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Wasgau Annweiler Wasgau im Himmel

Elena Kuss | 05. November 2019

Der Wasgau-Markt im südpfälzischen Annweiler ist ein Paradies für Regionalpatrioten und Genießer. Gekrönt wird die Filiale durch das im Juli neu eröffnete Gastrokonzept „Himmel & Herd“.

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Auf der Karte des neuen Gastronomie-Konzepts „Himmel & Herd“ tummeln sich neben Klassikern wie Salaten und Hamburgern vor allem pfälzische Gerichte. „Am besten laufen die Dampfnudeln mit Weinschaumsoße“, sagt Jan Rose, Marktleiter der komplett umgebauten Wasgau-Filiale im südpfälzischen Annweiler am Trifels. Im Vintage-Ambiente können die Kunden bis 11 Uhr frühstücken, ab 10.30 Uhr gilt die wöchentlich wechselnde Mittagskarte. Die Speisen werden überwiegend mit regionalen Zutaten zubereitet. Drei bis vier Köche schnippeln in der Küche, die für die Kunden vollständig einsehbar ist, eifrig Gemüse, belegen dünnen Flammkuchenteig oder braten Burger-Patties. Das kommt gut an: 150 Essen pro Tag gehen über die Ladentheke, die 84 Sitzplätze im Innenbereich sind voll besetzt. Die weiteren 50 Plätze im Außenbereich warten auf ihren Einsatz an sonnigen Tagen. Abendveranstaltungen sind angedacht.
Rose testet das Gastrokonzept „Himmel & Herd“, übrigens eine Anspielung auf das Pfälzer Leibgericht „Himmel und Ärd“, in seinem Markt in Annweiler als erster von 75 Wasgau-Filialisten. Und es lohnt sich: Der Umsatz in der Bäckerei ist durch das Frontcooking-Gastrokonzept um rund 40 Prozent angestiegen. Deshalb sollen nach und nach auch andere Standorte um das gastronomische Angebot erweitert werden. Wasgau-Vorstandssprecher Forssman-Trevedy erklärt: „Die große Variante mit bis zu vier Köchen kommt für etwa zehn Filialen infrage.“ Für die anderen Märkte sei eine kleinere Variante mit einem Koch und deutlich weniger Sitzplätzen geplant.

Grüne Technik, regionaler Fokus
Während der Markt mit vielen Greenbuilding-Details – LED-Technik, klimaneutrale TK-Möbel und neue Abfalllogistik – sprichwörtlich glänzt, wirft der hohe Anteil an Plastikverpackungen in der Obst- und Gemüseabteilung ein anderes Licht auf die Filiale. „Wir haben es auch schon mit Papiertüten probiert und sind gescheitert“, sagt Rose. Der Kunde müsse bereit sein für solche Umstellungen.
Unter den 18.000 Artikeln finden sich 1.500 regionale und mehr als 700 Bio-Produkte. Hundefutter aus dem benachbarten Lemberg und dem Westerwald steht neben einer beeindruckenden Auswahl an Bio-Tiernahrung im Regal. „Viele Kunden geben für ihr Tier mehr aus als für sich selbst“, begründet Rose.
Ob es sich um ein biologisches, regionales oder ein Produkt aus eigener Herstellung handelt, ist deutlich gekennzeichnet. Ein Fahnenmeer an den Regalen hilft dem Kunden – ordentlich sortiert und sinnvoll gruppiert – bei der Auswahl. Für den Preiseinstieg setzt Wasgau auf „Ja!“-Produkte, die von der Rewe bezogen werden.

Ein ganzes Rind in der Theke
Nach Obst und Gemüse folgt prominent die hauseigene Metzgerei in Selbstbedienung. 130 Sorten Wurst produziert Wasgau im eigenen Betrieb in Primasens. Und auch in der Fleisch-Theke, die sich nahtlos an die Selbstbedienung anschließt, setzt der Markt auf regionale Produkte. Seit fast 20 Jahren arbeitet Wasgau mit der Erzeugergemeinschaft Gut Weidehof zusammen – mit muttergebundener Kälberaufzucht. Das Rind wird komplett verwertet, was manchmal auch zu fehlenden Teilstücken in der Theke führt. „Wir mussten die Kunden daran gewöhnen, dass nicht alles immer verfügbar ist“, sagt Rose. Etwa 20 Prozent des Umsatzes macht die Filiale in der Landauer Straße mit Fleisch.
Die Leidenschaft des Marktleiters – und ein Grund für viele Kunden, auch weite Wege zum Markt auf sich zu nehmen – ist die Weinabteilung der südpfälzer Filiale. „86 Prozent des Umsatzes machen wir mit den Weinen von hier, aus der Region“, sagt Rose.

Wein aus der Pfalz
Unter den knapp 2.000 Sorten verstecken sich nur wenige Weine aus Frankreich, Italien oder Spanien. Trotz der fehlenden Internationalität komme es auch mal vor, dass ein Kunde 500 oder 600 Euro nur für Wein ausgebe.
Dabei hatte es Rose, der in Berlin geboren und in Norddeutschland aufgewachsen ist, zu Beginn in der Weinabteilung nicht leicht. Die Pfälzer Winzer wollten ihre edlen Tropfen nicht unbedingt in einem Supermarkt-Regal sehen. Doch Rose blieb hartnäckig: „Heute gibt es viele Weine außerhalb der Gastronomie nur bei mir.“ Seit 20 Jahren arbeitet er für Wasgau. Die Filiale in der Landauer Straße leitet er seit der Ersteröffnung 2006.

Fakten im Fokus

2.860 qm Verkaufsfläche
74 Mitarbeiter
18.000 gelistete Artikel
Umsatzanteile: 20 Prozent Metzgerei/ 20 Prozent Bäckerei
25 Euro Durchschnittsbon
von montags bis samstags: 8 - 21 Uhr

 

Schnell gelesen
Wasgau, Landauer Straße 33, 76855 Annweiler am Trifels

  • Acht Monate dauerte der komplette Umbau der Filiale in der Landauer Straße. Die Schließzeit betrug lediglich sechs Wochen.
  • Das neue Frontcooking-Gastrokonzept „Himmel & Herd” mit 84 Sitzplätzen verkauft rund 130 Essen pro Tag.
  • Der Bäckerei-Umsatz ist durch „Himmel & Herd” um rund 40 Prozent angestiegen.
  • Der Markt setzt auf Greenbuilding-Details wie LED-Technik und klimaneutrale TK-Möbel.