophie beeinflussen. Auch die deutschen Verbraucher sind auf den Geschmack gekommen: 2011 gelang Camille Bloch in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr eine Umsatzsteigerung von 50 Prozent. Grund ist die deutlich ausgeweitete Distribution im gehobenen LEH und im Fachhandel. Dazu Exportleiter Volker Kremser: „Natürlich sind wir hier mit etwas über 1 Mio. Euro Umsatz noch ein Nischen-Player. Aber für uns bedeutet Export organisches Wachstum. Schnellschüsse oder werbliches Power-Play sind unsere Sache nicht. Die Konsumenten müssen zu Fans werden – auch ohne große Werbekampagnen.“

Tragende Säulen des Wachstums sind Ragusa, Mouss und die mit Likör gefüllten Schokoladen. Die Marke Torino wächst rasant. Mit Ragusa und Torino hat Camille Bloch Markenprodukte mit Alleinstellungsmerkmalen im Sortiment, die es so am deutschen Markt nicht gibt. Und: Nur wenige wissen, dass die Schweizer aus Courtelary die ersten waren, die eine nach handwerklichen Prinzipien hergestellte luftige Mousse in Schokolade hüllten und als gefüllte Tafel auf den Markt brachten. Das Gütezeichen „L’Original“ und der Zusatz „noch luftiger“ signalisieren dies auf den Mousse-Tafelschokoladen und den Mousse-Pralinés.

//// www.camillebloch.ch

Düring: Problemlöser

Seit 1951 stellt das Schweizer Familienunternehmen Düring AG Entkalker unter der Marke Durgol her. Was mit einer simplen Erfindung in einem Zürcher Kellergewölbe begann, ist heute eines der meistverkauften Entkalkungsmittel der Schweiz (30 Prozent Marktanteil). Nicht zuletzt dank der Entwicklung neuer Spezialprodukte (Durgol-Produkte für die Reinigung von Bad, Küche, Kaffeemaschine sowie Steamer; außerdem Durgol Protect zur Kalkprävention), ist Düring dabei, Durgol auch international breit zu vermarkten. Produziert wird aber auch künftig in der Schweiz.

In Dällikon im Norden von Zürich werden jährlich ca. 10 Mio. Flaschen Durgol abgefüllt. „Am meisten setzen wir in der Schweiz, in Deutschland, Österreich, Israel und den USA ab“, so Heinz Düring, Verwaltungsratspräsident der Düring AG. Die Markenprodukte versprechen eine schnelle, effiziente, materialschonende, lebensmittelsichere sowie umweltverträgliche Entkalkung. Den Grundstein zur heutigen AG legte 1951 die Hausfrau Maria Düring. Weil ihre Toilette verkalkt war, erfand sie durch Mischen von Chemikalien das Entkalkungsmittel Durgol, unterstützt durch ihren Mann, einen Drogisten. Mit dem Auto ging sie auf Werbetour und schreckte nicht davor zurück, in elegantem Kleid mit Hut und Schleier die Toiletten potenzieller Kunden zu putzen. 1963 stieg Sohn Walter ins Geschäft ein und baute die erste professionelle Abfüllanlage für Durgol. 1980 erfand er die WC-Ente, die die Toilettenreinigung revolutionierte. Seit dem Verkauf der Markenrechte vor ca. dr ei Jahren konzentriert sich Düring wieder auf das Thema Entkalkung.

//// www.dueringag.ch


Hochdorf: Zum Wohlfühlen

Die Hochdorf-Gruppe mit ihrem Hauptsitz im luzernischen Hochdorf ist eines der führenden Nahrungsmittel-Unternehmen der Schweiz und erzielte 2010 mit 377 Mitarbeitern an den drei Standorten Hochdorf, Sulgen und Medeikiai/Litauen einen konsolidierten Brutto-Umsatz von 351,5 Mio. CHF (2009: 346,3 Mio. CHF). Bei Hochdorf herrscht die „Best Partner“-Philosophie: Kunden sollen mehr als nur Kunden sein. Die Gruppe entwickelt, produziert und vermarktet funktionelle Ingredienzen sowie milch- und cerealien?basierte Spezialitäten für die Lebensmittelindustrie und den Handel. Die Hochdorf-Produkte, die aus natürlichen Rohstoffen wie Milch oder Weizenkeimen gewonnen werden, sollen seit 1895 einen Beitrag zu Gesundheit und zum Wohlbefinden von Menschen leisten, von Babys bis hin zu Senioren. Die Produkte werden in rund 80 Ländern verkauft.

Während der Anuga (Halle 3.1/D-069) präsentiert die Hochdorf Nutrifood AG zwei Produkte, die jüngst mit dem Superior Taste Award ausgezeichnet wurden: das neu entwickelte Dessert „Mousse au Chocolat noir“ und das „Viogerm-Weizenkeimöl“. Die Mousse au Chocolat noir erhielt zwei Sterne. Sie überzeugte die Fachjury vor allem in den Bereichen Aussehen, Textur und Geschmack. Die Mousse wird kalt und nur mit Wasser zubereitet, hat einen Kakaoanteil von 29 Prozent und ist gelatinefrei. Das Weizenkeimöl Viogerm erhielt einen Stern. Es punktete mit seinem Aussehen, Geschmack und Geruch. Der Superior Taste Award findet auf der ganzen Welt Beachtung, weil bei ihm eine Jury, bestehend aus 120 unabhängigen Küchenchefs und Sommeliers, Produkte testet und beschreibt.

//// www.hochdorf.com

Switzerland Cheese Marketing: Neues für die Theke

Die Switzerland Cheese Marketing (SCM) ist für deutsche Händler die zentrale Anlaufstelle für Käse aus der Schweiz. Während der Anuga präsentiert SCM Neues von den 13 Käsesorten, für die SCM die Werbetrommel rührt. Gleich drei Neuheiten bietet allein Emmentaler. Emmentaler Switzerland hat den mild-würzigen, cremig-zarten Schweizer Rahmtaler wiederentdeckt. Mit seinem milden Charakter spricht er vor allem junge Konsumenten an und erschließt damit eine neue Zielgruppe. Ab 2012 gibt es den Käse im deutschen Käsefachhandel. An alle, die ein vollaromatisches Aroma bevorzugen, richtet sich der Schweizer Emmentaler Extra AOC. Er ist mindestens zwölf Monate gereift und hat einen besonders würzigen Geschmack. Mit dem historischen Gotthelf Emmentaler soll Käsekennern etwas wirklich Besonderes geboten werden. Sein filigranes Laibetikett zeigt Szenen aus dem Stück „Käserei in der Vehfreude“ des populären Schweizer Schriftstellers Jeremias Gotthelf aus de m 19. Jahrhundert. Der Gotthelf-Emmentaler wird nach uralter Tradition – wie zu Gotthelfs Zeiten – hergestellt: Er wird ausschließlich in Käsereien produziert, die nur einmal am Tag käsen; es werden selbst gezüchtete Kulturen dafür verwendet. Zudem reift er zwölf Monate im Käsekeller.

Den Schweizer AlpenTilsiter gibt es in Deutschland seit inzwischen zehn Jahren. Das wird von Oktober (KW 40) bis Ende November (KW 48) an den Käsetheken des Handels gefeiert, und zwar mit einer den Abverkauf fördernden Probieraktion für die Konsumenten. Zusätzlich können die Verbraucher Preise gewinnen. Und für Extra-Motivation sorgt eine Extra-Aktion für das Käsefachpersonal.

//// www.kaese-schweiz.com


Appenzeller: Heißer Käsegenuss

Appenzeller ist laut Nielsen Marktreport 2010 der meistverkaufte Schweizer Käse in Deutschland. Sein typisch würziger Geschmack bescherte Appenzeller-Käse 2010 das beste Geschäftsjahr aller Zeiten. Über die Zahlen, die Geschäftsentwicklung und den Konsumenten-Zuspruch freut sich besonders Christoph Kempter, Direktor der Sortenorganisation Appenzeller.

Diesen Oktober will er noch etwas drauflegen und bringt das Appenzeller Fertig-Fondue mit verfeinerter Rezeptur in einer 400-g-Packung auf den deutschen Markt, frei nach dem Motto: Den würzigsten Schweizer Käse in Deutschland gibt es jetzt auch als Fertig-Fondue, also etwas für diejenigen, die Käse auch heiß mögen. Das Verpackungsdesign ist auffällig und soll die Blicke der Kunden, die am SB-Regal vorbeigehen, auf sich ziehen. Die Marktforschung (GIM, Qualitative Marktforschungsstudie in Deutschland, Heidelberg/Bochum/Hamburg, März 2011) habe gezeigt, dass die deutschen Verbraucher reif für ein Produkt sind, das Premium-Qualität und Convenience in sich vereint.

Das Appenzeller Fertigfondue mit verfeinerter Rezeptur bietet eine so einfache Handhabung, dass diese schon fast einer Gelinggarantie gleichkommt. Für Aufmerksamkeit im Handel sorgen PoS-Displays, Regalkartons, eine Online-Promotion von Appenzeller-Fondue-Zubehör sowie eine appetitanregende, filmische Zubereitungsanleitung auf www.appenzeller.ch.

Den würzigen Geschmack des Appenzeller Fondues können Händler und Interessierte außerdem während der Anuga (Swiss Cheese Pavilion, Halle 10.1, Anuga Dairy) testen.

//// www.appenzeller.ch

Bell: Export von Swissness

Der größte Schweizer Fleischverarbeiter, die Bell AG, die in den vergangenen Jahren u. a. Abraham Schinken, Zimbo und Hoppe übernommen hat, bietet dem deutschen Handel neben zahlreichen Convenience-Artikeln auch typische Schweizer Spezialitäten an, z.B. Bündnerfleisch und Bündner Rohschinken.

Rückwirkend zum Januar 2011 wurde eine Fleischtrocknerei (Kocherhans & Schär) in Churwalden im Kanton Graubünden übernommen. Damit verfügt Bell nun über eigene Trocknungskapazitäten und ist nicht mehr von Dritten abhängig. Die Fleischtrocknung ist eine besondere Handwerkskunst. „Bis heute gibt es keine Ausbildung zum Fleischtrockner“, sagt Hanspeter Treichler, der den Betrieb in Churwalden seit 18 Jahren leitet. Das Know-how für die Herstellung hat viel mit Erfahrung und Geschick zu tun. Denn einer der wichtigsten Produktionsfaktoren ist das Klima.

Obwohl heute hauptsächlich in klimatisierten Trocknungsräumen getrocknet wird, kann und wird bei der Herstellung bewusst auch auf die Frischlufttrocknung zurückgegriffen. Schließlich liegt Churwalden in einem Tal mit wenig direkter Sonneneinstrahlung, in dem dank seiner Nord-Süd-Ausrichtung zudem eine konstante Brise weht.

Bündnerfleisch ist sehr fettarm, aber reich an Eisen, Vitaminen, Eiweiß und anderen Mineralstoffen. Die Produktion dauert bei Bündnerfleisch bis zu 20 Wochen. Dabei verliert das Fleisch zwischen 45 und 55 Prozent seines Gewichts, sodass der Wasseranteil im Fleisch schließlich bei weniger als 0,92 Prozent liegt. Bereits heute ist Bündnerfleisch die meistverkaufte Schweizer Fleisch-Spezialität in Deutschland.

//// www.bell.ch


Dumet: Mediterran

Für Premium-Tafeloliven im Stehbeutel (trocken abgepackt, ohne Pasteurisierung) ist die Dumet AG In Deutschland bekannt. Der exklusive Vertrieb hier zu Lande erfolgt über das EMA Delikatessen Importhaus in München. Im Angebot sind Sorten aus dem Mittelmeerraum (Spanien, Griechenland, Italien, Marokko). Seit mehr als 35 Jahren ist die Dumet AG spezialisiert auf Auswahl, Veredelung und Vertrieb von Oliven. Ihre Qualitätsphilosophie spielt schon bei der Auswahl der Oliven eine große Rolle. Die gleichmäßige Kalibrierung sowie die sortentypische Textur und der Geschmack sind Produktkriterien, die im Unternehmens-eigenen Labor überwacht werden. Die produkt-schonende Verpackung unter Schutzatmosphäre in der eigens dafür geschaffenen Reinluft-Zone ist einer der Schlüsselfaktoren für die hohe Produktqualität.

20 bis 30 Prozent des CO2-Verbrauchs kann mit dem wiederverschließbaren Stehbeutel gegenüber einer Glas- oder Dosenverpackung eingespart werden. Ein neues Produkt gibt es: den Doppelkammer-Stehbeutel mit zwei getrennten Fächern für Hojiblanca-Oliven und eine Marinade.

//// www.dumet.ch

Eisberg: Salat-Kultur

Was mit der ländlichen Idylle eines Schweizer Bauernbetriebs begann, mündete vor mehr als 30 Jahren in die Gründung des Unternehmens Eisberg, das heute 340 Mitarbeiter beschäftigt. Längst gedeihen die Salate der Eisberg-Gruppe nicht mehr nur in der Alpenrepublik, sondern in vielen Regionen Europas. „Mit Produktionseinheiten in der Schweiz, Ungarn, Polen, Rumänien und Italien garantieren wir, dass wir unsere Kunden stets mit frischen Produkten beliefern“, so Michael Krackhardt, CEO der Eisberg-Gruppe. In Zentral- und Osteuropa ist das Unternehmen die Nummer 1 im Bereich der frischen Convenience-Salate.

Kunden für die frisch gewaschenen Mono-Salate, Salatmischungen sowie Dressings von Eisberg sind neben dem klassischen LEH auch ausgewählte Kanäle der Gastronomie sowie Systemgastronomie. Gepflegt wird eine gewisse Innovationskultur: So gibt es z. B. Saison-Salatmischungen, die zu Weihnachten, zum Valentinstag, zu Ostern oder auch anlässlich der Urlaubszeit in den Regalen ins Auge springen.

//// www.eisberg.ch


Siu: Die Helfer

Siu ist das größte handelsorientierte Weiterbildungsinstitut der Schweiz. Auch viele deutsche Unternehmen vertrauen Siu. Seit Jahrzehnten bietet das Unternehmen Hilfestellungen bei den vielfältigsten Bedürfnissen an, etwa professionelle Unterstützung bei der Auswahl des individuell besten Lehrgangs oder auch Hilfe bei allen vor und während der Weiterbildung wichtigen Planungen. Jedes Jahr vertrauen mehr als 5.000 Mitarbeiter aus Handel und Gewerbe auf die langjährige praxisnahe Erfahrung von Siu. Die beiden in der Schweiz wichtigsten, regelmäßig zu erneuernden Qualitätszertifikate, eduQua und ISO, werden als Professionalitäts-Ausweis verstanden.

Auf Siu kommt viel Arbeit zu, glaubt man im Unternehmen – wegen der demografischen Entwicklung und der sich rasant verändernden Dynamik im Technologie-Sektor. Die Schere zwischen dem in einem Unternehmen vorhandenen und dem tatsächlich benötigten Wissen werde sich künftig noch stärker öffnen. Der entstehende Mehrbedarf an Wissen mache ein klug auf das eigene Unternehmen angepasstes Wissensmanagement zum strategischen Erfolgsfaktor, und zwar unabhängig von der Größe und der Branche. Gut aus- und weitergebildete Mitarbeiter werden zu einer der knappsten Ressourcen in Unternehmen werden. Die Pflege von Wissen und Informationen in Unternehmen werde zum Erfolgsfaktor.

//// www.siu.ch

Meinen: Vielseitig

Traditionsbewusstsein, die Liebe zum Metzgerhandwerk und der Stolz auf alt hergebrachte Familien-Rezepturen – das prägt die Meinen AG. Das Unternehmen, das aktuell ca. 250 Mitarbeiter beschäftigt, wurde 1890 gegründet. Das Bestreben, Bestehendes zu erhalten und Traditionen zu pflegen, wirkt sich auch auf die Produkte aus. Denn trotz rationeller und moderner Fertigungstechnologien sollen diese immer noch schmecken „wie hausgemacht“.

Das Credo „Fleisch ist unsere Leidenschaft“ komme nicht von ungefähr, heißt es im Unternehmen. „Unsere Produkte verkörpern die Authentizität der Schweiz, die wir in aller Munde bringen wollen.“

Ein Produkt, das die Meinen AG herstellt, ist die Cervelat. Sie ist die Schweizer Nationalwurst schlechthin. Die Würste sind in der Küche vielseitig verwendbar. Man kann sie kalt essen mit Brot, einen Salat daraus machen, entweder nur mit Wurst oder mit verschiedensten Zutaten wie Käse, Mais, Essiggurken, Peperoni, Tomaten usw. Aber man kann sie auch warm essen: im Wasser erwärmt wie ein Wiener Würstchen oder in der Pfanne gebraten, als Variante auch mit Käse gefüllt und mit Speck umwickelt, oder sogar gegrillt. Cervelats stehen für Abwechslung. Die Bezeichnung „Volkswurst“ spiegelt ihre Bekanntheit und Beliebtheit wider.

//// www.meinen-bern.ch


Micarna: Nachhaltig

Mehr als 2 Mio. Verbraucher konsumieren täglich Produkte von Micarna. Das Schweizer Unternehmen (2.300 Mitarbeiter, Umsatz: mehr als 1,2 Mrd. CHF), das zum Handelsunternehmen Migros gehört, produziert Frischfleisch, Fleischwaren, Geflügel und Seafood. Neben seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit engagiert sich Micarna für Mensch, Tier und Umwelt. Labels wie TerraSuisse, Bio, MSC oder die WWF Seafood Group zeugen vom Engagement für eine faire Tierhaltung und eine intakte Umwelt. Micarna trägt den strengen Schweizer Tierschutznormen und kurzen Transportwegen Rechnung und gewährleistet eine lückenlose Rückverfolgbarkeit.

Ausgezeichnet wurde das Unternehmen für sein betriebliches Gesundheitsmanagement mit dem „Friendly Work Space“-Label. Moderne Ansätze gibt es auch in der Nachwuchsarbeit: Lernende werden in einem virtuellen Unternehmen (Mazubi) ganzheitlich ausgebildet. „Es ist uns ein großes Anliegen, Fach- und Führungskräfte für die Zukunft selbst auszubilden und an uns zu binden“, betont Micarna-Sprecher Raphael Imhof. Als Unternehmen mit einem starken Fokus auf CSR- und Nachhaltigkeitsthemen sei man sich auch der sozialen Verantwortung bewusst.

Zum Exportkernsortiment gehören die traditionellen Schweizer Trockenfleischspezialitäten wie Bündnerfleisch, Rohschinken, Coppa und Rohess-Speck, Geflügel-Rohwürste (Salami und Chorizo) sowie Brühwürste (Cervelas, St. Galler Kalbsbratwurst IGP und Bernerli). Alle Produkte sind unter der Marke DeliSwiss und als Private Label erhältlich. Micarna wuchs 2010 im Export um 150 Prozent, vor allem dank der großen Nachfrage nach Bündnerfleisch.

//// www.micarna.ch, www.deliswiss.com

LPV GmbH

Am Hammergraben 14
56567 Neuwied
Tel.: +49 (0)2631 879-0
Fax: +49 (0)2631 879-201

Web: www.lebensmittelpraxis.de

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